<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0"><channel><title><![CDATA[Vertretung des Staates Palästina in Österreich]]></title><description><![CDATA[20150001]]></description><link>https://www.palestinemission.at/blog-cbms</link><generator>RSS for Node</generator><lastBuildDate>Fri, 19 Apr 2024 10:51:17 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://www.palestinemission.at/blog-feed.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title><![CDATA[Presseaussendung: USA stimmte gegen Vollmitgliedschaft Palästinas bei den Vereinten Nationen]]></title><description><![CDATA[Nachdem die USA ein Veto einlegten, lehnte der UN-Sicherheitsrat gestern den Antrag Palästinas auf eine Vollmitgliedschaft bei den...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/presseaussendung-usa-stimmte-gegen-vollmitgliedschaft-pal%C3%A4stinas-bei-den-vereinten-nationen</link><guid isPermaLink="false">66223c0242d146c792458eaf</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Fri, 19 Apr 2024 09:42:09 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_e76cf6aca70f49c78b72bd0a99b457c4~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #000000;">Nachdem die USA ein Veto einlegten, lehnte der UN-Sicherheitsrat gestern den Antrag Palästinas auf eine Vollmitgliedschaft bei den Vereinten Nationen ab</span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der gestern zur Abstimmung vorgelegte Resolutionsentwurf ist einer der kürzesten in der Geschichte des Rates: &quot;Der Sicherheitsrat empfiehlt nach Prüfung des Antrags des Staates Palästina auf Aufnahme in die Vereinten Nationen(S/2011/592) der Generalversammlung, den Staat Palästina zur Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen zuzulassen.&quot;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der von Algerien eingebrachte Text erhielt zwölf Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen. Die Nein-Stimme kam von den USA.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Die USA haben gestern die Anerkennung eines palästinensischen Staates durch die Vereinten Nationen verhindert, indem sie im Sicherheitsrat ein Veto einlegten, um Palästina die Vollmitgliedschaft in der Weltorganisation zu verweigern“, so Botschafter Salah Abdel Shafi. „Das Abstimmungsverhalten der USA zeigt einmal mehr die Heuchelei dieses Landes. Immer wieder wird von Seiten der USA beteuert, dass es eine Zwei-Staatenlösung geben muss, doch wenn es darauf ankommt, erweisen sich diese Beteuerungen nur als Lippenbekenntnisse.“</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Palästina ist seit zwölf Jahren ständiger Beobachter bei den Vereinten Nationen, eine De-facto-Anerkennung der Staatlichkeit, die von der UN-Generalversammlung 2012 gewährt wurde. Seit Jahren fordert Palästina daher eine Vollmitgliedschaft bei den Vereinten Nationen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_e76cf6aca70f49c78b72bd0a99b457c4~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><strong> </strong></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[17. April – Tag der palästinensischen Gefangenen]]></title><description><![CDATA[„Sie brachten weitere Mädchen herein, bis wir sechs waren. (…) Wir hörten auch die Schreie von Männern, die offensichtlich große...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/17-april-tag-der-pal%C3%A4stinensischen-gefangenen</link><guid isPermaLink="false">661e6184c405d0ba84192e01</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Tue, 16 Apr 2024 11:47:03 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_e5e6cb17253a48f48519ac450257441f~mv2.jpg/v1/fit/w_617,h_650,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">„</span><em><span style="color: #000000;">Sie brachten weitere Mädchen herein, bis wir sechs waren. (…) Wir hörten auch die Schreie von Männern, die offensichtlich große Schmerzen hatten. An meinem Handgelenk befestigten sie eine Plastikmarke mit der Nummer 12. Nach Einbruch der Dunkelheit zwangen sie uns, zu Jeeps zu gehen. Ein Soldat, ich weiß nicht, ob es ein Mann oder eine Frau war, stieß mich von hinten an den Schultern. Der Jeep fuhr etwa eine halbe Stunde lang, und an den Jeep war ein weiteres Fahrzeug mit männlichen Gefangenen angehängt. Das erfuhren wir, als wir hörten, wie einer von ihnen wegen Schmerzen in seiner Hand schrie. Sie luden uns dann aus, und wir hörten Alarmsirenen und Zusammenstöße. Ich weiß nicht, wo wir uns befanden, aber ich glaube, es war in der Nähe der Grenze des Gazastreifens. (…) Neben mir saß ein Mädchen namens Samar, das an Unterleibsschmerzen litt. Sie brachten sie zu einem Arzt, und ich übersetzte für den Arzt. Das Mädchen erzählte dem Arzt dann, dass sie das Gefühl habe, eine Fehlgeburt zu haben, und dass sie im zweiten Monat schwanger sei. Wir wurden aufgefordert, unsere Schuhe auszuziehen, bekamen die Augen verbunden und unsere Handgelenke wurden gefesselt. Der Arzt sagte ihr einfach, sie solle sich auf den Boden legen, und wir legten uns alle neben sie. Sie sagten uns, wir sollten mit gefesselten Handgelenken und verbundenen Augen schlafen. Wir schliefen und wachten in der extremen Kälte auf dem kalten, steinigen Boden auf</span></em><span style="color: #000000;">.&quot;</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Aisha, eine 20-jährige Bewohnerin des Flüchtlingslagers Jabaliya im nördlichen Gazastreifen, wurde am 22. November 2023 von der israelischen Armee inhaftiert, als sie mit ihrer Familie in den südlichen Gazastreifen flüchten wollte. Sie wurde an einem israelischen Kontrollpunkt abgefangen und von ihrer Familie getrennt. Sie wurde aus dem Gazastreifen entführt und zunächst in das Damon-Gefängnis und später in eine andere Haftanstalt in die Wüste verlegt. Aisha wurde schließlich am 9. Januar 2024 freigelassen und kehrte nach Gaza zurück. (Protokolliert von Al Haq – Defending Human Rights)</span></p>
<p><em><span style="color: #000000;"> </span></em></p>
<p><br /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><strong>Zur Situation palästinensischer Gefangener in Gaza</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Israel hat am Montag, dem 15. April 2024, 150 Palästinenser, die während israelischer Militäroperationen in Gaza festgenommen worden waren, wieder entlassen. Viele von ihnen gaben an, während ihrer Gefangenschaft misshandelt worden zu sein. Die Gefangenen, darunter zwei Mitglieder des Palästinensischen Roten Halbmonds (PRCS), waren 50 Tage lang festgehalten worden. Sie wurden über den israelisch kontrollierten Grenzübergang Kerem Shalom zurück nach Gaza gebracht.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Mehrere von ihnen wurden in Krankenhäuser eingeliefert und klagten über Misshandlungen in israelischen Gefängnissen. Viele der Freigelassenen sagten, sie seien verhört worden, ob sie Verbindungen zur Hamas hätten.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">&quot;Ich bin mit zwei Beinen ins Gefängnis gegangen und mit einem Bein zurückgekommen&quot;, sagte Sufian Abu Salah per Telefon aus dem Krankenhaus. &quot;Ich hatte Entzündungen in meinem Bein, und sie (die Israelis) weigerten sich, mich ins Krankenhaus zu bringen, eine Woche später breiteten sich die Entzündungen aus und wurden zu Wundbrand. Sie brachten mich ins Krankenhaus, wo ich operiert wurde&quot;, sagte Abu Salah und fügt hinzu, dass er von seinen israelischen Entführern auch geschlagen worden sei.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Der 42-jährige Abu Salah, der in der Stadt Abassan östlich von Khan Younis wohnt, sagte gegenüber Reuters, er sei Ende Februar von der israelischen Armee in einer Schule festgenommen worden, in die er und seine Familie geflüchtet waren.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Der Vater von vier Kindern sagte, er wisse nicht, wo er festgehalten worden sei, aber „es sah aus wie ein Armeelager und nicht wie ein Gefängnis&quot;.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Mindestens 9 100 Palästinenserinnen und Palästinenser in Israel inhaftiert</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><em><span style="color: #000000;">„Als wir von den israelischen Soldaten entführt wurden, brachte man uns in ein Internierungslager auf der anderen Seite. Für die meisten von uns, einige waren um die 40, war es das erste Mal, dass wir außerhalb von Gaza schliefen.“</span></em></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Mosab Abu Toha, 32jähriger Schriftsteller aus dem Al-Shati Flüchtlingslager, wurde im November 2023 verhaftet und in ein Gefängnis in der Negev-Wüste gebracht. Nach seiner Freilassung musste er aufgrund seiner durch Schläge erlittenen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach Angaben der palästinensischen Organisation Addameer sind in Israel mindestens 9 100 Palästinenser inhaftiert. In dieser Zahl sind die seit Beginn des Krieges am 7. Oktober im Gazastreifen festgenommenen Personen </span><em><span style="color: #000000;">nicht</span></em><span style="color: #000000;"> enthalten, da Israel keine Zahlen im Zusammenhang mit den Verhaftungen in Gaza bekannt gegeben hat.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Palästinensische und internationale Menschenrechtsgruppen haben erklärt, dass ihnen Klagen über Misshandlungen in israelischen Gefängnissen bekannt seien. Sie berichten außerdem, dass Israel sich weigere, Informationen über die Gefangenen im Gazastreifen preiszugeben, einschließlich der Anzahl der Gefangenen und der Orte, an denen sie festgehalten werden.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Das UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) veröffentlichte am 16. Dezember 2023 eine Presseerklärung, in der es Berichte aus dem Norden des Gazastreifens über Massenverhaftungen, Misshandlungen und das gewaltsame Verschwinden von möglicherweise </span><em><span style="color: #000000;">Tausenden</span></em><span style="color: #000000;"> von Palästinensern, einschließlich Kindern und Frauen, durch die israelischen Streitkräfte zitiert. Die Festnahmen erfolgten während der Evakuierungen in den Süden des Gazastreifens oder während der Militäroperationen in Häusern, Krankenhäusern, Schulen und anderen Orten, an denen Binnenvertriebene im Norden des Gazastreifens untergebracht sind. Die Vorwürfe umfassen schwere Misshandlungen, die in einigen Fällen der Folter gleichkommen. In weiteren Reports wurde berichtet, dass Palästinenser entkleidet, mit verbundenen Augen und engen Handschellen gefesselt, gefilmt und in erniedrigenden Positionen fotografiert wurden. Die Festgenommenen wurden Berichten zufolge ohne Kleidung an einen unbekannten Ort mit wenig Nahrung und Wasser gebracht.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Am Montag, 15. April 2024, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) der Nachrichtenagentur </span><u><a href="https://www.reuters.com/world/middle-east/freed-gaza-detainees-allege-abuse-mistreatment-by-israel-palestinian-officials-2024-04-15/   " rel="noreferrer" target="_blank"><span style="color: #000000;">Reuters</span></a></u><span style="color: #000000;"> mit, dass sie seit Oktober, als Israel solche Besuche aussetzte, keine palästinensischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen mehr besuchen konnten, dass ihnen aber Berichte über eine hohe Zahl von Verhaftungen durch israelische Streitkräfte sowie Hinweise auf Misshandlungen von Gefangenen bekannt seien. Israel bricht damit die Vierte Genfer Konvention, denn &quot;</span><em><span style="color: #000000;">Gefangene, die aus besetzten Gebieten stammen, gelten als geschützte Personen im Sinne der Vierten Genfer Konvention von 1949</span></em><span style="color: #000000;">“. Das Internationale Rote Kreuz müsste über alle geschützten Personen, denen die Freiheit entzogen wurde, informiert werden. Es müsste sichergestellt werden, dass IKRK-Delegierte Zugang dahin haben, wo auch immer sie festgehalten werden, einschließlich Verhörzentren, Gefängnissen, Krankenhäusern und/oder Militärlagern.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Am 19. Februar 2024 haben die Organisationen Adalah, HaMoked, Physicians for Human Rights Israel und das Öffentliche Komitee gegen Folter in Israel gemeinsam einen Appell an den UN-Sonderberichterstatter für Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe gerichtet. In diesem Antrag, der von der Weltorganisation gegen Folter (OMCT) unterstützt wird, wurde der UN-Sonderberichterstatter aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um den systematischen Missbrauch, die Folter und die Misshandlung von palästinensischen Gefangenen und Häftlingen in israelischen Gefängnissen und Hafteinrichtungen zu beenden.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Seit dem 7. Oktober 2023 sind mindestens vierzehn Palästinenser in israelischer Haft ums Leben gekommen und bisherige Beweise deuten darauf hin, dass Misshandlungen bei mehreren Vorfällen die Todesursache sein könnten. Im Antrag beschreiben die Organisationen eine &quot;brutale Eskalation&quot; in den letzten vier Monaten, die &quot;durch eine offenbar systematische Gewalt gegen Palästinenser in israelischem Gewahrsam gekennzeichnet ist&quot;. Der Antrag und das beigefügte Dokument, das dem UN-Sonderberichterstatter übergeben wurde, enthalten Einzelheiten zu etwa 20 Fällen von Misshandlungen, die auf eine alarmierende Praxis hinweisen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Zu den israelischen Übergriffen gegen Palästinenserinnen und Palästinensern, die in israelischen Einrichtungen festgehalten werden, gehören schwere körperliche Angriffe, die zu erheblichen Verletzungen führen, sexuelle Belästigung und Einschüchterung von männlichen und weiblichen Gefangenen sowie andere erniedrigende Handlungen und Drohungen. Die Weltorganisation gegen Folter (OMCT) berichtet, dass Palästinenserinnen und Palästinenser in Käfigen unter freiem Himmel gehalten, mit verbundenen Augen und Handschellen gefesselt, zum Knien gezwungen und bei Ungehorsam schwer bestraft werden. Diese Handlungen stellen auch eine kollektive Bestrafung und eklatante Verstöße gegen nationales und internationales Recht dar.</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_4f47c07d55d740fdab4628cd7890863b~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Das israelische Militär erklärte in einer Stellungnahme gegenüber Reuters, dass es nach israelischem und internationalem Recht handelt und dass die Festgenommenen Zugang zu Nahrung, Wasser, Medikamenten und angemessener Kleidung erhalten. </span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Dem widersprechen nicht nur zahlreiche Zeugenaussagen von freigelassenen Palästinenserinnen und Palästinensern, sondern auch der erst kürzlich in der israelischen Tageszeitung </span><u><a href="https://archive.is/Mbdvc" rel="noreferrer" target="_blank"><span style="color: #000000;">Haaretz</span></a></u><span style="color: #000000;"> publik gewordene Brief eines israelischen Gefängnisarztes, der von schweren Misshandlungen im israelischen Wüsten-Gefängnis Sde Teiman, spricht:</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Erst diese Woche mussten zwei Gefangenen aufgrund von Verletzungen durch Handschellen die Beine amputiert werden, was leider ein Routinefall ist&quot;, so der Arzt in dem Schreiben. Er beschrieb zudem, dass den Häftlingen die Augen verbunden und sie durch Strohhalme ernährt werden, in Windeln defäkieren und an Armen und Beinen permanent gefesselt sind, was gegen die medizinische Ethik und das Gesetz verstößt.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">In seinem Schreiben berichtete der Arzt außerdem, dass die Häftlinge nicht angemessen versorgt werden, selbst wenn sie in ein Krankenhaus verlegt werden: „Kein Patient, der in ein Krankenhaus überwiesen wurde, ist dort länger als ein paar Stunden geblieben. Es kommt vor, dass Patienten nach größeren Operationen, wie z. B. Bauchoperationen für Darmresektionen, nach etwa einer Stunde postoperativer Beobachtung während der Genesung in die medizinische Einrichtung Sde Teiman zurückgebracht werden. Diese ist die meiste Zeit des Tages mit nur einem einzigen Arzt besetzt, der von einem Pflegeteam begleitet wird, von denen einige lediglich eine Ausbildung zum Sanitäter haben.&quot;</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">In einigen Fällen sei der besagte einzige Arzt vor Ort ein Orthopäde oder Gynäkologe. „Dies führt zu Komplikationen und manchmal sogar zum Tod des Patienten&quot;, so der Arzt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong> </strong></span></p>
<p><br /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><strong>Zum Tod von Walid Daqqah am 7. April 2024</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><em><span style="color: #000000;">„Der Tod von Walid Daqqah in israelischer Haft ist eine grausame Erinnerung an Israels Missachtung des Rechts der Palästinenser auf Leben.“ (Amnesty International)</span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Zum Tod von Walid Daqqah, einem 62-jährigen palästinensischen Schriftsteller und israelischen Staatsbürger, der mit 38 Jahren Haft der dienstälteste palästinensische Gefangene in einem israelischen Gefängnis war, sagte Erika Guevara-Rosas von Amnesty International: &quot;Es ist herzzerreißend, dass Walid Daqqah in israelischer Haft gestorben ist, obwohl viele Menschen seine dringende Freilassung aus humanitären Gründen gefordert haben, nachdem 2022 Knochenmarkkrebs diagnostiziert wurde und er seine ursprüngliche Strafe bereits abgesessen hatte.“</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Walid Daqqah (1961 - 2024) wurde 1987 verurteilt, nachdem er angeblich eine Gruppe befehligt hatte, die den israelischen Soldaten Moshe Tamam entführte und ermordete. Daqqah war zwar nicht direkt an dem Mord beteiligt, wurde aber für den Befehl zu diesem Mord verurteilt. Er hatte stets bestritten, an der Entführung und Ermordung von Tamam beteiligt gewesen zu sein. Seine Verurteilung zu lebenslanger Haft basierte nicht auf israelischem Strafrecht, sondern auf britischen Notstandsverordnungen, zurückgehend auf das Jahr 1945, für die geringere Beweisanforderungen galten. Die Anwendung dieser Verfahrensbestimmungen warf Zweifel an der Fairness des Prozesses gegen Daqqah und an der Gültigkeit seiner Verurteilung auf. Es wurden auch Vorwürfe der Folter während des Verhörs erhoben. </span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Obwohl Daqqah seine ursprüngliche Strafe im Jahr 2023 verbüßt hatte, wurden ihm zwei weitere Jahre Haftstrafe für den angeblichen Schmuggel von Mobiltelefonen an andere Gefangene auferlegt.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Im Jahr 2022 wurde bei Daqqah Knochenmarkkrebs diagnostiziert. Die israelischen Behörden verweigerten ihm die Verlegung in ein ziviles Krankenhaus und damit den Zugang zu einer potenziell lebensverlängernden Knochenmarktransplantation. Zudem war er Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt, was sich nach den Ereignissen vom 7. Oktober noch verschärfte. Der Kontakt zu Angehörigen wurde ihm verwehrt. Schließlich verstarb er am Sonntag, dem 7. April, in israelischer Haft. Seine Familie wurde von den israelischen Behörden nicht über sein Ableben informiert und erfuhr nur über die sozialen Medien von seinem Tod.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">„Der Tod von Walid Daqqah ist eine grausame Erinnerung an Israels systematische medizinische Vernachlässigung und Missachtung der Rechte palästinensischer Gefangener. Für Daqqah und seine Familie waren vor allem die letzten sechs Monate ein endloser Alptraum, in denen er nach Angaben seines Anwalts von der israelischen Strafvollzugsbehörde gefoltert oder anderweitig misshandelt wurde, einschließlich Schlägen und Demütigungen. Seit dem 7. Oktober durfte er nicht mehr mit seiner Frau telefonieren. Sein letzter Antrag auf Begnadigung aus humanitären Gründen wurde vom Obersten Gerichtshof Israels abgelehnt, womit er zum Tod hinter Gittern verurteilt wurde“, so Amnesty International.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Nach Angaben der Palästinensischen Gefangenengesellschaft war Walid Daqqahs Tod der 14. in israelischem Gewahrsam seit dem 7. Oktober 2023.</span></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><strong>Allgemeine Informationen zum Tag der Gefangenen</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Seit 1974, nach einem Beschluss des palästinensischen Nationalrats, wird am 17. April der „Tag der palästinensischen Gefangenen“ begangen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Seit 1967 inhaftierte Israel eine Million PalästinenserInnen, darunter über 17 000 Frauen und 50 000 Minderjährige. Das palästinensische Volk hat damit weltweit, gemessen am Bevölkerungsanteil, die höchste Anzahl an Verhaftungen. Diese fanden und finden quer durch alle Schichten statt, unabhängig von Alter, Geschlecht, Beruf oder Gesundheitszustand.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Die palästinensische Bevölkerung in den besetzen Gebieten untersteht im Gegensatz zur israelischen Bevölkerung nicht dem Zivilrecht, sondern israelischer Militärgerichtsbarkeit, welche auf vielfältige Art und Weise das tägliche Leben beeinflusst. Mit nur einer Ausnahme befinden sich alle 23 israelischen Gefängnisse und Internierungslager im israelischen Kernland, was erhebliche Auswirkungen nicht nur auf die Insassen selbst, sondern auch auf ihre Familienangehörigen hat. So wird es den Häftlingen erschwert, palästinensische Anwälte zu konsultieren und Familien aus den besetzten Gebieten können oftmals aufgrund von nicht erteilten Genehmigungen ihre Angehörigen im Gefängnis nicht besuchen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Palästinenserinnen und Palästinenser in Administrativhaft</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Unter der Bezeichnung „Administrativhaft“ haben israelische Sicherheitskräfte die – für sie gesetzlich legitimierte – Möglichkeit, PalästinenserInnen zu verhaften und, wenn gewollt, über Jahre festzuhalten, ohne dass die Häftlinge ihr Recht auf ein Gerichtsverfahren wahrnehmen können und ohne Wissen darüber, ob und wann sie freigelassen werden. Internationale Menschenrechtsorganisationen sowie der UN-Menschenrechtsausschuss haben wiederholt festgestellt, dass die israelische Praxis der Administrativhaft in mehreren Einzelpunkten als auch als Ganzes einen Verstoß gegen das internationale Völker- und Menschenrecht darstellt. Derzeit befinden sich 3661 PalästinenserInnen in Administrativhaft, 3131 Personen mehr als noch vor zwei Jahren.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span><span style="color: #000000;"><strong>Zahlen und Statistiken zu palästinensischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Insgesamt befinden sich derzeit mindestens 9100 palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen (die Anzahl der inhaftierten Personen aus Gaza ist, wie bereits obig beschrieben, nicht bekannt). Die Anzahl der Häftlinge hat sich seit dem Jahr 2022 verdoppelt. Unter den Inhaftierten befinden sich 71 Frauen und 200 Kinder.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Minderjährige in israelischer Gefangenschaft</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Palästinensische Kinder im besetzten Westjordanland sind wie Erwachsene von israelischer Militärgerichtsbarkeit betroffen, welche ihnen grundlegende Rechte verweigert.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Seit 1967 unterhält Israel auf ein und demselben Gebiet zwei getrennte Rechtssysteme. Im besetzten Westjordanland unterliegen die israelischen Siedler dem Zivil- und Strafrecht, während die palästinensische Bevölkerung dem Militärrecht unterworfen ist.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Israel hat die zweifelhafte Ehre, das einzige Land der Welt zu sein, das Kinder automatisch und systematisch vor Militärgerichte stellt, denen es an grundlegenden Rechten und Schutzmaßnahmen für ein faires Verfahren fehlt. In Israel werden jedes Jahr zwischen 500 und 700 palästinensische Kinder vor Militärgerichte gestellt. Seit dem Jahr 2000 haben die israelischen Militärbehörden nach Schätzungen von Defense for Children International (DCI) etwa 13.000 palästinensische Kinder festgenommen, verhört, strafrechtlich verfolgt und inhaftiert.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Misshandlungen im israelischen Militärgewahrsam sind nach wie vor &quot;weit verbreitet, systematisch und durchgängig institutionalisiert&quot;, so der Bericht des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF) über Kinder in israelischem Militärgewahrsam. Alle Kinder, die dem israelischen Militär ausgesetzt waren, berichten über physische und psychische Misshandlungen während ihrer Inhaftierung und von Nötigung und Drohungen während der Verhöre.</span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><br /></p>
<p><strong>Alle Informationen entnommen aus:</strong></p>
<p><br /></p>
<p><strong>Freed Gaza detainees allege abuse, mistreatment by Israel, Palestinian officials say</strong></p>
<p>By Nidal Al-Mughrabi, 15. April 2024, Reuters</p>
<p><a href="https://www.reuters.com/world/middle-east/freed-gaza-detainees-allege-abuse-mistreatment-by-israel-palestinian-officials-2024-04-15/" target="_blank">https://www.reuters.com/world/middle-east/freed-gaza-detainees-allege-abuse-mistreatment-by-israel-palestinian-officials-2024-04-15/</a></p>
<p> </p>
<p><strong>Doctor at Israeli Field Hospital for Detained Gazans: &apos;We Are All Complicit in Breaking the Law&apos;</strong></p>
<p>By Hagar Shezaf and Michael Hauser Tov, 4. April 2024</p>
<p><a href="https://archive.is/Mbdvc" target="_blank">https://archive.is/Mbdvc</a></p>
<p> </p>
<p><strong>UN OCHA: Hostilities in the Gaza Strip and Israel | Flash Update #73</strong></p>
<p><a href="https://www.unocha.org/publications/report/occupied-palestinian-territory/hostilities-gaza-strip-and-israel-flash-update-73" target="_blank">https://www.unocha.org/publications/report/occupied-palestinian-territory/hostilities-gaza-strip-and-israel-flash-update-73</a></p>
<p> </p>
<p><strong>Systemic torture and inhumane treatment of Palestinian detainees in Israeli prison facilities since October 7, 2023</strong></p>
<p><a href="https://www.adalah.org/uploads/uploads/Submission_SR_Torture_final-15.2.24.pdf" target="_blank">https://www.adalah.org/uploads/uploads/Submission_SR_Torture_final-15.2.24.pdf</a></p>
<p><a href="https://www.adalah.org/en/content/view/11049" target="_blank">https://www.adalah.org/en/content/view/11049</a></p>
<p> </p>
<p><strong>Israel-OPT/Gaza: Urgent action needed to protect Palestinians detained by Israel from torture</strong></p>
<p><a href="https://www.omct.org/en/resources/statements/urgent-action-needed-to-protect-palestinians-detained-by-israel-from-torture" target="_blank">https://www.omct.org/en/resources/statements/urgent-action-needed-to-protect-palestinians-detained-by-israel-from-torture</a></p>
<p> </p>
<p><strong>Voices from Gaza: The Experiences of Palestinian Women Amid the Ongoing Genocide</strong></p>
<p><a href="https://www.alhaq.org/advocacy/22778.html" target="_blank">https://www.alhaq.org/advocacy/22778.html</a></p>
<p> </p>
<p><strong>Addameer – Prisoners Support and Humand Rights Organization</strong></p>
<p><a href="https://www.addameer.org/statistics" target="_blank">https://www.addameer.org/statistics</a></p>
<p> </p>
<p><strong>UNICEF Report: Children in Israeli Military Detention</strong></p>
<p><a href="https://www.unicef.org/sop/reports/children-israeli-military-detention" target="_blank">https://www.unicef.org/sop/reports/children-israeli-military-detention</a></p>
<p> </p>
<p><strong>DCI Palestine: Children in Military Detention</strong></p>
<p><a href="https://www.dci-palestine.org/military_detention" target="_blank">https://www.dci-palestine.org/military_detention</a></p>
<p> </p>
<p><strong>Amnesty International: Israel/OPT: Death in custody of Walid Daqqah is cruel reminder of Israel’s disregard for Palestinians’ right to life</strong></p>
<p><a href="https://www.amnesty.org/en/latest/news/2024/04/israel-opt-death-in-custody-of-walid-daqqah-is-cruel-reminder-of-israels-disregard-for-palestinians-right-to-life/" target="_blank">https://www.amnesty.org/en/latest/news/2024/04/israel-opt-death-in-custody-of-walid-daqqah-is-cruel-reminder-of-israels-disregard-for-palestinians-right-to-life/</a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[„Kein normaler Krieg": Ärzte berichten, dass Kinder von israelischen Scharfschützen in Gaza ins Visier genommen werden]]></title><description><![CDATA[Die IDF weist den Vorwurf, ihre Soldaten hätten absichtlich auf Tausende von Zivilisten geschossen, die bei der israelischen Offensive...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/kein-normaler-krieg-%C3%A4rzte-berichten-dass-kinder-von-israelischen-scharfsch%C3%BCtzen-in-gaza-ins-visi</link><guid isPermaLink="false">6613c448d00780ab0ee15e0f</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Mon, 08 Apr 2024 10:26:33 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_826831825a464aa1860005319f38386d~mv2.jpg/v1/fit/w_720,h_485,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die IDF weist den Vorwurf, ihre Soldaten hätten absichtlich auf Tausende von Zivilisten geschossen, die bei der israelischen Offensive getötet wurden, &quot;entschieden zurück&quot;.</em></p>
<p><br /></p>
<p>Von Chris McGreal</p>
<p>In: <u><a href="https://www.theguardian.com/world/2024/apr/02/gaza-palestinian-children-killed-idf-israel-war" rel="noreferrer" target="_blank">The Guardian</a></u>, 2. April 2024</p>
<p> </p>
<p>Dr. Fozia Alvi machte an ihrem letzten Tag im ramponierten öffentlichen europäischen Krankenhaus im südlichen Gazastreifen ihre Runden auf der Intensivstation, als sie neben zwei jungen Neuankömmlingen mit Gesichtsverletzungen und Atemschläuchen in den Luftröhren stehen blieb.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Ich fragte die Krankenschwester, was ihre Vorgeschichte war. Sie erzählte, dass die beiden vor ein paar Stunden eingeliefert worden waren. Sie hatten Schüsse von Heckenschützen im Kopf. Sie waren sieben oder acht Jahre alt&quot;, sagte sie.</p>
<p><br /></p>
<p>Das Herz der kanadischen Ärztin sank. Dies waren nicht die ersten Kinder, die Dr. Alvi behandelte, von denen sie erfuhr, dass sie von israelischen Soldaten ins Visier genommen worden waren, und sie wusste, welchen Schaden ein einziges großkalibriges Geschoss in einem zarten jungen Körper anrichten kann.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Sie waren nicht in der Lage zu sprechen, waren querschnittsgelähmt. Sie lagen buchstäblich wie Gemüse auf diesen Betten. Sie waren nicht die Einzigen. Ich habe sogar kleine Kinder gesehen, die von Scharfschützen direkt in den Kopf und in die Brust geschossen wurden. Das waren keine Kämpfer, das waren kleine Kinder&quot;, so Dr. Alvi.</p>
<p><br /></p>
<p>Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ist mehr als jedeR dritte der mehr als 32.000 Menschen, die bei Israels monatelangem Angriff auf den Gazastreifen getötet wurden, ein Kind. Zehntausende weitere Kinder haben schwere Verletzungen erlitten, darunter auch zahlreiche Amputationen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Berichte von neun Ärzten: Opfer direkt von israelischen Truppen beschossen</strong></p>
<p><br /></p>
<p>Neun Ärzte berichteten dem Guardian über ihre Arbeit in den Krankenhäusern des Gazastreifens in diesem Jahr, alle bis auf einen von ihnen ausländische Freiwillige. Ihre gemeinsame Einschätzung war, dass die meisten der toten und verwundeten Kinder, die sie behandelten, von Granatsplittern getroffen oder während Israels umfangreichem Bombardement von Wohnvierteln verbrannt wurden, wodurch in einigen Fällen ganze Familien ausgelöscht wurden. Andere wurden durch einstürzende Gebäude getötet oder verletzt, viele werden noch unter den Trümmern vermisst.</p>
<p><br /></p>
<p>Die Ärzte berichteten jedoch auch, dass sie einen ständigen Strom von Kindern, älteren Menschen und anderen, die eindeutig keine Kämpfer waren, mit einzelnen Schusswunden in Kopf oder Brust behandelten.</p>
<p><br /></p>
<p>Einige der Ärzte sagten, dass die Art und die Lage der Wunden sowie die Berichte jener, die die Kinder ins Krankenhaus brachten, sie zu der Annahme veranlassten, dass die Opfer direkt von israelischen Truppen beschossen worden waren.</p>
<p><br /></p>
<p>Andere Ärzte sagten, dass sie die Umstände der Schießereien nicht kennen, dass sie aber zutiefst beunruhigt sind über die Zahl der Kinder, die durch einzelne Schüsse schwer verwundet oder getötet wurden, manchmal durch großkalibrige Kugeln, die die kleinen Körper stark beschädigten.</p>
<p><br /></p>
<p>Mitte Februar beschuldigte eine Gruppe von UN-Experten das israelische Militär, auf palästinensische Zivilisten, die offensichtlich keine Kämpfer sind, einschließlich Kinder, zu schießen, wenn diese Schutz suchen.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Wir sind schockiert über Berichte, wonach palästinensische Frauen und Kinder an Orten, an denen sie Zuflucht suchten oder auf der Flucht waren, absichtlich ins Visier genommen und außergerichtlich getötet wurden. Einige von ihnen hielten Berichten zufolge weiße Tücher in der Hand, als sie von der israelischen Armee getötet wurden&quot;, so die Gruppe.</p>
<p><br /></p>
<p>The Guardian teilte Beschreibungen und Bilder der Schusswunden von acht Kindern mit Militärexperten und Gerichtsmedizinern. Sie sagten, es sei schwierig, die Umstände der Erschießungen allein anhand der Beschreibungen und Fotos schlüssig zu bestimmen, obwohl sie in einigen Fällen die vom israelischen Militär verwendete Munition identifizieren konnten.</p>
<p>Augenzeugenberichte und Videoaufnahmen scheinen die Behauptung zu bestätigen, dass israelische Soldaten außerhalb von Kämpfen mit der Hamas oder anderen bewaffneten Gruppen auf Zivilisten, darunter auch Kinder, geschossen haben. In einigen Fällen beschreiben die Zeugen, dass sie unter Beschuss gerieten, während sie weiße Fahnen schwenkten. Haaretz berichtete am Samstag, dass Israel routinemäßig auf Zivilisten in Gebieten schießt, die das Militär zu &quot;Kampfzonen&quot; erklärt hat.</p>
<p><br /></p>
<p>Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) setzen Heckenschützen [„snipers“] - oder Scharfschützen [„sharpshooters“], wie das Militär sie nennt - bei Kampfeinsätzen ein, oft als Teil von Eliteeinheiten. Sie sind darauf trainiert, &quot;besonders schwierige terroristische Bedrohungen anzuvisieren und auszuschalten&quot;, so die eigene Definition des Militärs.</p>
<p><br /></p>
<p>Israelische und ausländische Menschenrechtsgruppen haben eine lange Geschichte der Praxis von Scharfschützen dokumentiert, die im Gazastreifen und im Westjordanland auf unbewaffnete Palästinenser, einschließlich Kinder, schießen.</p>
<p><br /></p>
<p>Palästinenser in Gaza berichten auch von einer erschreckenden neuen Entwicklung im jüngsten Gaza-Krieg: bewaffnete Drohnen, die über Straßen schweben und Einzelpersonen ausschalten können. Einige dieser Drohnen, Quadcopter genannt, werden als ferngesteuerte Scharfschützen eingesetzt, die nach Angaben der palästinensischen Bevölkerung auf Zivilisten und Zivilistinnen geschossen haben.</p>
<p><br /></p>
<p>Die IDF wies die Behauptung, ihre Scharfschützen würden absichtlich auf Zivilisten schießen, &quot;entschieden zurück&quot;. Sie sagte, sie könne nicht auf einzelne Schüsse eingehen, &quot;ohne die Vorfälle zu koordinieren&quot;. &quot;Die IDF nehmen nur Terroristen und militärische Ziele ins Visier. Im Gegensatz zu den absichtlichen Angriffen der Hamas auf israelische Zivilisten, darunter Männer, Frauen und Kinder, halten sich die IDF an das Völkerrecht und treffen alle möglichen Vorkehrungen, um den Schaden für die Zivilbevölkerung zu begrenzen&quot;, hieß es.</p>
<p><br /></p>
<p>Die Ärzte sagen etwas anderes.</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Vanita Gupta, Intensivmedizinerin in einem Krankenhaus in New York City, arbeitete im Januar als Freiwillige im europäischen Krankenhaus von Gaza. Eines Morgens wurden kurz nacheinander drei schwer verletzte Kinder eingeliefert. Ihre Familien erzählten Gupta, dass die Kinder zusammen auf der Straße gewesen seien, als sie unter Beschuss gerieten, und dass es in der Gegend keine weiteren Schießereien gegeben habe. Sie sagte, es seien keine verletzten Erwachsenen zur gleichen Zeit und vom gleichen Ort ins Krankenhaus gebracht worden.</p>
<p>&quot;Bei einem Kind konnte ich sehen, dass es einen Schuss in den Kopf bekommen hatte. Das fünf- oder sechsjährige Mädchen wurde gerade wiederbelebt und ist offensichtlich gestorben&quot;, sagte Gupta.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Da war noch ein anderes kleines Mädchen im selben Alter. Ich sah eine Einschusswunde an ihrem Kopf. Ihr Vater war da, weinte und fragte mich: &apos;Können Sie sie retten? Sie ist mein einziges Kind.&apos;&quot;</p>
<p><br /></p>
<p>Gupta sagte, dass ein drittes Kleinkind ebenfalls einen Kopfschuss erlitten hatte und zu einer CT-Untersuchung geschickt wurde.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Der Neurochirurg sah es sich an und sagte: &apos;Es gibt keine Hoffnung.&apos; Man konnte sehen, dass die Kugel den Kopf durchschlagen hatte. Ich weiß nicht, wie alt er war, aber jung&quot;, sagte sie.</p>
<p>Familienangehörige berichteten Gupta, dass sich die israelische Armee aus dem Gebiet etwa vier Kilometer vom Krankenhaus entfernt zurückgezogen habe.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Sie sagten, die Leute kehrten in ihre Häuser zurück, weil die Armee weg war. Aber die Scharfschützen blieben. Die Familien sagten, sie hätten das Feuer auf die Kinder eröffnet&quot;, sagte sie.</p>
<p><br /></p>
<p>Ärzte, die im Nasser-Krankenhaus im südlichen Gazastreifen arbeiten, berichten, dass in den ersten Wochen dieses Jahres mehr als zwei Dutzend Menschen, darunter auch Kinder, beim Betreten oder Verlassen des Krankenhauses durch offenbar gezieltes israelisches Feuer getötet wurden.</p>
<p><br /></p>
<p>Unter den Opfern war auch die 14-jährige Ruwa Qdeih. Laut Ärzten wurde sie vor dem Krankenhaus in Khan Younis erschossen, als sie Wasser holen wollte. Sie sagten, dass zu diesem Zeitpunkt keine Kämpfe in der Gegend stattfanden und dass sie durch einen einzigen Schuss getötet wurde, woraufhin Männer, die ihre Leiche bergen wollten, ebenfalls beschossen wurden.</p>
<p><br /></p>
<p>In Gaza-Stadt wurde der dreijährige Emad Abu al-Qura vor seinem Haus erschossen, als er mit seinem Cousin Hadeel, einem 20-jährigen Medizinstudenten, der ebenfalls getötet wurde, Obst kaufen wollte. Nach Angaben der Familie wurden sie von einem israelischen Scharfschützen beschossen.</p>
<p><br /></p>
<p>Auf einem Video, das die beiden zusammen auf der Straße liegend zeigt, ist Emad noch am Leben, nachdem er zuerst getroffen wurde und versucht, seinen Kopf zu heben. Weitere Schüsse treffen den Boden in der Nähe, darunter einer, der ein Brett neben Emad trifft. Die Mutter des Jungen sagte, er sei dann erneut getroffen und diesmal getötet worden.</p>
<p>Hadeels Vater, Haroon, hat die Schüsse gesehen.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Der Beschuss von Zivilisten ist ganz klar. Es handelt sich um ein absichtliches direktes Ziel, das darauf abzielt, Zivilisten ohne Grund zu töten, ohne dass es irgendwelche Ereignisse gibt, ohne dass es irgendeinen Widerstand gibt. Sie haben Hadeel und Emad absichtlich getötet&quot;, sagte er gegenüber Al Jazeera.</p>
<p><br /></p>
<p>Zu den weiteren jungen Opfern gehört der 14-jährige Nahedh Barbakh, der zusammen mit seinem 20-jährigen Bruder Ramez von Scharfschützen getroffen wurde, als sie Ende Januar dem Befehl des israelischen Militärs folgten, ein Gebiet westlich von Khan Younis zu verlassen, wie die in Genf ansässige Organisation Euro-Med Human Rights Monitor berichtet.</p>
<p>Einem von Euro-Med Monitor befragten Zeugen zufolge trug Nahedh eine weiße Fahne, um seiner Familie den Weg zu weisen, doch nachdem er nur wenige Schritte vom Haus entfernt war, wurde er von einer Kugel ins Bein getroffen. Als der Teenager versuchte, nach Hause zurückzukehren, wurde er in den Rücken und in den Kopf geschossen, so der Zeuge.</p>
<p>Ramez wurde ins Herz geschossen, als er versuchte, seinen Bruder zu retten.</p>
<p>Die Familie beschloss, dass es zu gefährlich sei, die Leichen zu bergen, und floh schließlich aus der Gegend, die Brüder blieben auf der Straße zurück. Ein letztes Foto zeigt Ramez über Nahedhs Körper gestreckt, mit der weißen Fahne zwischen ihnen verheddert.</p>
<p>Zeugen berichteten, die Schüsse seien vom Dach eines nahegelegenen Gebäudes gekommen, das von israelischen Soldaten übernommen worden war.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Eine neue Bedrohung: Quadcopter</strong></p>
<p><br /></p>
<p>Im Dezember erklärte die Palästinensische Rothalbmondgesellschaft, dass der 13-jährige Amir Odeh in ihrem Hauptquartier im Al-Amal-Krankenhaus in Khan Younis von einer israelischen Drohne getötet worden war. Die Familie teilte Euro-Med Monitor mit, dass er durch ein Fenster erschossen wurde, als er mit seinen Cousins im achten Stock des Gebäudes spielte, in dem sie Schutz vor den Kämpfen gesucht hatten. Die Tötung war besonders bemerkenswert, weil der einzige Schuss in die Brust von einem Drohnentyp stammte, der im Gazastreifen noch nie im Kampf eingesetzt wurde - einem Quadcopter, der mit einer Waffe, einer Kamera und einem Lautsprecher ausgestattet ist. Im Gegensatz zu anderen Drohnen sind Quadcopter in der Lage, über ihren Zielen zu schweben.</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Thaer Ahmad, ein Arzt aus Chicago, der als Freiwilliger in der Notaufnahme des Nasser-Krankenhauses arbeitete, sagte, dass Quadcopter manchmal in Schwärmen auftauchten und den Palästinensern den Befehl gaben, ein Gebiet zu räumen.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Wir haben unglaublich viele Geschichten von Menschen gehört, die sich von Verletzungen erholen, die von diesen Quadcoptern stammen, die Kugeln aus dem Himmel abfeuern&quot;, sagte er.</p>
<p>Ahmad sagte, dass einmal eine Drohne einem der Ärzte des Krankenhauses in den Kopf geschossen habe, dieser jedoch überlebt habe.</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Ahmed Moghrabi beschrieb auf Instagram, dass in der dritten Februarwoche &quot;Hunderte&quot; von Quadrocoptern über dem Nasser-Krankenhaus landeten und die Menschen aufforderten, das Gelände zu verlassen, bevor sie einige von ihnen töteten. Bei einer anderen Gelegenheit filmte er, wie Quadcopter den Palästinensern Anweisungen gaben, das Gebiet zu verlassen.</p>
<p>Obwohl das israelische Militär bereits früher Quadrocopter zur Nachrichtenbeschaffung eingesetzt hat, scheint dies das erste Mal zu sein, dass Versionen der Drohne, die Waffen abfeuern können, gegen die Palästinenser eingesetzt wurden.</p>
<p><br /></p>
<p>Prof. Ghassan Abu-Sittah, ein britisch-palästinensischer Chirurg, der kürzlich zum Rektor der Universität Glasgow gewählt wurde, sagte gegenüber Mondoweiss, einer linken israelisch-palästinensischen Nachrichtenseite, dass bei seiner Arbeit im Al-Ahli-Krankenhaus in Gaza-Stadt &quot;viele Menschen von diesen Quadcoptern, diesen Drohnen mit Scharfschützengewehren, erschossen wurden&quot;.</p>
<p><br /></p>
<p>Abu-Sittah, der in früheren Jahren bei Besuchen in Gaza von israelischen Scharfschützen verwundete Palästinenser operiert hat, beschrieb, dass die Quadcopter &quot;einzelne Schüsse mit hoher Geschwindigkeit&quot; abfeuerten.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Wir haben über 20 Schusswunden in Brust und Hals erhalten, die von israelischen Quadcopter-Drohnen abgefeuert wurden. Dies ist eine niedrig fliegende Scharfschützen-Drohne&quot;, schrieb er auf X.</p>
<p><br /></p>
<p>Zu den von Euro-Med Monitor dokumentierten Quadcopter-Tötungen gehören zwei Kinder, die am 21. Januar erschossen wurden, als Drohnen das Feuer auf die al-Aqsa-Universität in der Nähe von Khan Younis eröffneten, wo Tausende vertriebener Palästinenser Zuflucht gefunden hatten. Im darauf folgenden Monat erschoss eine Drohne Elyas Abu Jama, einen 17-Jährigen, der nach Angaben seiner Familie geistig und körperlich behindert war, vor seinem Zelt in einem Vertriebenenlager in Rafah. Laut Euro-Med Monitor tötete ein Quadcopter am selben Tag den 16-jährigen Mahmoud al-Assar und seine 21-jährige Schwester Asmaa.</p>
<p><br /></p>
<p>Thaer Ahmad verbrachte im Januar drei Wochen im Nasser-Krankenhaus als Freiwilliger der medizinischen Hilfsorganisation MedGlobal. Normalerweise arbeitet er in einem Traumazentrum in Chicagos South Side, wo er regelmäßig Schussverletzungen behandelt.</p>
<p>&quot;In den drei Wochen, in denen ich im Nasser-Krankenhaus war, habe ich mehr Kindertraumata behandelt als in den 10 Jahren, in denen ich in den USA praktiziert habe&quot;, sagte er.</p>
<p>Der Arzt sagte, er habe fünf Kinder behandelt, von denen er glaubt, dass sie von Scharfschützen erschossen wurden, weil die Platzierung der Kugeln darauf hindeutet, dass sie nicht zufällig getroffen wurden, sondern gezielt.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Die meisten wurden in den Brustkorb, den Brustbereich und einige in den Unterleib geschossen. Einem Jungen wurde ins Gesicht geschossen. Das Ergebnis war ein zertrümmerter Kiefer. Es gab zwei Kinder, denen in die Brust geschossen wurde, sie waren jung, unter 10 Jahre alt, und überlebten nicht. Zwei andere, von denen eines in den Bauch geschossen wurde, überlebten. Sie erholten sich noch im Krankenhaus, als ich ging&quot;, sagte er.</p>
<p>Ahmad wies darauf hin, dass die Kinder oft von &quot;einer großkalibrigen Kugel&quot; getroffen wurden, die verheerende Wunden verursachen kann.</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Irfan Galaria, ein Chirurg aus Virginia, schlief im Januar als Freiwilliger zwischen seinen Schichten auf dem Boden des Operationssaals des europäischen Krankenhauses. Auch er sah Kinder, die durch hochkalibrige Kugeln schwer verwundet worden waren.</p>
<p><br /></p>
<p>Galaria berichtete, dass ein 14-jähriger Junge im Krankenhaus ankam, der einen Schuss in den Rücken erhalten hatte. Als die Chirurgen operierten, fanden sie eine Kugel im Magen des Jungen.</p>
<p>&quot;Er hatte großes Glück, denn sie verfehlte viele lebenswichtige Organe, aber sie saß einfach in seinem Bauch&quot;, sagte er.</p>
<p><br /></p>
<p>Der Chirurg machte ein Foto des Geschosses, das ehemalige IDF-Soldaten im Gespräch mit dem Guardian als ein starkes Geschoss des Kalibers .50 identifizierten, das typischerweise aus einem auf einem gepanzerten Fahrzeug montierten Maschinengewehr abgefeuert wird, obwohl es auch in Scharfschützengewehren verwendet wurde. Sie sagten, dass fahrzeugmontierte Geschütze oft über fortschrittliche Zielsysteme verfügen, die es ihnen ermöglichen, gezielt zu schießen, dass aber eine große Anzahl von .50-Geschossen ohne präzise Zielvorgabe abgefeuert werden kann, was es schwierig macht, festzustellen, ob das Kind ins Visier genommen worden war.</p>
<p><br /></p>
<p>Zu den anderen Kugeln, die bei jungen Palästinensern gefunden wurden, gehören 5,56-mm-Geschosse, die zur Standardausrüstung aller IDF-Infanteriegewehre gehören, aber auch von Scharfschützen in allen Infanterieeinheiten verwendet werden.</p>
<p><br /></p>
<p>Gupta legte dem Guardian CT-Scans von Kindern mit Kopfwunden vor. Darunter befand sich auch das Bild eines achtjährigen Mädchens, das ein Pathologe als &quot;Schusswunde in den Kopf auf der rechten Seite mit Einschuss im Gehirn (medialer rechter Temporallappen)&quot; beschrieb.</p>
<p>Obwohl die Ärzte über die Zahl der Kinder schockiert waren, sagten sie, dass sie glauben, dass die Schüsse Teil eines umfassenderen Musters von Angriffen auf palästinensische Zivilisten, einschließlich älterer Menschen, waren.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Die große Mehrheit der Menschen, die wir gesehen haben, waren keine Kämpfer&quot;, sagte Ahmad. &quot;Da war eine ältere Frau, die auf einem Eselskarren saß, als sie erschossen wurde. Die Kugel steckte in ihrer Wirbelsäule, und sie war von der Taille abwärts gelähmt, außerdem kollabierte ihre Lunge. Sie war zwischen 60 und 70 Jahre alt.&quot;</p>
<p> </p>
<p><strong>Scharfschützenwunden waren üblich</strong></p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Osaid Alser half dabei, eine Gruppe von Ärzten außerhalb des Gazastreifens zu organisieren, um den einzigen im Nasser-Krankenhaus verbliebenen palästinensischen Allgemeinchirurgen, der nur über begrenzte Erfahrung verfügte, aus der Ferne zu beraten.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Scharfschützenwunden waren häufig, ebenso wie Schüsse aus Quadcoptern&quot;, sagte Alser, der in Gaza-Stadt aufgewachsen ist und jetzt in Texas lebt.</p>
<p><br /></p>
<p>Ärzte erklärten, dass die Schüsse von Scharfschützen auch für zahlreiche Amputationen und langfristige Behinderungen verantwortlich seien, was bei Kindern umso schlimmer sei, da eine Kugel bei kleinen Körpern oft mehr Schaden anrichte.</p>
<p><br /></p>
<p>Alser argumentierte, dass es oft möglich sei, Scharfschützenschüsse zu unterscheiden.</p>
<p>&quot;Wenn es sich um einen Scharfschützen handelt, handelt es sich in der Regel um ein größeres Geschoss, das deutlich mehr Schaden anrichtet und eine höhere Stoßwellenenergie hat als ein kleineres Gewehr oder eine Pistole. Wenn es sich um einen Scharfschützen handelt, kann es zu einer Amputation der Gliedmaßen kommen, weil die Gefäßstruktur beschädigt wird - Nerven, Knochen, Weichteile, alles&quot;, sagte er.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Ein anderes Muster ist die Verletzung des Rückenmarks, wenn Menschen mitten in den Bauch oder in den Rücken geschossen werden. Eine Verletzung des Rückenmarks ist nicht unbedingt tödlich, es sei denn, es handelt sich um den Hals, aber sie kann zu Behinderungen führen.“</p>
<p>Alser sagte, dass einer seiner älteren Verwandten, ein Pionier der Zahnmedizin in Gaza, unter den offensichtlichen Opfern eines Scharfschützen war.</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Mohammed Al Madhoun wurde vermisst, nachdem er sich im Dezember wegen einer chronischen Erkrankung in einem Wohltätigkeitskrankenhaus westlich von Gaza-Stadt behandeln ließ. Die Leiche des 73-Jährigen wurde eine Woche später in der Nähe des Krankenhauses zusammen mit der seines Großneffen gefunden. Sie waren beide erschossen worden.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Das Verletzungsmuster und das Ausmaß der Beschädigung durch die Kugel waren beträchtlich, und dies wird hauptsächlich von einem Scharfschützen verursacht&quot;, sagte Alser, der die CT-Scans der Verletzungen untersuchte. &quot;Er war offensichtlich alt. Man würde nicht erwarten, dass ein 73-Jähriger ein Ziel ist, oder?“</p>
<p><br /></p>
<p>Der Arzt sagte, dass unter den Fällen, die er aus der Ferne untersucht hat, auch andere ältere Menschen waren, darunter eine Frau in ihren 70ern.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Sie wurde von einem Scharfschützen angeschossen und hatte eine massive Kopfblutung. Das ist nicht zu überleben. Sie starb ein oder zwei Tage später&quot;, sagte er.</p>
<p> </p>
<p><strong>Die „moralischste“ Armee der Welt</strong></p>
<p><br /></p>
<p>Im Oktober bezeichnete Israels Premierminister Benjamin Netanjahu die IDF als &quot;die moralischste Armee der Welt&quot;. Das israelische Militär behauptet, sich von einer Doktrin der &quot;Reinheit der Waffen&quot; leiten zu lassen, die es den Soldaten verbietet, &quot;unbeteiligte Zivilisten&quot; zu verletzen.</p>
<p><br /></p>
<p>Israelische und internationale Menschenrechtsgruppen sagen jedoch seit langem, dass das Versäumnis des Militärs, seine eigenen Standards durchzusetzen - und seine Bereitschaft, Verstöße zu vertuschen - zu einem Klima der Straffreiheit für Soldaten beigetragen hat, die auf Zivilisten zielen.</p>
<p><br /></p>
<p>Die Gruppen sagen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt äußerst schwierig ist, das Ausmaß solcher Schießereien im Gazastreifen zu quantifizieren, nicht zuletzt, weil ihre eigenen Mitarbeiter oft vertrieben und angegriffen werden. Miranda Cleland von Defense for Children International Palestine sagte jedoch, dass es im Laufe der Jahre ein &quot;klares Muster israelischer Streitkräfte gegeben habe, die palästinensische Kinder in Situationen, in denen die Kinder keine Gefahr für die Soldaten darstellten, mit tödlicher Gewalt angriffen&quot;.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Im besetzten Westjordanland schießen israelische Soldaten routinemäßig Kindern in den Kopf, in die Brust oder in den Unterleib, alles Bereiche, in denen ein Kind schnell verblutet, wenn es nicht sofort getötet wird. Viele dieser Kinder werden von den israelischen Streitkräften aus großer Entfernung erschossen, manchmal aus mehr als 500 Fuß Entfernung, wozu nur ein ausgebildeter militärischer Scharfschütze in der Lage wäre&quot;, sagte sie.</p>
<p><br /></p>
<p>Die israelische Gruppe &quot;Breaking the Silence&quot; hat Zeugenaussagen von IDF-Soldaten aus früheren Konflikten gesammelt, die sagten, sie hätten palästinensische Zivilisten nur deshalb erschossen, weil sie sich an einem Ort aufhielten, an dem sie nicht sein sollten, obwohl sie offensichtlich keine Kämpfer waren.</p>
<p><br /></p>
<p>Scharfschützen der IDF brüsteten sich damit, unbewaffnete palästinensische Demonstranten, darunter auch junge Menschen, während der fast zwei Jahre andauernden Demonstrationen am Grenzzaun zum Gazastreifen im Frühjahr 2018 in die Knie geschossen zu haben.</p>
<p><br /></p>
<p>Ein ehemaliger Scharfschütze der israelischen Armee, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte gegenüber dem Guardian, dass die Vorschriften der IDF für den offenen Beschuss so weit gefasst seien, dass ein Soldat einen großen Spielraum habe, auf jeden zu schießen, sobald ein Gebiet zur Kampfzone erklärt werde.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Das Problem sind die Vorschriften, die es Soldaten ermöglichen, einfach auf Palästinenser zu schießen. Meiner Erfahrung nach wollen die meisten Soldaten, die abdrücken, nur diejenigen töten, die getötet werden sollten, aber es gibt auch solche, die alle Araber als Feinde betrachten und jeden Grund finden, um zu schießen, oder gar keinen&quot;, sagte er und fügte hinzu, dass ein System der Straffreiheit solche Soldaten schützt.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Selbst wenn sie sich nicht an die Vorschriften halten, werden sie vom System geschützt. Die Armee wird sie decken. Die anderen Soldaten in der Einheit werden nicht widersprechen oder sie werden einen weiteren toten Araber feiern. Es gibt keine Rechenschaftspflicht, so dass selbst die lockersten Vorschriften keine wirkliche Bedeutung haben.&quot;</p>
<p><br /></p>
<p>Die israelische Menschenrechtsgruppe B&apos;Tselem bezeichnete die IDF-Vorschriften für offenes Feuer als &quot;nicht mehr als einen Anschein von Legalität&quot;, auch weil sie &quot;immer wieder verletzt werden&quot;.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Abgesehen von einer Handvoll Fällen, in die in der Regel rangniedrige Soldaten verwickelt waren, ist niemand wegen der Verletzung von Palästinensern vor Gericht gestellt worden&quot;, so die Gruppe.</p>
<p><br /></p>
<p>In einem der berüchtigtsten Fälle von Soldaten, die in den besetzten Gebieten auf kleine Kinder schossen, feuerte ein Hauptmann der Armee 2004 das gesamte Magazin seines automatischen Gewehrs auf ein 13-jähriges palästinensisches Mädchen, Iman al-Hams, ab, nachdem sie in eine Sicherheitszone eingedrungen war, obwohl sie keine unmittelbare Bedrohung darstellte und seine eigenen Soldaten ihm sagten, sie sei &quot;ein kleines Mädchen&quot;, das &quot;zu Tode erschrocken&quot; sei. Der Hauptmann wurde von einem Militärgericht vom Vorwurf des Fehlverhaltens freigesprochen.</p>
<p><br /></p>
<p>Das israelische Militär hat auch eine lange Geschichte der Vertuschung der Tötung von Kindern.</p>
<p>Nachdem der 11-jährige Khalil al-Mughrabi 2001 beim Fußballspielen in Rafah erschossen wurde, forderte die israelische Menschenrechtsorganisation B&apos;Tselem in einem Schreiben an die IDF eine Untersuchung.</p>
<p><br /></p>
<p>Monate später erklärte das Büro des Generalstaatsanwalts gegenüber B&apos;Tselem, Khalil sei von Soldaten erschossen worden, die &quot;zurückhaltend und kontrolliert&quot; gehandelt hätten, um einen Aufruhr in der Gegend aufzulösen. Die IDF machten jedoch den Fehler, eine Kopie ihrer geheimen internen Untersuchung beizufügen, in der es hieß, dass der Aufruhr viel früher am Tag stattgefunden hatte und dass die Soldaten, die das Feuer auf das Kind eröffneten, sich einer &quot;ernsthaften Abweichung von den verbindlichen Verhaltensnormen&quot; schuldig gemacht hatten.</p>
<p>Die leitende Militärstaatsanwältin, Oberst Einat Ron, nannte dann alternative falsche Szenarien, die B&apos;Tselem angeboten werden sollten, um das Verbrechen zu vertuschen.</p>
<p><br /></p>
<p>Kürzlich wurde die IDF beschuldigt, zu lügen, um die Erschießung der palästinensisch-amerikanischen Journalistin Shireen Abu Akleh zu vertuschen, die mit ziemlicher Sicherheit von einem israelischen Scharfschützen begangen wurde. Das Militär gab zunächst den Palästinensern die Schuld und behauptete dann fälschlicherweise, Abu Akleh sei bei einem Feuergefecht ins Kreuzfeuer geraten. Ihr Arbeitgeber, Al Jazeera, legte Videobeweise vor, die belegen, dass es kein Feuergefecht gab und dass mindestens ein israelischer Soldat auf die Journalistin zielte.</p>
<p><br /></p>
<p>Die kanadische Ärztin Alvi verließ den Gazastreifen in der dritten Februarwoche, als die israelischen Streitkräfte mit einem Bodenangriff auf Rafah drohten. Alvi gründete die in den USA ansässige Wohltätigkeitsorganisation Humanity Auxilium, die mit Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch, vertriebenen Syrern und Überlebenden des Erdbebens in der Türkei gearbeitet hat.</p>
<p>&quot;Dies ist kein normaler Krieg. Der Krieg in der Ukraine hat in zwei Jahren 500 Kinder getötet, der Krieg im Gazastreifen hat in weniger als fünf Monaten mehr als 10.000 Kinderleben gefordert. Wir haben schon früher Kriege erlebt, aber dieser ist ein dunkler Fleck für unsere Menschheit.&quot;</p>
<p>_______________________________________________________________________</p>
<p> </p>
<p>An dieser Stelle sei an den <u><a href="https://www.latimes.com/opinion/story/2024-02-16/rafah-gaza-hospitals-surgery-israel-bombing-ground-offensive-children" rel="noreferrer" target="_blank">Bericht</a></u> des auch in diesem Artikel erwähnten amerikanischen Arztes Irfan Galaria in der Los Angeles Times vom 16. Februar 2024 erinnert:</p>
<p>„<em>Einmal wurde eine Handvoll Kinder, alle im Alter von 5 bis 8 Jahren, von ihren Eltern in die Notaufnahme getragen. Alle hatten einzelne Schüsse von Heckenschützen in den Kopf bekommen. Die Familien waren auf dem Rückweg zu ihren Häusern in Khan Yunis, etwa 2,5 Meilen vom Krankenhaus entfernt, nachdem sich die israelischen Panzer zurückgezogen hatten. Doch die Scharfschützen blieben offenbar zurück. Keines dieser Kinder überlebte</em>.“</p>
<p><br /></p>
<p>Sowie an die 57jährige Palästinenserin <u><a href="https://edition.cnn.com/2024/01/26/middleeast/hala-khreis-white-flag-shooting-gaza-cmd-intl/index.html   " rel="noreferrer" target="_blank">Hala Khreis</a></u>, die ihren vierjährigen Enkel an der Hand hielt, als sie im Jänner von einem israelischen Scharfschützen hingerichtet wurde.</p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_826831825a464aa1860005319f38386d~mv2.jpg/v1/fit/w_720,h_485,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Das Al Shifa Krankenhaus liegt nach dem Rückzug der israelischen Armee in Trümmern]]></title><description><![CDATA[Lost for words. Tweet von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, 31.03.2024 Die israelische Armee zog sich gestern nach über...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/das-al-shifa-krankenhaus-liegt-nach-dem-r%C3%BCckzug-der-israelischen-armee-in-tr%C3%BCmmern</link><guid isPermaLink="false">660be149bb0c045d5b309d6f</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Tue, 02 Apr 2024 10:50:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_cb21a53b89224542a94641d4a38b4804~mv2.webp/v1/fit/w_1000,h_780,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Lost for words.</em></p>
<p style="text-align: right;">Tweet von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, 31.03.2024</p>
<p><br /></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Die israelische Armee zog sich gestern nach über zweiwöchiger Invadierung aus dem größten Krankenhaus von Gaza zurück und hinterließ eine Trümmerlandschaft mit zerstörten Gebäuden sowie mindestens 300 Toten, darunter ÄrztInnen und Pflegepersonal, PatientInnen und Menschen, die am Krankenhausgelände Schutz gesucht hatten. Zahlreiche Personen wurden verhaftet, ihr Verbleib ist unbekannt.</em></p>
<p><br /></p>
<p>Mindestens 21 PatientInnen seien seit Beginn der Invadierung gestorben, teilte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, auf X mit. Noch über 100 Patienten sollen sich im zerstörten Gebäude befinden, darunter vier Kinder und 28 PatientInnen in kritischem Zustand. Tedros Adhanom Ghebreyesus fügte hinzu, dass es keine Windeln, Urinbeutel oder Wasser zum Reinigen der Wunden gebe und die PatientInnen an infizierten Wunden und Dehydrierung litten.</p>
<p><br /></p>
<p>Hossam Shabat, Journalist aus Gaza, berichtete gestern vor Ort: „In den letzten 6 Monaten habe ich ununterbrochen über die Geschehnisse in Gaza berichtet, aber was ich heute bei meinem Besuch im Al-Shifa-Krankenhaus gesehen habe, war mit nichts zu vergleichen, was ich je zuvor erlebt habe. Die israelischen Besatzungstruppen haben 300 Palästinenser in und um das Krankenhaus herum getötet. (…) Die Leichen befanden sich in einem entsetzlichen Zustand, viele hatten Hände und Beine auf dem Rücken gefesselt und waren von einem Bulldozer plattgedrückt worden. (…) Mehrere Leichen waren verwest und teilweise von streunenden Hunden angefressen. Die meisten Toten waren nicht zu erkennen; die Familien konnten sie nur anhand ihrer Kleidung identifizieren.“</p>
<p><br /></p>
<p>Raed al-Nims, ein Vertreter des Palästinensischen Roten Halbmonds, berichtete, viele Abteilungen des Al-Shifa-Krankenhauses seien &quot;in Brand gesetzt&quot; worden und &quot;viele Leichen&quot; liegen auf dem Boden herum: &quot;Die Lage ist katastrophal. Das medizinische Personal, einige von ihnen wurden getötet, andere gefoltert, andere festgehalten, und vor allem wurden sie seit zwei Wochen belagert, ohne jegliche medizinische Versorgung oder gar Lebensmittel und Wasser. <em>Shifa </em> bedeutet &quot;Heilung&quot;. Es ist ein Haus der Heilung. Mit der Zerstörung des Krankenhauses durch das israelische Militär wurden auch tausend Häuser in der Umgebung zerstört.“</p>
<p><br /></p>
<p>Das Al-Shifa-Krankenhaus war das größte und wichtigste Krankenhaus im Gazastreifen, in dem auch komplexere Fälle behandelt werden konnten. Es wurde nun vollständig zerstört, große Teile niedergebrannt und die gesamte medizinische Ausrüstung vernichtet.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Dr. Tanya Haj-Hassan: Ein direkter und systematischer Angriff auf die Gesundheitsversorgung Gazas</strong></p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Tanya Haj-Hassan, Ärztin für pädiatrische Intensivmedizin, die vor dem Krieg in Gaza medizinisches Personal unterrichtete und seit Oktober 2023 mehrmals für Ärzte ohne Grenzen in Gaza war, widersprach in einem Interview mit Sky-News den Behauptungen der israelischen Armee, sie würden ZivilistInnen und medizinisches Personal bei Angriffen auf Spitäler schützen:</p>
<p>„Sie [die israelische Armee, Anm.] haben Dutzende von Menschen hingerichtet, ohne jede Vorwarnung, darunter auch einen unserer Kollegen, Dr. Ahmad Maqadmeh, einen sehr erfahrenen plastischen Chirurgen. Ihn und seine Mutter, die ebenfalls Ärztin ist. Sie haben Menschen ohne Umschweife hingerichtet. Und auch von vielen, die jetzt inhaftiert wurden, haben wir nichts mehr gehört.</p>
<p><br /></p>
<p>Frühere Studenten von mir, die festgenommen wurden, junge Ärzte, die festgenommen wurden. Wir wissen nicht, ob sie tot oder lebendig sind. Manche von ihnen sind seit über 100 Tagen verschwunden. (..) Dies ist eine Vernichtung jener Menschen, die heilen. Dies ist ein direkter Angriff auf das Gesundheitspersonal. </p>
<p>Ich möchte nur ganz kurz schildern, was mir die Mitarbeiter des Gesundheitswesens dort berichten: Sie sagen, dass sie sich, wenn sie das Krankenhaus verlassen, Zivilkleidung anziehen müssen, weil das Tragen von OP-Kleidung für sie bedeutet, dass sie eine Zielscheibe auf dem Rücken haben. So systematisch wurde das Gesundheitswesen ins Visier genommen. Und offen gesagt, was wir in den letzten 24 Stunden im Al-Shifa-Krankenhaus und im Al-Aqsa-Krankenhaus gesehen haben, und was ich für die übrigen Krankenhäuser im Gazastreifen befürchte, weil es ein Muster ist (…), ist ein direkter und systematischer Angriff auf die Gesundheitsversorgung, der durch nichts zu rechtfertigen ist.&quot;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Dr. Ghassan Abu-Sittah: „Ich gebe den westlichen Journalisten die Schuld, die das Narrativ aufrechterhalten haben, dass ein Krankenhaus ein gerechtfertigtes und akzeptables Ziel für einen Angriff darstellt.“</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Der britisch-palästinensische plastische Chirurg Dr. Ghassan Abu-Sittah, der über einen Monat lang Patienten in den Krankenhäusern Al-Shifa und Al-Ahli behandelt hatte, sprach in einem Interview mit Amy Goodman von Democracy Now zunächst über seinen getöteten Kollegen Dr. Ahmad Maqadmeh:</p>
<p> </p>
<p>„Zunächst möchte ich, wenn Sie mir gestatten, Amy, meinem Freund und Kollegen Dr. Ahmad Maqadmeh Tribut zollen, einem jungen, brillanten plastischen Chirurgen, mit dem ich während des Krieges im Al-Shifa und im Al-Ahli-Krankenhaus zusammengearbeitet habe. Und ich hatte mit ihm schon während des 21er-Krieges und während der Märsche der Rückkehr zusammengearbeitet. Seine Leiche und die seiner Mutter wurden heute gefunden, als sich die israelischen Truppen zurückzogen. Sie wurden von der israelischen Armee hingerichtet, als sie versuchten, aus dem Al-Shifa zu fliehen.</p>
<p> </p>
<p>Dr. Ahmad war ein brillanter und engagierter junger Chirurg, der mit dem humanitären Stipendium des Royal College of Surgeons of England ausgezeichnet worden war. Es ist wichtig, dass wir uns an ihre Namen und ihre Geschichten erinnern. Und heute möchte ich seiner Frau und seinen beiden Kindern, die jünger als 5 Jahre alt sind und nun ohne Ehemann und Vater dastehen, mein Mitgefühl aussprechen. Zusammen mit so vielen meiner Kollegen, die wir verloren haben, ist dies der zweite plastische Chirurg, mit dem ich am Al-Shifa zusammengearbeitet habe, der von den Israelis getötet wurde. Mehr als 345 Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter wurden bisher getötet, absichtlich und gezielt.</p>
<p> </p>
<p>Was nun das Al-Shifa Krankenhaus betrifft, so war das Al-Shifa 30 % der Kapazität des Gesundheitssystems in Gaza. Die mutwillige Zerstörung des Al-Shifa ist also ein entscheidender Bestandteil des israelischen Plans, durch Völkermord sicherzustellen, dass der Gazastreifen auch nach einem Waffenstillstand unbewohnbar wird. Indem sie das Al-Shifa zerstören und dafür sorgen, dass es irreparabel ist, versucht Israel sicherzustellen, dass Gaza auf Jahre hinaus kein funktionierendes Gesundheitssystem hat. Das Al-Shifa muss nun vollständig abgerissen und ein neues Gebäude und ein neues Krankenhaus gebaut werden, was bedeutet, dass man mit drei bis fünf Jahren rechnen muss, sobald der Bau beginnt. (…) </p>
<p><br /></p>
<p>Ich gebe den westlichen Journalisten die Schuld, die das Narrativ aufrechterhalten haben, dass ein Krankenhaus ein gerechtfertigtes und akzeptables Ziel für einen Angriff darstellt.“</p>
<p> </p>
<p><br /></p>
<p><em>Weitere Informationen:</em></p>
<p><br /></p>
<p><u><a href="https://www.theguardian.com/world/video/2024/apr/01/gaza-al-shifa-hospital-ruins-israeli-forces-withdraw-video   " rel="noreferrer" target="_blank">Bilder</a></u> des zerstörten Al-Shifa Krankenhauses und dessen Umgebung:</p>
<p>“Genocidal Machine”: Dr. Ghassan Abu-Sittah on Israel’s Destruction of Gaza’s Hospitals</p>
<p><u><a href="https://www.democracynow.org/2024/4/1/gaza_hospital_destruction_al_shifa" rel="noreferrer" target="_blank">Vollständiges Interview</a></u> mit Dr. Ghassan Abu Sittah (in englischer Sprache)</p>
<p>“<u><a href="https://www.democracynow.org/2024/3/28/gaza_msf" rel="noreferrer" target="_blank">The Worst of What Humanity Is Capable Of”:</a></u> Pediatrician Dr. Tanya Haj-Hassan on What She Saw in Gaza</p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_cb21a53b89224542a94641d4a38b4804~mv2.webp/v1/fit/w_1000,h_780,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><strong>7 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der World Central Kitchen in Gaza getötet</strong></p>
<p><br /></p>
<p>World Central Kitchen (WCK) gab heute früh bekannt, dass sieben Mitglieder der NGO bei einem Angriff der israelischen Armee in Gaza getötet wurden.</p>
<p>Das WCK-Team war mit zwei gepanzerten Fahrzeugen, die mit dem WCK-Logo versehen waren, und einem weiteren Fahrzeug in einer Sicherheitszone unterwegs. Die MitarbeiterInnen trugen Schutzwesten mit dem WCK-Logo.</p>
<p>Obwohl der Konvoi seine Route mit der israelischen Armee koordiniert hatte, wurde er angegriffen, als er ein Lagerhaus für Nahrungsmittel in Deir al-Balah verließ.</p>
<p>&quot;Dies ist nicht nur ein Angriff auf WCK, sondern auch auf humanitäre Organisationen im Allgemeinen, die in den schlimmsten Situationen, in denen Lebensmittel als Kriegswaffe eingesetzt werden, Hilfe leisten. Das ist unverzeihlich&quot;, sagte die Geschäftsführerin von World Central Kitchen, Erin Gore.</p>
<p>Die sieben Getöteten stammen aus Australien, Polen, Großbritannien, USA/Kanada (Doppelstaatsbürger) und Palästina.</p>
<p><br /></p>
<p><u><a href="https://wck.org/news/gaza-team-update " rel="noreferrer" target="_blank">Presseaussendung</a></u> WCK (in englischer Sprache)</p>
<p> </p>
<p><br /></p>
<p><strong>Haaretz: Todeszonen in Gaza</strong></p>
<p><br /></p>
<p><em>Wie die israelische Tageszeitung Haaretz am Wochenende </em><u><a href="https://www.haaretz.com/israel-news/2024-03-31/ty-article-magazine/.premium/israel-created-kill-zones-in-gaza-anyone-who-crosses-into-them-is-shot/0000018e-946c-d4de-afee-f46da9ee0000" rel="noreferrer" target="_blank"><em>berichtete</em></a></u><em>, hat Israel in Gaza sogenannte Todeszonen eingerichtet. Jeder, der sie betritt, wird erschossen.</em></p>
<p>Nach Angaben der israelischen Armee wurden seit Beginn des Gaza-Krieges 9.000 Terroristen getötet. Verteidigungsbeamte und Soldaten sagen jedoch gegenüber Haaretz, dass es sich dabei oft um ZivilistInnen handelt, deren einziges Verbrechen darin bestand, eine von der israelischen Armee gezogene, unsichtbare Linie zu überschreiten.</p>
<p>Von den 32.782 getöteten Palästinensern behauptet die IDF, dass etwa 9.000 Terroristen waren. Reserveoffiziere und andere Verteidigungsbeamte bezweifeln nun jedoch, wer tatsächlich ein &quot;Terrorist&quot; ist und wie viele unbewaffnete Palästinenser post mortem in den Status eines &quot;Terroristen&quot; erhoben wurden, um zu zeigen, dass Israel &quot;dem Sieg nahe ist&quot;.</p>
<p>Ken Roth, Gründer von Human Rights Watch und Spezialist für internationales Recht, dazu: &quot;Wenn die israelischen Streitkräfte ad hoc &apos;Tötungszonen&apos; einrichten und jeden angreifen, der sie betritt, wäre das ein klarer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht, vor dem Schießen zwischen Kombattanten und Zivilisten zu unterscheiden – also ein Kriegsverbrechen.“</p>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[30. März: Tag des Bodens – Yoom al Ard]]></title><description><![CDATA[„Wir nähern uns dem 48. Tag des Bodens, und es besteht kein Zweifel daran, dass der 30. März in diesem Jahr unter einem ganz anderen...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/30-m%C3%A4rz-tag-des-bodens-yoom-al-ard</link><guid isPermaLink="false">6605c1ffea2a89be84208e7f</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Thu, 28 Mar 2024 19:16:24 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_3e1c3155876848c083908dd32b25083a~mv2.png/v1/fit/w_1000,h_924,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">„</span><em><span style="color: rgb(0, 0, 0);">Wir nähern uns dem 48. Tag des Bodens, und es besteht kein Zweifel daran, dass der 30. März in diesem Jahr unter einem ganz anderen Stern stehen wird: Die Palästinenser in Gaza werden getötet und ausgehungert, und das seit fast sechs Monaten, in denen der Gazastreifen systematisch zerstört wurde. Israel hat die zivile Infrastruktur angegriffen, darunter Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Gotteshäuser sowie staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen. Auch die Gebäude des UNRWA wurden angegriffen und zerstört. Der Gazastreifen ist im wahrsten Sinne des Wortes unbewohnbar</span></em><span style="color: rgb(0, 0, 0);">.“</span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">Dr. Amira Abo elFetouh</span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><em><span style="color: rgb(0, 0, 0);">„In weniger als sechs Monaten hat Israel den Gazastreifen zerstört und die gesamte zivile Infrastruktur und die landwirtschaftlichen Flächen ausgelöscht oder schwer beschädigt.“</span></em></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">Francesca Albanese, UN-Sonderberichterstatterin</span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"><strong>Am 30. März 2024, gedenken wir dem Tag des Bodens (arabisch Yoom al Ard).</strong></span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">Der Tag des Bodens geht auf ein Ereignis im Norden Israels aus dem Jahr 1976 zurück. Bei Protesten gegen die Enteignung durch die israelische Regierung von 20,000 Dunum Land rund um palästinensische Dörfer in Galiläa wurden sechs israelische PalästinenserInnen, drei Männer und drei Frauen, erschossen und mehr als hundert PalästinserInnen verletzt. Jedes Jahr versammelte sich seither am 30. März die palästinensische Bevölkerung in Israel und in den besetzten palästinensischen Gebieten, um an diese Ereignisse zu erinnern und um auf Israels weiterhin andauernde Besatzung, Siedlerkolonialismus und Landannexion aufmerksam zu machen.</span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">Der Tag des Bodens brachte eine signifikante Änderung in der Geschichte der in Israel lebenden PalästinenserInnen mit sich. Durch ihn wurden sie zu einer wahrnehmbaren politischen und sozialen Kraft, die nicht länger von Israel ignoriert werden konnte. Der Tag des Bodens verdeutlichte ihre palästinensische Identität und ihren politischen Kampf für Gerechtigkeit und Gleichheit sowie gegen Unterdrückung und Besatzung.</span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">Der Tag des Bodens ist auch im Jahr 2024 aktueller denn je. Abseits der Katastrophe in Gaza, die bereits als eine neue Nakba gilt, wird der israelische Siedlungsbau weiterhin vorangetrieben, nach wie vor wird palästinensisches Land enteignet und der palästinensischen Bevölkerung somit nicht nur Grund und Boden, sondern auch wertvolle Ressourcen, wie beispielsweise Wasser, genommen. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Israel 800 Hektar Land im Westjordanland völkerrechtswidrig annektiert, es handelt sich dabei um den größten Raub von Land in den palästinensischen Gebieten seit den Oslo-Abkommen von 1993.</span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">Die israelische Siedlungspolitik gilt nicht nur als völkerrechtswidrig, sondern auch als eine der Haupthindernisse für einen gerechten Frieden. In mehr als fünf Jahrzehnten der Besatzung haben sich so über 196 von Israel angelegte Siedlungen im Westjordanland und Ostjerusalem auf palästinensischem Land entwickelt, hinzukommen über 200 Siedler-Außenposten. Heute leben über 750 000 israelische SiedlerInnen in Ostjerusalem und im Westjordanland. Das Vorantreiben des für den israelischen Staat lukrativen Siedlungsbaus geht immer einher mit der Enteignung von palästinensischem Land und betrifft vor allem fruchtbare Regionen in den palästinensischen Gebieten.</span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">Nicht zuletzt ist die israelische Siedlungspolitik, wie auch von den drei Menschenrechtsorganisationen B’Tselem (Jänner 2021), Human Rights Watch (April 2021) und Amnesty International (Februar 2022) bestätigt, eng mit der israelischen Apartheidpolitik verknüpft, mit all ihren gravierenden Auswirkungen auf die palästinensische Zivilbevölkerung.</span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);"> </span></p>
<p><span style="color: rgb(0, 0, 0);">„Der fortwährende Landraub von Seiten Israels lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei der israelischen Besatzung nicht um eine militärische handelt, sondern um eine siedlerkolonialistische“, so Botschafter Salah Abdel Shafi. „Zudem zeigt der seit nun sechs Monaten andauernde Völkermord in Gaza, dass das geraubte Land auch ethnisch gesäubert wird – Israel will Land und Boden ohne dessen ursprüngliche Bewohnerinnen und Bewohner.“</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_3e1c3155876848c083908dd32b25083a~mv2.png/v1/fit/w_1000,h_924,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Bericht von UNICEF Sprecher James Elder aus Gaza: „Die Kinder sind gefangen in einem Kreislauf des Leidens.“]]></title><description><![CDATA[Seit einigen Tagen ist UNICEF-Sprecher James Elder wieder in Gaza. Im folgenden Statement berichtet er über seine Eindrücke vor Ort: „Ich...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/bericht-von-unicef-sprecher-james-elder-aus-gaza-die-kinder-sind-gefangen-in-einem-kreislauf-des-l</link><guid isPermaLink="false">6604134f0d1b8a4ac7bc5fb6</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Wed, 27 Mar 2024 12:41:29 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_f9ea3a400c54417e99672191e47d7885~mv2.jpg/v1/fit/w_512,h_350,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Seit einigen Tagen ist UNICEF-Sprecher James Elder wieder in Gaza. Im folgenden </span><u><a href="https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/gaza-kinder-sind-gefangen-in-kreislauf-des-leidens/352370" rel="noreferrer" target="_blank"><span style="color: #000000;">Statement</span></a></u><span style="color: #000000;"> berichtet er über seine Eindrücke vor Ort:</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">„Ich möchte über zwei wichtige Themen sprechen, von denen die Menschen hier in Gaza sagen, dass sie für ihr Überleben entscheidend sind. Die Sicherheit der Menschen in Rafah und die Lieferung von Hilfsgütern.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Rafah ist nicht wiederzuerkennen, weil die Straßen überfüllt sind und Zelte an Straßenecken und auf sandigen Flächen stehen. Die Menschen schlafen auf der Straße, in öffentlichen Gebäuden und an jedem anderen verfügbaren Platz. Die weltweiten Standards für humanitäre Notsituationen legen fest, dass maximal 20 Personen sich eine Toilette teilen sollten. In Rafah gibt es etwa eine Toilette für 850 Menschen. Bei den Duschen sind es viermal so viele, also eine Dusche für 3.600 Menschen. Das ist eine eklatante Missachtung der menschlichen Grundbedürfnisse und der Menschenwürde.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Dieselben Standards besagen, dass jeder Mensch täglich 15 Liter Wasser braucht, und ein absolutes Minimum von drei Litern, nur um zu überleben. Als ich im November hier war, waren Familien und Kinder im Gazastreifen auf drei Liter oder weniger Wasser pro Person und Tag angewiesen. Heute haben die befragten Haushalte im Durchschnitt Zugang zu weniger als einem Liter sauberem Wasser pro Person und Tag.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Das benachbarte Chan Yunis ist ebenfalls nicht wiederzuerkennen, wenn auch aus einem anderen Grund – es existiert kaum noch. In meinen 20 Jahren bei den Vereinten Nationen habe ich noch nie derartige Zerstörung gesehen. Nur Chaos und Ruinen, Schutt und Trümmer, die in alle Richtungen verstreut sind. Völlige Vernichtung. Beim Gang durch die Straßen war ich überwältigt von dem Verlust.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Das bringt uns zurück nach Rafah und den endlosen Diskussionen über eine groß angelegte Militäroperation in Rafah. Rafah ist eine Stadt der Kinder. 600.000 Mädchen und Jungen leben dort. Rafah beherbergt einige der letzten verbliebenen Krankenhäuser, Notunterkünfte, Märkte und Wasserversorgungssysteme in Gaza.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Und dann ist da noch der Norden. Gestern war ich wieder in Jabalia. Zehntausende von Menschen drängen sich auf den Straßen und halten sich die Hand vor den Mund – das universelle Zeichen für Hunger.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Als ich vor einer Woche in den Gazastreifen kam, standen Hunderte von Lastwagen mit lebensrettender humanitärer Hilfe bereit, die darauf warteten, zu den Menschen zu gelangen, die sie dringend benötigten – allerdings auf der falschen Seite der Grenze. Hunderte von Lkw der UN und INGO [Internationalen Nichtregierungsorganisationen] stehen dort im Stau und warten auf die Einfahrt nach Gaza.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">In der Integrated Food Security Phase Classification (IPC) [fünfstufige Skala für Hungerrisiken] wurde letzte Woche festgestellt, dass im nördlichen Gazastreifen eine Hungersnot unmittelbar bevorsteht. Der Gazastreifen hat nun den höchsten Prozentsatz einer Bevölkerung, der die höchste Einstufung seit Beginn der Klassifizierung im Jahr 2004 erhalten hat.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Vor dem Krieg war Mangelernährung im Gazastreifen selten, weniger als ein Prozent der Kinder unter fünf Jahren war akut mangelernährt. Heute ist eines von drei Kindern unter zwei Jahren akut mangelernährt. Es liegt auf der Hand, dass der Norden dringend große Mengen an Lebensmitteln und therapeutischer Nahrung benötigt. Aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass unsere Bemühungen, diese Hilfe zu leisten, eingeschränkt werden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Es gibt den alten Grenzübergang Erez, der genutzt werden könnte, nur zehn Minuten von den hungernden Menschen entfernt. Zehn Minuten. Würde er geöffnet, könnten wir die humanitäre Krise im Norden innerhalb weniger Tage bewältigen. Aber er bleibt geschlossen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Zwischen dem 1. und 22. März wurde ein Viertel der 40 humanitären Hilfsmissionen in den nördlichen Gazastreifen abgelehnt. UNRWA wird nun daran gehindert, Lebensmittel in den Norden zu bringen, obwohl bislang 50 Prozent der in den Norden gelieferten Lebensmittel von UNRWA geliefert wurden. Um es klar zu sagen: Lebensrettende Hilfe wird unterbunden. Menschen verlieren ihr Leben. Die Menschenwürde wird missachtet.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Entbehrung, die aufgezwungene Ausweglosigkeit lassen die Bevölkerung verzweifeln. Die Nerven der Menschen liegen blank angesichts der ständigen Angriffe. Sie fragen oft, ob es noch Hoffnung gibt. Alles bewegt sich hier zwischen den Extremen, auch diese Frage. Auf der einen Seite erzählt mir eine Mutter, dass sie geliebte Menschen verloren hat, ihr Zuhause und die Möglichkeit, ihre Kinder regelmäßig zu ernähren. Alles, was sie noch besitzt, ist Hoffnung. Gestern dann saß UNICEF mit Jugendlichen zusammen, von denen einige sagten, sie wünschten sich so sehr, dass ihr Albtraum ein Ende hätte und dass sie hofften, getötet zu werden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">In Gaza wird regelmäßig das Unaussprechliche gesagt. Von Mädchen im Teenageralter, die hoffen, dass sie getötet werden, bis hin zu der Aussage, dass ein Kind die letzte noch lebende Person der gesamten Familie ist. Solches Grauen ist hier nicht mehr einzigartig.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Trotz allem gibt es so viele tapfere, hilfsbereite und unermüdliche Palästinenser*innen, die sich gegenseitig unterstützen. Und die UN-Organisationen und UNICEF machen weiter. Wir von UNICEF setzen uns weiterhin für jedes Kind ein. Wasser, Schutz, Ernährung, Unterkunft – UNICEF ist hier.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wie wir gestern gehört haben, muss der Waffenstillstand umfassend sein, nicht nur symbolisch. Die Geiseln müssen nach Hause zurückkehren. Die Menschen in Gaza müssen leben dürfen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">In den drei Monaten, die zwischen meinen Besuchen lagen, sind alle schrecklichen Zahlen dramatisch angestiegen. Gaza hat die Rekorde der Menschheit für ihre dunkelsten Kapitel gebrochen. Die Menschheit muss jetzt dringend ein anderes Kapitel schreiben.“</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_f9ea3a400c54417e99672191e47d7885~mv2.jpg/v1/fit/w_512,h_350,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Beitrag von Karim El Gawhary im Ö1-Mittagsjournal: Eine Sprachnachricht aus Gaza – 26 Minuten Elend]]></title><description><![CDATA[Im heutigen Ö1-Mittagsjournal war ein Beitrag von Karim El-Gawhary mit dem Titel „Eine Sprachnachricht aus Gaza – 26 Minuten Elend“ zu...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/beitrag-von-karim-el-gawhary-im-%C3%B61-mittagsjournal-eine-sprachnachricht-aus-gaza-26-minuten-elend</link><guid isPermaLink="false">6602c7ec16322d1c79f4d50c</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Tue, 26 Mar 2024 13:07:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_0ba941f27b0749b8ac9ac274c2ac68ae~mv2.jpg/v1/fit/w_474,h_316,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><em>Im heutigen Ö1-Mittagsjournal war ein Beitrag von Karim El-Gawhary mit dem Titel „Eine Sprachnachricht aus Gaza – 26 Minuten Elend“ zu hören, in der ein Anwalt aus Gaza Stadt über die katastrophalen Lebensumstände seiner Familie in Gaza Stadt berichtet. Der Beitrag kann sieben Tage lang </em><u><a href="https://oe1.orf.at/player/20240326/753214/1711452439000?fbclid=IwAR1oib10kbVXaKIBnTCY-k8dt-vOLDH_PADrve2jhtngIv-EUluWpu4WzOc_aem_AcRyP6l9dBPVOeYV6f4ug_hqLF5Un6pEh9QxLuXM4MPioSxKs4P7HtFTRwbWNwa6UVwgCX2d_Z4wnisIsU2UshCN" rel="noreferrer" target="_blank"><em>nachgehört</em></a></u><em> werden.</em></p>
<p> </p>
<p><strong>Transkription des Beitrags:</strong></p>
<p><br /></p>
<p><em><span style="color: #000000;">Moderation: </span></em><span style="color: #000000;">Und jetzt zu den Menschen im Gazastreifen, die mit den gescheiterten Verhandlungen leben müssen. Die UNO warnt zuletzt vor einer Hungerkatastrophe, wenn nicht sofort genug Nahrungsmittel und andere Versorgungsgüter vor allem den Norden des Gazastreifens erreichen. Unser Korrespondent in Kairo, Karim El-Gawhary, hat mit einer Familie eines Anwaltes in Gaza Stadt Kontakt aufgenommen. Da die Kommunikation dorthin schwierig ist, habe er erst nach drei Tagen eine Antwort bekommen: eine 26-minütige Whats App-Sprachnachricht, in der der Anwalt sein Leben und das Leben seiner Frau und seiner drei Kinder im Alter zwischen vier und elf Jahren beschreibt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><em><span style="color: #000000;">Beginn Beitrag von Karim El-Gawhary:</span></em></p>
<p><em><span style="color: #000000;"> </span></em></p>
<p><span style="color: #000000;">Es sind 26 Minuten des Elends, die der Anwalt Ibrahim Harabishi in seiner Sprachnachricht beschreibt. „Um ehrlich zu sein, es müsste einen anderen Ausdruck als „katastrophal“ geben. Wir leben eine Mischung aus Angst, Hunger und Durst, gepaart mit einer totalen psychologischen Erschöpfung.“</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Er gibt der Warnung der Welternährungsorganisation vor einer unmittelbar bevorstehenden Hungersnot insbesondere im nördlichen Gazastreifen einen sehr persönlichen Kontext mit der Beschreibung des Lebens seiner Familie, die in Sheikh Radwan, einem einstigen Mittelklasse-Viertel in Gaza Stadt, lebt. „Unsere Mahlzeiten bestehen aus Kräutern und anderem Grün, das gerade in Saison ist, wie wilder Mangold und manchmal ein paar Zitrusfrüchte. Wir kochen das und das kommt dann auf unsere Teller, das ist nicht wirklich nahrhaft, aber es gibt uns das Gefühl, etwas zu essen.“ Manchmal durchstreifen sie die Häuser die zerstört sind oder die von den Bewohnern verlassen wurden, die in den Süden des Gazastreifens geflohen sind und suchen irgendetwas Essbares in deren Küchen und Vorratskammern. Er sei zu erschöpft, um sich mit Zehntausenden anderen um die wenigen Hilfslieferungen zu streiten, die aus der Luft abgeworfen werden, erzählt er.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der größte Schmerz des 32-jährigen seien seine Kinder. Er gibt ihnen die größeren Portionen, damit sie aufhören, vor Hunger zu schreien und zu weinen, erzählt er, denn das hielten keine Eltern aus. „Manchmal schreien sie die ganze Nacht und ich mache mich auf die Suche, um irgendetwas zu finden, das sie ruhigstellt. Manchmal wünsche ich mir, dass uns jemand den Gnadenschuss gibt, irgendein schneller Tod statt dieses langsamen Verhungerns.“</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Auch das Wasser ist ein Problem. Der Anwalt geht fünf Kilometer, um einen Kanister in einem Brunnen abzufüllen. Das ist nicht nur gefährlich, weil der Brunnen in Richtung der Stellungen der israelischen Armee liegt, erzählt er, das Wasser stinke, sei trüb, versetzt mit Meer- und Abwasser. „Ich sehe Getier darin, wie Würmer. Wir versuchen das mit einem Stück Stoff herauszufiltern.“</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Auch der mentale Zustand der Menschen sei katastrophal. Demenz, alle Arten von Psychosen und Depressionen sind weit verbreitet, erzählt Ibrahim. „Oft sehe ich besonders Menschen mit besserer Bildung, wie sie ziellos durch die Straßen ziehen. Ihr Kopf hält das einfach nicht mehr aus, sie haben buchstäblich ihren Verstand und ihr Gedächtnis verloren.“</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Schon vor einem Monat warnte das UN Kinderhilfswerk UNICEF davor, dass die Kinder in Gaza eine mentale Gesundheitskrise erleben und dringend psychologische Hilfe bräuchten. Viele erlebten regelmäßige Angstzustände. Auch Ibrahim erzählt, dass sich seine Kinder immer wieder vor Angst einnässen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Er endet seine Sprachnachricht mit seiner größten Sorge, seinem vierjährigen Sohn. „Mit den Bombardierungen begann mein Sohn, merkwürdige Geräusche zu machen und mit seinen Augen zu rollen und Grimassen zu schneiden. Sein Gehirn schickt verwirrende Signale an seine Nerven. Ich nehme all meine Kraft zusammen und sage ihm, es ist vorbei, du brauchst vor nichts mehr Angst zu haben. Er sitzt auf meinem Schoß und ich halte ihn fest an mich gedrückt, um seine Bewegungen zu kontrollieren. Ich fürchte, er verliert langsam seinen Verstand.“</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_0ba941f27b0749b8ac9ac274c2ac68ae~mv2.jpg/v1/fit/w_474,h_316,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[„Ich habe die schrecklichsten Gräueltaten gesehen." Vier Ärzte berichten bei den Vereinten Nationen in New York über ihre Hilfseinsätze in Gaza ]]></title><description><![CDATA[Das Gesundheitssystem in Gaza ist im Wesentlichen zusammengebrochen, berichten vier Ärzte, die in den letzten Monaten mit...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/ich-habe-die-schrecklichsten-gr%C3%A4ueltaten-gesehen-vier-%C3%A4rzte-berichten-bei-den-vereinten-nationen</link><guid isPermaLink="false">65fc08fc15b2f3733c86c8af</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Thu, 21 Mar 2024 10:23:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_a96efa6da6d54b09bda31c661943ac03~mv2.png/v1/fit/w_618,h_861,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><em>Das Gesundheitssystem in Gaza ist im Wesentlichen zusammengebrochen, berichten vier Ärzte, die in den letzten Monaten mit Hilfsorganisationen in Gaza im Einsatz waren, am vergangenen Montag bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in New York und sprachen von &quot;entsetzlichen Gräueltaten&quot; im Zuge der israelischen Offensive. Sie drängen auf dringende Maßnahmen zur Beendigung des Krieges.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Dr. Zaher Sahloul, Dr. Thaer Ahmad, Dr. Nick Maynard und Dr. Amber Alayyan aus den Vereinigten Staaten, aus Großbritannien und Frankreich haben mit Teams in Gaza zusammengearbeitet, um das dortige Gesundheitssystem zu unterstützen.</p>
<p><br /></p>
<p>Der in Oxford lebende Chirurg Professor Dr. Nick Maynard berichtete, dass er in den letzten 15 Jahren oft in Gaza gewesen ist, aber nicht im Entferntesten auf das vorbereitet gewesen sei, was er bei seinem letzten Aufenthalt Ende Dezember dort erlebt habe.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Ich habe die schrecklichsten Gräueltaten gesehen&quot;, sagte er bei der Veranstaltung im UN-Hauptquartier in New York. &quot;Grausamkeiten, die ich nie erwartet hätte, in einer medizinischen Einrichtung zu sehen. Ich habe im Al-Aqsa-Krankenhaus Dinge gesehen, von denen ich nachts noch immer aufwache und an die ich denken muss: schreckliche Verletzungen, vor allem bei Frauen und Kindern. Die verheerendsten Verbrennungen bei kleinen Kindern. Ein Kind kann ich nicht vergessen. Es war so stark verbrannt, dass seine Gesichtsknochen sichtbar waren. Wir wussten, dass sie keine Chance hatte, das zu überleben, aber es gab kein Morphium, das wir ihr geben konnten&quot;, so Dr. Maynard. &quot;Sie ist also nicht nur unweigerlich gestorben, sondern noch dazu unter Höllenqualen. Noch dazu kam, dass wir sie nirgendwo hinbringen konnten, es gab keinen Platz mehr, kein freies Bett. Sie ist einfach auf dem Boden der Notaufnahme zum Sterben zurückgelassen worden.&quot;</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Zaher Sahloul, Spezialist für Intensivmedizin und für die humanitäre Gruppe MedGlobal in Gaza im Einsatz, erzählte von einem siebenjährigen Kind, Hiyam Abu Khdeir, das mit Verbrennungen dritten Grades an 40 Prozent ihres Körpers in das Gaza European Hospital kam. Bei einem israelischen Luftangriff auf das Haus ihrer Familie waren ihr Vater und ihr Bruder getötet, und ihre Mutter verletzt worden. Nach wochenlangen Verzögerungen wurde sie zur Behandlung nach Ägypten evakuiert, starb aber zwei Tage später, so Sahloul.</p>
<p><br /></p>
<p>Die Ärzte warnten auch vor einer hohen Zahl von Todesopfern, falls Israel seinen Plan, in die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens einzumarschieren, weiterverfolgt.</p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Wenn es zu einer großen Invasion in Rafah kommt, wird die Zahl der Todesopfer apokalyptisch sein&quot;, so Dr. Maynard. Er habe außerdem &quot;keinen Zweifel&quot; daran, dass das, was in Gaza geschehe, nach jeder Definition, die er gelesen habe, einem Völkermord gleichkomme.</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Thaer Ahmad, ein palästinensisch-amerikanischer Arzt für Notfallmedizin, zeigte einige Gegenstände, so zum Beispiel eine Babywindel und ein Inhalationsgerät für Kinder, die die Menschen in Gaza nicht erhalten. Dr. Ahmad, der im Januar zwei Wochen lang im Nasser-Krankenhaus gearbeitet hatte, hielt auch ein winziges Fläschchen eines Beruhigungsmittels in die Höhe und erklärte, dass es für PatientInnen verwendet werden könnte, wenn Ärzte versuchen, Knochenbrüche zu versorgen oder Verbrennungen zu reinigen. &quot;Das sind unglaublich schmerzhafte Behandlungen&quot;, so Dr. Ahmad, &quot;und dies ist etwas, das helfen könnte, etwas so Kleines, aber es kommt nicht nach Gaza, weil die Einfuhr verboten ist.“</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Amber Alayyan von Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichtete darüber, dass sie Kinder und Erwachsene ohne Narkose intubieren und amputieren musste. Sie erzählte außerdem von der unmöglich gemachten Wundversorgung bei PatientInnen, es fehle an Medikamenten, hygienischen Einrichtungen und hygienischen Wohnbedingungen – kurz gesagt an allem. Vielfach würden sich die Wunden schwer entzünden und eine erneute Behandlung, die aufgrund des zusammengebrochenen Gesundheitssystem nicht gewährleistet werden kann, erfordern. Laut Dr. Alayyan sind schwangere und stillende Frauen sowie Kinder unter zwei Jahren die vulnerabelste Gruppe: &quot;Wir reden hier von Frauen, die Datteln in Taschentücher quetschen und ihre Kinder mit irgendeiner zuckerhaltigen Substanz zu füttern versuchen, um sie zu ernähren&quot;, berichtete sie.</p>
<p><br /></p>
<p>Dr. Sahloul fügte ergänzend hinzu: &quot;Der Gazastreifen ist an einem Wendepunkt angelangt, an dem der Mangel an Lebensmitteln, Wasser, Treibstoff, Medikamenten und medizinischer Versorgung sowie der Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu einem beschleunigten Tod von unschuldigen Menschen führt.&quot;</p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Informationen zusammengefasst und übersetzt aus:</em></p>
<p><a href="https://www.reuters.com/world/middle-east/doctors-who-visited-gaza-speak-atrocities-collapsing-healthcare-2024-03-20/" target="_blank">https://www.reuters.com/world/middle-east/doctors-who-visited-gaza-speak-atrocities-collapsing-healthcare-2024-03-20/</a> </p>
<p><a href="https://www.rte.ie/news/world/2024/0319/1438840-gaza-doctors-un/" target="_blank">https://www.rte.ie/news/world/2024/0319/1438840-gaza-doctors-un/</a> </p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Weitere Informationen/Artikel zur Arbeit von Professor Dr. Nick Maynard:</strong></p>
<p>Gestern erschienenes <u><a href="https://www.youtube.com/watch?v=H8O1Hr7fwhw&t=4s " rel="noreferrer" target="_blank">Interview mit Dr. Nick Maynard</a></u> über seine Erlebnisse in Gaza in englischer Sprache: British doctor describes ‘deeply tragic’ hospital cases in Gaza (Achtung: Beschreibung und Darstellung drastischer Szenen)</p>
<p>Gaza: <u><a href="https://www.bbc.com/news/uk-england-67334666" rel="noreferrer" target="_blank">Surgeon ready to help</a></u> says moral duty trumps fear (November 2023) </p>
<p><u><a href="https://www.telegraph.co.uk/global-health/science-and-disease/single-worst-top-oxford-surgeon-horrors-gaza-hospital/" rel="noreferrer" target="_blank">‘The single worst thing I’ve seen’</a></u>: Top Oxford surgeon recounts horrors of Gaza hospital (Jänner 2024) </p>
<p><em> </em></p>
<p>Außerdem:</p>
<p><br /></p>
<p><strong>WHO dokumentiert über 400 israelische Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in Gaza seit dem 7. Oktober</strong></p>
<p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf <u><a href="https://twitter.com/WHOoPt/status/1770391176085938611" rel="noreferrer" target="_blank">X/Twitter</a></u> eine Infografik veröffentlicht, die israelische Angriffe auf die Gesundheitsinfrastruktur in Gaza zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 12. März 2024 aufzeigt. Seit dem 7. Oktober hat die WHO 410 Angriffe auf die Gesundheitsversorgung im Gaza-Streifen dokumentiert. Die Angriffe hatten 685 Todesopfer, 902 Verletzte, Schäden an 99 Einrichtungen und 104 Krankenwagen zur Folge. Zwei Fünftel (38%) der Angriffe fanden in Gaza-Stadt statt, ein Viertel (23%) in Nord-Gaza und über ein Viertel (28%) in Khan Younis. Gesundheitseinrichtungen und -infrastruktur sind nach internationalem Völkerrecht geschützt. Die WHO ruft daher dringend zur Einhaltung des Völkerrechts und zum aktiven Schutz der Zivilbevölkerung und der Gesundheitsversorgung auf. </p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_a96efa6da6d54b09bda31c661943ac03~mv2.png/v1/fit/w_618,h_861,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p> </p>
<p> </p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Neuer Bericht über menschengemachte Hungersnot in Gaza:  Die Zahl der akut unterernährten Kinder und der Hungertoten steigt mit jedem Tag]]></title><description><![CDATA[„In Gaza steht eine Hungersnot bevor. Die internationale Gemeinschaft sollte sich schämen, dass sie es nicht geschafft hat, dies zu...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/neuer-bericht-%C3%BCber-menschengemachte-hungersnot-in-gaza-die-zahl-der-akut-unterern%C3%A4hrten-kinder-und</link><guid isPermaLink="false">65f962707977152fcacdc199</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Tue, 19 Mar 2024 10:21:43 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_a3f087454ea34bb89e098fc870a8d695~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><em>„In Gaza steht eine Hungersnot bevor.</em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Die internationale Gemeinschaft sollte sich schämen, dass sie es nicht geschafft hat, dies zu verhindern.“</em></p>
<p style="text-align: left;">Martin Griffiths, Unter-Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten, Leiter des OCHA und UN-Nothilfekoordinator, am</p>
<p style="text-align: left;">18. März 2024</p>
<p style="text-align: right;"> </p>
<p><br /></p>
<p>Im Norden des Gazastreifens leiden die Menschen unter einem &quot;katastrophalen Ausmaß an Hunger&quot;.</p>
<p> </p>
<p>Die erschütternde Situation wird in einem gestern erschienen <u><a href="https://www.ipcinfo.org/ipc-country-analysis/details-map/en/c/1156872/" rel="noreferrer" target="_blank">Bericht</a></u> als &quot;menschengemachter Hunger&quot; bezeichnet. Die Integrierte Klassifizierung der Ernährungssicherheitsphase (IPC), einer Gruppe, der das Welternährungsprogramm und die Weltgesundheitsorganisation angehören, erklärt, dass 1,1 Millionen Menschen, die Hälfte der Bevölkerung des Gazastreifens, aufgrund der israelischen Blockade von „katastrophalem Hunger“ betroffen sind, der höchsten Stufe von Hunger, die nach der international standardisierten Skala für Ernährungsunsicherheit möglich ist.</p>
<p><br /></p>
<p>Seit Beginn der Aufzeichnungen vor zwanzig Jahren war noch nie eine so hohe Zahl einer Bevölkerung von einer Hungerkatastrophe betroffen.</p>
<p><br /></p>
<p>Das bedeutet, dass im Gazastreifen bereits eine Hungersnot ausgebrochen ist. Die ersten Opfer einer Hungersnot sind Kleinkinder und alte Menschen. Die Zahl der akut unterernährten Kinder und der Hungertoten steigt mit jedem Tag.</p>
<p><br /></p>
<p>Im Bericht wird festgehalten, dass &quot;die Hungersnot, selbst im nördlichen Gazastreifen, gestoppt werden kann, wenn den Hilfsorganisationen der uneingeschränkte Zugang zur Versorgung der gesamten Zivilbevölkerung mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten, Gesundheits- und Sanitärdiensten ermöglicht wird. Dazu ist ein humanitärer Waffenstillstand erforderlich.“</p>
<p>Es wird betont, dass die Hungersnot dadurch verursacht wird, dass die Hilfsorganisationen aufgrund der Militärblockade Israels nicht in die Region gelangen können. Seit Januar konnten nur <em>neun</em> WFP-Konvois in die Region einreisen. Die Organisation schätzt jedoch, dass zur Deckung des Grundnahrungsmittelbedarfs <em>täglich 300</em> Hilfsgütertransporter in den Gazastreifen einfahren müssten.</p>
<p> </p>
<p><strong>In pictures: </strong><u><a href="https://edition.cnn.com/2024/03/07/world/gallery/gaza-hunger-malnutrition/index.html?cid=external-feeds_iluminar_msn" rel="noreferrer" target="_blank"><strong>‘Catastrophic’ hunger in Gaza</strong></a></u><strong> </strong>(Achtung: Verstörende Aufnahmen) </p>
<p><br /></p>
<p><strong>UNICEF-Chefin Catherine Russell: „Wir wissen, dass Kinder jetzt in Gaza an Unterernährung sterben.“</strong></p>
<p> </p>
<p><em>Transkribierte, übersetzte Auszüge aus dem Interview der UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell mit Margaret Brennan von CBS am 17. März 2024</em> (<u><a href="https://www.cbsnews.com/video/unicef-chief-catherine-russell-says-death-toll-of-children-in-gaza-is-staggering/" rel="noreferrer" target="_blank">Original-Interview</a></u> in englischer Sprache)</p>
<p> </p>
<p>MARGARET BRENNAN: Nach Angaben von UNICEF haben 81 % der Haushalte in Gaza keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, und neun von zehn Menschen haben nicht genug zu essen, um zu überleben. Catherine Russell, die Exekutivdirektorin der Organisation, ist hier bei uns. Willkommen bei &quot;Face the Nation&quot;.</p>
<p> </p>
<p>CATHERINE RUSSELL: Vielen Dank.</p>
<p> </p>
<p>MARGARET BRENNAN: Sie konzentrieren sich besonders auf die Kinder. Wir haben diese Woche von führenden Vertretern der US-Geheimdienste gehört, dass das, was in Gaza passiert, Auswirkungen auf eine ganze Generation haben wird. Sie betrachteten die Auswirkungen unter dem Aspekt der nationalen Sicherheit. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht? Was bedeutet die Auswirkung auf eine ganze Generation?</p>
<p> </p>
<p>CATHERINE RUSSELL: Nun, es bedeutet, dass bereits mehr als 13.000 Kinder ums Leben gekommen sind, was eine astronomische, entsetzliche Zahl ist. Tausende weitere wurden verletzt, oder wir können nicht einmal feststellen, wo sie sind, sie könnten unter Trümmern liegen. Tausende weitere haben ein oder beide Elternteile verloren, einige dieser Kinder haben Sie in den Nachrichten gesehen. Sie sind ganz allein und kümmern sich um ihre jüngeren Geschwister. Es ist eine entsetzliche Situation. Wenn man bedenkt, welche Auswirkungen das auf diese Kinder hat, wenn sie aufwachsen, sogar auf ihre Kinder, dann sind die Auswirkungen so tiefgreifend, weil sie unter Stress, Trauer, Verlust und Angst leben. Das hat zwangsläufig Auswirkungen auf sie für den Rest ihres Lebens.</p>
<p> </p>
<p><strong>„Wir wissen, dass Kinder jetzt in Gaza an Unterernährung sterben.“</strong></p>
<p> </p>
<p>MARGARET BRENNAN: Ihre Organisation sagt, dass 31 % der Kinder, eines von drei Kindern unter zwei Jahren, im nördlichen Gazastreifen an akuter Unterernährung leiden. Das ist nicht nur ein Trauma, das ist eine lebenslange Beeinträchtigung.</p>
<p> </p>
<p>CATHERINE RUSSELL: Nun, <em>wenn</em> sie überleben. Und ich muss sagen, dass ich in meiner Arbeit auf der ganzen Welt leider viele Kinder gesehen habe, die an Unterernährung leiden, und es ist schockierend, so etwas zu sehen. Ich meine, der Körper fängt an, sich selbst zu verdauen, weil er nichts anderes hat, und das ist ein schmerzhafter, schmerzhafter Tod für Kinder. Ich war schon auf Stationen mit Kindern, die an schwerer Anämie und Unterernährung leiden, und auf der ganzen Station ist es absolut still. Denn die Kinder haben nicht einmal mehr die Kraft zu weinen. Ich meine, es ist erschütternd, das zu sehen. Und Sie haben Recht, wenn sie es überleben, wenn wir es schaffen, sie mit therapeutischer Nahrung zu versorgen. Wenn wir sie damit versorgen können, können sie überleben, aber oft bleiben sie ein Leben lang beeinträchtigt. Beeinträchtigung bedeutet, dass auch ihre Fähigkeiten, ihre kognitiven Fähigkeiten, beeinträchtigt sind. Es ist also eine lebenslange Herausforderung für diese Kinder, wenn sie überleben. Aber wir wissen, dass Kinder jetzt in Gaza an Unterernährung sterben.</p>
<p> </p>
<p>MARGARET BRENNAN: Was können Sie zu diesem Zeitpunkt tatsächlich hineinbringen? Wir wissen, dass es Luftabwürfe gibt. Man kann keine Impfstoffe abwerfen, man kann keine Dinge abwerfen, die gekühlt werden müssen. Was kommt also rein, und was müssen Sie besorgen?</p>
<p> </p>
<p>CATHERINE RUSSELL: Nun, zunächst einmal wissen wir mit Sicherheit, dass nicht genug ankommt, und die Abwürfe aus der Luft und der Seekorridor sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Was wir für die Kinder brauchen würden, wäre eine therapeutische Nahrung, die <em>Plumpy&apos;nut</em> heißt, sie kann Leben retten.  [Anm.: Plumpy’nut ist eine energiereiche Paste aus Erdnussbutter zur Behandlung von Unterernährung] Aber wir müssen sie zu den Kindern bringen, und wir haben im Moment so wenig Zugang dazu. Und das ist eine große Herausforderung. Lastwagen und Transporte auf dem Landweg sind bei weitem der effizienteste und effektivste Weg, um Hilfsgüter zu transportieren. Aber es gibt eine Menge Herausforderungen, die wir nicht bewältigen können. Dinge mit doppeltem Verwendungszweck werden manchmal zurückgewiesen, so dass wir keine Plastikrohre oder medizinische Kits mit einer kleinen Schere darin hinein bekommen können. (…) Ich denke, die Bevölkerung dort leidet auf schreckliche Art und Weise. (…)</p>
<p style="text-align: center;">___________________________________</p>
<p> </p>
<p><strong>Anmerkung:</strong> Israel verbietet die Einfuhr von Narkosemitteln und Narkosegeräten, Sauerstoffflaschen, Beatmungsgeräten, Wasserfiltersystemen, Datteln, Schlafsäcken, Krebsmedikamenten, Wasserreinigungstabletten und medizinischen Paketen für Entbindungen. (Siehe dazu <u><a href="https://edition.cnn.com/2024/03/01/middleeast/gaza-aid-israel-restrictions-investigation-intl-cmd/index.html" rel="noreferrer" target="_blank">Link</a></u>)</p>
<p> </p>
<p>Dem Leiter des Palästinensischen Flüchtlingshilfswerks (UNRWA), Philippe Lazzarini, wurde von den israelischen Behörden gestern die Einreise nach Gaza verweigert. Dies stellt für einen UN-Vertreter in dieser hohen Position einen bisher beispiellosen Schritt dar. Lazzarini selbst kommentierte dies auf X (Twitter) mit: „An dem Tag, an dem neue Daten über die Hungersnot in Gaza veröffentlicht werden, verweigern mir die israelischen Behörden die Einreise nach Gaza.“</p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_a3f087454ea34bb89e098fc870a8d695~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Israelischer Angriff auf UNRWA-Lebensmittelverteilungszentrum in Rafah im südlichen Gazastreifen]]></title><description><![CDATA[Gestern, am 13. März 2024, wurden bei einem Angriff israelischer Streitkräfte auf ein Lebensmittelverteilungszentrum im östlichen Teil...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/israelischer-angriff-auf-unrwa-lebensmittelverteilungszentrum-in-rafah-im-s%C3%BCdlichen-gazastreifen</link><guid isPermaLink="false">65f2c7b455167bf678e22361</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Thu, 14 Mar 2024 09:48:55 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_f2ea5123a4c24d429211285eb2e2b79c~mv2.jpg/v1/fit/w_880,h_495,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #000000;">Gestern, am 13. März 2024, wurden bei einem Angriff israelischer Streitkräfte auf ein Lebensmittelverteilungszentrum im östlichen Teil von Rafah mindestens ein UNRWA-Mitarbeiter getötet und 22 weitere verletzt.</span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der Angriff auf eines der wenigen verbliebenen UNRWA-Verteilungszentren im Gazastreifen erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Lebensmittelvorräte zur Neige gehen, Hunger in der Bevölkerung um sich greift und in einigen Gebieten bereits eine Hungersnot, die bisher mehr als 20 Todesopfer forderte, ausgebrochen ist.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Wie UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini in einer Pressemitteilung erklärte, wird jeden Tag den Konfliktparteien die Koordinaten aller UNRWA-Einrichtungen im Gazastreifen mitgeteilt. Die israelische Armee hatte am Dienstag auch die Koordinaten der nun zerstörten Einrichtung erhalten. Beim Angriff auf das Lebensmittelverteilungszentrum wurden ein Mitarbeiter getötet und 22 weitere zum Teil schwer verletzt. Ebenso wurden Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter vernichtet.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">&quot;Die Vereinten Nationen, ihr Personal und ihre Einrichtungen und Vermögenswerte sind völkerrechtlich geschützt“, so Botschafter Salah Abdel Shafi. „Seit Beginn dieses Krieges auf Gaza sind Angriffe von Seiten Israels auf Einrichtungen, Konvois und Personal der Vereinten Nationen unter eklatanter Missachtung des humanitären Völkerrechts an der Tagesordnung. Anstatt dies – ebenso wie den gestrigen Angriff auf ein UNWRA-Lebensmittelverteilungszentrum – zu verurteilen, halten Länder weiterhin ihre Zahlungen an UNRWA zurück.“</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_f2ea5123a4c24d429211285eb2e2b79c~mv2.jpg/v1/fit/w_880,h_495,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Einen gesegneten Ramadan!]]></title><description><![CDATA[Die Vertretung des Staates Palästina wünscht Ihnen und Ihrer Familie herzlichst einen gesegneten Fastenmonat Ramadan! All unsere Gedanken...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/einen-gesegneten-ramadan-1</link><guid isPermaLink="false">65eafb0c1a83763513a52a4d</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Fri, 08 Mar 2024 11:58:23 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_c13870bf55b645d482170589ba950675~mv2.jpg/v1/fit/w_474,h_248,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>Die Vertretung des Staates Palästina wünscht Ihnen und Ihrer Familie herzlichst einen gesegneten Fastenmonat Ramadan!</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">All unsere Gedanken sind in diesen Tagen noch mehr als sonst bei den Menschen in Gaza.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Ramadan mubarak - möge der Ramadan auf der ganzen Welt Ruhe, Frieden und Gesundheit bringen!</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_c13870bf55b645d482170589ba950675~mv2.jpg/v1/fit/w_474,h_248,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p>Während des Ramadans ist die Vertretung des Staates Palästina von Mo bis F von 09:00 bis 14:30 Uhr geöffnet. Bitte beachten Sie die gesonderten Konsulats-Zeiten.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Anlässlich des 8. März – Tag der Frauen: Der Krieg gegen Gaza ist auch ein Krieg gegen Frauen]]></title><description><![CDATA[Der Krieg im Gazastreifen dauert nun seit fünf Monaten an. Daten von UN Women zeigen, dass die israelischen Angriffe palästinensische...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/anl%C3%A4sslich-des-8-m%C3%A4rz-tag-der-frauen-der-krieg-gegen-gaza-ist-auch-ein-krieg-gegen-frauen</link><guid isPermaLink="false">65e99446c435f5a49e2a4b6e</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Thu, 07 Mar 2024 10:59:27 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_c3381e6744de419db32b1356c4c8366d~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_850,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #000000;">Der Krieg im Gazastreifen dauert nun seit fünf Monaten an. Daten von UN Women zeigen, dass die israelischen Angriffe palästinensische Frauen in Gaza in noch nie dagewesener Weise töten und verletzen.</span></em></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Der Krieg gegen Gaza ist auch ein Krieg gegen Frauen:</span></p>
<ul>
  <li><p><span style="color: #000000;">Hunderttausende Frauen und Mädchen wurden vertrieben.</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">Mehr als 9000 Frauen wurden durch die israelischen Angriffe getötet. Diese Zahl ist laut ExpertInnen jedoch zu niedrig angesetzt, da noch immer viele Frauen unter den Trümmern ihrer Häuser begraben bzw. ihre Leichen noch nicht geborgen sind.</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">Jeden Tag werden im Durchschnitt 63 Frauen, davon 37 Mütter, durch israelische Angriffe in Gaza getötet. Über 17 000 Kinder in Gaza wurden bereits zu Halb- oder Vollwaisen, viele von ihnen sind auf sich allein gestellt.</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">Über 3000 Frauen wurden nach dem Tod ihres Ehemannes zu Witwen. 9 von 10 Frauen berichten, dass es für sie schwieriger ist, an Nahrungsmittel zu gelangen als für Männer. Einige Frauen greifen nun zu extremen Bewältigungsmechanismen, wie z. B. der Suche nach Lebensmitteln unter dem Schutt zerstörter Häuser oder in Müllcontainern.</span>
</p></li>
</ul>
<p><span style="color: #000000;">Die Bevölkerung des Gazastreifens befindet sich inmitten einer humanitären Katastrophe epischen Ausmaßes. Nach Angaben des Welternährungsprogramms sind bereits vier von fünf Einwohnern des Gazastreifens von Hunger und Hungersnot bedroht. Nach offiziellen Angaben aus Krankenhäusern sind bisher 18 Kinder verhungert, die Dunkelziffer an Menschen (insbesondere Kinder unter zwei Jahren und Alten), die bereits an Hunger und/oder Dehydrierung gestorben sind, wird weitaus höher eingeschätzt.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es im Gazastreifen rund 52 000 schwangere Frauen gibt, die nach Angaben der Organisation aufgrund des Zusammenbruchs des Gesundheitssystems und inmitten des anhaltenden Krieges extrem gefährdet sind. Die Sorgen gehen über den Akt der Geburt hinaus und betreffen auch andere Herausforderungen, wie beispielsweise das Überleben der Kinder nach der Geburt. Mütter können oftmals ihre Kinder nicht stillen, da bei ihnen die körpereigene Milchproduktion durch Dehydrierung und Nahrungsentzug aussetzt. Milchpulver ist nur spärlich vorhanden und außerordentlich teuer, ein noch größeres Problem ist jedoch, sauberes Trinkwasser für die Herstellung eines Fläschchens, das die Muttermilch ersetzen kann, zu finden.</span></p>
<p><br /></p>
<p>Im vergangenen Monat gaben die Vereinten Nationen bekannt, dass von den 36 Krankenhäusern, die vor den israelischen Angriffen auf Gaza in Betrieb waren, nur noch 12 (wenn auch eingeschränkt) „betriebsbereit“ sind.</p>
<p><br /></p>
<p>Das Emirati-Entbindungskrankenhaus in Rafah verfügt nur noch über 5 Entbindungsräume. Bereits seit November müssen Kaiserschnitte oftmals ohne Anästhesie vorgenommen werden. In der Stadt Rafah leben rund 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele schwanger Frauen.</p>
<p><br /></p>
<p>Tess Ingram von UNICEF besuchte zwei Spitäler in Rafah und berichtete in einem Interview über die Situation von Frauen nach der Geburt:</p>
<p>„<em>Aufgrund des Personalmangels im Vergleich zum enormen Bedarf werden Frauen nach einem Kaiserschnitt für eine kurze Zeit, vielleicht ein oder zwei Stunden, in ein Bett gelegt, bevor sie auf einen Stuhl gesetzt werden, weil sie das Bett für jemand anderen brauchen, und dann innerhalb von drei Stunden entlassen werden, es sei denn, es besteht die dringende Notwendigkeit, dass sie im Krankenhaus bleiben. So gehen Mütter Stunden nach einer schweren Kaiserschnittoperation mit einem Neugeborenen in vielen Fällen zurück auf die Straße. Wir sprechen von vertriebenen Frauen, die in notdürftige Unterkünfte aus Planen und Decken auf die Straßen von Gaza zurückkehren, wo sie nicht nur durch die Bombardierungen bedroht sind, sondern auch keine grundlegenden Dinge wie sauberes Wasser oder Lebensmittel oder sogar Kleidung für das Baby haben. Ich traf eine Mutter, die ihr neugeborenes Baby zurück in ihr Zelt brachte, und das Baby hatte keine Kleidung.</em>“</p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_c3381e6744de419db32b1356c4c8366d~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_850,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><strong>&quot;</strong></span><em><span style="color: #000000;"><strong>Wer wird mich von nun an Mutter nennen? Wer wird mich Mutter nennen?&quot;</strong></span></em></p>
<p><br /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;"><strong>Das Schicksal von Rania Abu Anza</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><em><span style="color: #000000;">Es dauerte 10 Jahre und drei In-vitro-Fertilisationen, bis Rania Abu Anza schwanger wurde, und nur Sekunden, bis sie ihre fünf Monate alten Zwillinge, einen Jungen und ein Mädchen, verlor.</span></em></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Bei einem israelischen Angriff auf das Haus ihrer Großfamilie in Rafah am vergangenen Samstag kamen ihre Kinder, ihr Ehemann und elf weitere Verwandte ums Leben, neun weitere werden unter den Trümmern vermisst, wie Überlebende und örtliche Gesundheitsbeamte berichteten.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Rania Abu Anza war gegen 22 Uhr aufgewacht, um ihren Jungen Naeim zu stillen, und schlief wieder ein, mit ihm auf dem einen und dem Mädchen Wissam auf dem anderen Arm. Ihr Ehemann schlief neben ihnen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Eineinhalb Stunden später kam die Explosion. Das Haus stürzte ein. Abu Anza schrie um ihre Kinder und ihren Ehemann, aber sie waren bereits tot.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Rania und ihr Mann Wissam, beide 29, hatten zehn Jahre lang versucht, schwanger zu werden. Zwei IVF-Behandlungen waren fehlgeschlagen, aber nach einer dritten erfuhr sie Anfang letzten Jahres, dass sie schwanger war. Die Zwillinge wurden am 13. Oktober, kurz nach Ausbruch des Krieges auf Gaza, geboren.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Ihr Mann, ein Tagelöhner, war so stolz, dass er darauf bestand, seine Tochter nach sich selbst zu benennen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Von den 14 Menschen, die in dem Haus von Abu Anza getötet wurden, waren sechs Kinder und vier Frauen, so Dr. Marwan al-Hams, Leiter des Krankenhauses, in das die Leichen gebracht wurden. Neben ihrem Ehemann und ihren Kindern hat Rania auch eine Schwester, einen Neffen, eine schwangere Cousine und andere Verwandte verloren.</span></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><strong>Alle Informationen entnommen aus:</strong></p>
<p><a href="https://www.npr.org/2024/01/31/1227964976/gaza-hospital-israel-childbirth-babies-mothers-pregnant" target="_blank">https://www.npr.org/2024/01/31/1227964976/gaza-hospital-israel-childbirth-babies-mothers-pregnant</a> (Stand 7. März 2024)</p>
<p><a href="https://www.theguardian.com/world/2024/mar/04/twin-babies-killed-israeli-airstrike-house-rafah?ref=upstract.com" target="_blank">https://www.theguardian.com/world/2024/mar/04/twin-babies-killed-israeli-airstrike-house-rafah?ref=upstract.com</a> (Stand 7. März 2024)</p>
<p><a href="https://www.independent.co.uk/news/ap-israeli-gaza-strip-palestinian-hamas-b2506186.html" target="_blank">https://www.independent.co.uk/news/ap-israeli-gaza-strip-palestinian-hamas-b2506186.html</a> (Stand 7. März 2024)</p>
<p><a href="https://news.un.org/en/story/2024/03/1147167" target="_blank">https://news.un.org/en/story/2024/03/1147167</a> (Stand 7. März 2024)</p>
<p><a href="https://www.unwomen.org/en/news-stories/feature-story/2023/10/facts-and-figures-women-and-girls-during-the-war-in-gaza" target="_blank">https://www.unwomen.org/en/news-stories/feature-story/2023/10/facts-and-figures-women-and-girls-during-the-war-in-gaza</a> (Stand 7. März 2024)</p>
<p><a href="https://www.unwomen.org/en/news-stories/press-release/2024/03/press-release-9000-women-have-been-killed-in-gaza-since-early-october" target="_blank">https://www.unwomen.org/en/news-stories/press-release/2024/03/press-release-9000-women-have-been-killed-in-gaza-since-early-october</a> (Stand 7. März 2024)</p>
<p><a href="https://palestine.unwomen.org/en/what-we-do/peace-security-humanitarian-response/facts-and-figures/conflict-in-palestine" target="_blank">https://palestine.unwomen.org/en/what-we-do/peace-security-humanitarian-response/facts-and-figures/conflict-in-palestine</a> (Stand 7. März 2024)</p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Presseaussendung: Weiterhin keine Beweise für Anschuldigungen gegen UNRWA, UN-Hilfswerk steht aufgrund ausgesetzter Zahlungen von 16 Geberländern kurz vor dem Zusammenbruch]]></title><description><![CDATA[Ende Jänner, einen Tag nachdem der Internationale Gerichtshof zu dem Schluss gekommen war, dass Israel im Gazastreifen möglicherweise...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/presseaussendung-weiterhin-keine-beweise-f%C3%BCr-anschuldigungen-gegen-unrwa-un-hilfswerk-steht-aufgru</link><guid isPermaLink="false">65d872967671ed3d324ae262</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Fri, 23 Feb 2024 10:30:04 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_f2ea5123a4c24d429211285eb2e2b79c~mv2.jpg/v1/fit/w_880,h_495,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #000000;">Ende Jänner, einen Tag nachdem der Internationale Gerichtshof zu dem Schluss gekommen war, dass Israel im Gazastreifen möglicherweise einen Völkermord begeht, wurden von Seiten Israels Anschuldigungen gegen zwölf Mitarbeiter der UNRWA erhoben, sie wären am Massaker vom 7. Oktober beteiligt gewesen. Bis heute wurden keinerlei Beweise von Seiten Israels für diese Anschuldigungen vorgelegt. Trotzdem setzen 16 Geberländer, darunter auch Österreich, ihre Zahlungen an UNRWA weiterhin aus. Wie gestern bekannt wurde, bezweifelt mittlerweile auch der US-Geheimdienst in einem Bericht die israelischen Behauptungen über UNRWA-Hamas-Verbindungen.</span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">In seinem gestrigen Brief an den Präsidenten der UN-Generalvollversammlung berichtet UNRWA Generalkommissar Philippe Lazzarini, dass die UNRWA angesichts der wiederholten Aufforderungen Israels, das Hilfswerk aufzulösen und durch das Einfrieren der Mittel durch 16 Geberländer zu einer Zeit, in der der humanitäre Bedarf im Gazastreifen so groß ist wie noch nie zuvor, an seine Grenzen gestoßen ist. Die Fähigkeit des Hilfswerks, das mit der Resolution 302 der Generalversammlung erteilte Mandat zu erfüllen, ist nun ernsthaft gefährdet.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">In etwas mehr als vier Monaten wurden in Gaza mehr Kinder, mehr Journalisten, mehr medizinisches Personal und mehr UN-Mitarbeiter als irgendwo sonst auf der Welt während eines Konflikts getötet. Mehr als 150 UNRWA-Gebäude wurden durch Bombardierung oder Granatenbeschuss getroffen, wobei über 390 Menschen getötet und über 1300 verletzt wurden. Die letzten verbliebenen Krankenhäuser brechen zusammen, Ärzte amputieren Kindern ohne Betäubung Gliedmaßen. UN-Experten zufolge steht eine Hungersnot unmittelbar bevor.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ein Kollaps der UNRWA hat nicht nur schwerwiegende Folgen für den regionalen Frieden, die Sicherheit und die Menschenrechte. Kurzfristig wird die Auflösung des UNRWA eine Bewältigung der humanitären Krise im Gazastreifen verhindern – mit noch katastrophaleren Folgen für die Zivilgesellschaft als ohnehin schon – und die Krise im Westjordanland verschärfen. Längerfristig wird damit die stabilisierende Rolle des UNRWA in der Region beendet.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Als Israel Anschuldigungen gegen die UNRWA erhob, ohne Beweise vorzulegen, setzten 16 Geberländer, darunter auch Österreich, ihre Zahlungen an das Hilfswerk mit sofortiger Wirkung und bis heute aus“, so Botschafter Abdel Shafi. „Genau diese Staaten haben trotz der jahrzehntelangen, bewiesenen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit von Seiten Israels und trotz des aktuellen Urteils des Internationalen Strafgerichtshofs nicht eine einzige Überprüfung der Militärhilfen, der Handelsabkommen oder der diplomatischen Beziehungen mit Israel vorgenommen.“</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_f2ea5123a4c24d429211285eb2e2b79c~mv2.jpg/v1/fit/w_880,h_495,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Weiterführende Informationen:</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><u><a href="https://www.theguardian.com/world/2024/feb/22/us-intelligence-unrwa-hamas" rel="noreferrer" target="_blank"><span style="color: #30bdff;">The Guardian</span></a></u><u><span style="color: #30bdff;">:</span></u><span style="color: #30bdff;"> </span><span style="color: #000000;"> </span>US intelligence casts doubt on Israeli claims of UNRWA-Hamas links, report says</p>
<p><br /></p>
<p><u><a href="https://www.unrwa.org/newsroom/official-statements/letter-commissioner-general-president-general-assembly" rel="noreferrer" target="_blank">Letter</a></u> from the Commissioner General to the President of the UN General Assembly</p>
<h1></h1>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Pressemeldung: Mehrere Staaten suspendieren überlebensnotwendige Unterstützung für Gaza]]></title><description><![CDATA[Einen Tag nachdem der Internationale Gerichtshof zu dem Schluss gekommen ist, dass Israel im Gazastreifen möglicherweise einen Völkermord...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/pressemeldung-mehrere-staaten-suspendieren-%C3%BCberlebensnotwendige-unterst%C3%BCtzung-f%C3%BCr-gaza</link><guid isPermaLink="false">65b782ff6e4cd2944259604e</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Mon, 29 Jan 2024 10:52:38 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_f2ea5123a4c24d429211285eb2e2b79c~mv2.jpg/v1/fit/w_880,h_495,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Einen Tag nachdem der Internationale Gerichtshof zu dem Schluss gekommen ist, dass Israel im Gazastreifen möglicherweise einen Völkermord begeht, wurden von Seiten Israels Anschuldigungen gegen zwölf Mitarbeiter der UNRWA erhoben, sie wären am Massaker vom 7. Oktober beteiligt gewesen. Sofort wurde eine Untersuchung der Vorwürfe durch das UNO-Büro für interne Aufsichtsdienste eingeleitet, die Verdächtigen werden, sollten sich die Anschuldigungen als richtig erweisen, selbstverständlich auch strafrechtlich verfolgt. </span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Unterstützung der – für die palästinensische Bevölkerung überlebensnotwendigen – Arbeit der UNRWA wurde aufgrund dieser Anschuldigungen von mehreren Staaten (u.a. Österreich, USA, Australien, Kanada, Italien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Schweiz, Großbritannien und Japan) ausgesetzt. Die humanitäre Hilfe, von der 2 Millionen Menschen im Gazastreifen abhängen, droht nun vollends zusammenzubrechen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">„</span><em><span style="color: #000000;">Ich bin zutiefst schockiert über das Vorgehen dieser Staaten</span></em><span style="color: #000000;">“, so Botschafter Salah Abdel Shafi. „</span><em><span style="color: #000000;">Die UNRWA beschäftigt allein in Gaza 13 000 Mitarbeiter. Aufgrund von Vorwürfen gegen zwölf Angestellte, die noch nicht untersucht und geklärt wurden, wurde von diesen Staaten eine Entscheidung getroffen, die Millionen von Palästinenserinnen und Palästinensern zu einem äußerst kritischen Zeitpunkt kollektiv bestraft. Und das alles nur einen Tag, nachdem der Internationale Gerichtshof zum Schluss gekommen ist, dass Israel im Gazastreifen möglicherweise einen Völkermord begeht. Es wird zu klären sein, ob diese Staaten mit ihrer Handlung ihre Verpflichtungen gemäß der Völkermordkonvention verletzen.</span></em><span style="color: #000000;">“</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_f2ea5123a4c24d429211285eb2e2b79c~mv2.jpg/v1/fit/w_880,h_495,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Hintergrundinformationen:</strong></span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Die UNRWA beschäftigt insgesamt 30 000 Menschen in Palästina, davon allein in Gaza 13 000. In Gaza werden von der UNRWA 183 Schulen, 22 Gesundheitsreinrichtungen und sieben Frauenzentren geführt. 286 645 Kinder gingen vor dem Krieg in UNRWA-Schulen, die Gesundheitseinrichtungen versorgten durchschnittlich pro Jahr 3,4 Millionen Patienten und Patientinnen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Seit Beginn des Krieges wurden nicht nur mindestens 136 UN-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch israelische Angriffe getötet, sondern auch Schulen, Einrichtungen und Unterkünfte der UNRWA – Zufluchtsorte für Hunderttausende palästinensische Binnenvertrieben – wurden mehrmals bombardiert.</span></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA["Schrecklichste Bedingungen, die ich je gesehen habe." - Zur Situation der Kinder in Gaza]]></title><description><![CDATA[„Ich befürchte, dass wir Gefahr laufen, eine Generation von Kindern zu verlieren.“ Phillipe Lazzarini, UNRWA Generalkommisar Im...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/schrecklichste-bedingungen-die-ich-je-gesehen-habe-zur-situation-der-kinder-in-gaza</link><guid isPermaLink="false">65ae48dfd60007e3fd1a091b</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Mon, 22 Jan 2024 11:06:15 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_dde03826b4e548f7a9e5ba93339117b4~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><em>„Ich befürchte, dass wir Gefahr laufen, eine Generation von Kindern zu verlieren.“</em></p>
<p style="text-align: left;">                                                                                         Phillipe Lazzarini, UNRWA Generalkommisar</p>
<p><br /></p>
<p style="text-align: left;">Im Gazastreifen leben 2,3 Millionen Menschen. Eine Million davon sind Kinder.</p>
<p><br /></p>
<p>Seit Beginn der Angriffe auf Gaza wurden mindestens 9.600 palästinensische Kinder von der israelischen Armee getötet. Mehr als 7000 Menschen befinden sich noch unter den Trümmern der zerstörten Gebäude, darunter auch viele Kinder.</p>
<p><br /></p>
<p>Die Lage der Menschen in Gaza wird von Tag zu Tag entsetzlicher, besonders dramatisch jedoch ist sie jedoch für Kinder. Sie sind nirgends in Sicherheit, Kinder werden vorsätzlich getötet, verwundet, verstümmelt, ausgehungert, zu Waisen gemacht, vertrieben. Sie sind Krankheiten, Infektionen und Seuchen ohne Medikamentation ausgesetzt, ebenso dem Hunger, Durst und der Kälte. Bereits Ende Oktober wurde von UNICEF-Sprecher James Elder die Aussage, dass „Gaza zu einem Friedhof für Tausende Kinder geworden ist“, getroffen, doch hat sich seither nichts an der Lage der Kinder gebessert, im Gegenteil.</p>
<p><br /></p>
<p>Immer mehr Kinder werden schwer verletzt oder getötet. Gaza prägte ein von medizinischem Personal verwendetes neues Akronym: <em>WCNSF</em> - Wounded Child No Surviving Family. Dies bedeutet, dass ein verletztes Kind aufgefunden (und ins Krankenhaus eingeliefert) wird, als einzig Überlebende oder Überlebender der gesamten Familie.</p>
<p><br /></p>
<p>Kranke und sogar schwerst verletzte Kinder können medizinisch oftmals nicht mehr behandelt werden, denn es gibt kaum noch funktionierende Krankenhäuser. Mittlerweile müssen Amputationen und andere Behandlungen, wie beispielsweise Verbrennungen, ohne Narkose durchgeführt werden.</p>
<p><br /></p>
<p>Familien auf der Flucht leben in notdürftigsten und sehr beengten Unterkünften, oftmals ohne sanitäre Anlagen. Sie haben kaum noch Essen, kein sauberes Wasser, keine Toiletten. Für viele Familien ist beispielsweise das fehlende saubere Trinkwasser auch dahingehend ein großes Problem, da es zur Zubereitung von Flaschennahrung für Säuglinge benötigt werden würde. Viele Frauen können aufgrund der Hungersnot keine oder nur noch unzureichend Muttermilch produzieren. Die Nahrungssituation ist dramatisch: Es gibt kaum noch Lebensmittel, und jeder vierte Haushalt leidet unter extremem Hunger.</p>
<p><br /></p>
<p>Die Experten für psychische Gesundheit von Save the Children warnen davor, dass der Krieg auf Gaza die Kinder extrem traumatischen Erlebnissen aussetzt und ihnen gleichzeitig die Möglichkeiten zur Bewältigung nimmt. Es gibt keinen sicheren Ort, kein Gefühl der Sicherheit und keine Routine, da Hunderttausende aus ihren Häusern vertrieben wurden. BetreuerInnen, die selbst unter Stress stehen, haben Mühe, den Kindern bei der Bewältigung der überwältigenden emotionalen Reaktionen zu helfen, die typisch für junge Menschen sind, die durch Gewalt traumatisiert wurden. Unter den derzeitigen Bedingungen im Gazastreifen zeigen Kinder eine ganze Reihe von Anzeichen und Symptomen eines Traumas, darunter Angst, Furcht, Sorge um ihre Sicherheit und die ihrer Angehörigen, Albträume und beunruhigende Erinnerungen, Schlaflosigkeit, das Verstecken von Emotionen und den Rückzug von geliebten Menschen. Das Trauma, das diese Symptome hervorruft, ist anhaltend, unerbittlich und verstärkt sich Tag für Tag.</p>
<p> </p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_dde03826b4e548f7a9e5ba93339117b4~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><strong>Stellvertretender Direktor von UNICEF: „Schrecklichste Bedingungen, die ich je gesehen habe.“</strong></p>
<p><br /></p>
<p>&quot;Seit meinem letzten Besuch hat sich die Situation von einer Katastrophe zu einem Beinahe-Kollaps entwickelt“, so der stellvertretende Direktor von UNICEF, Ted Chaiban, nach einem Besuch im Gazastreifen am 18. Jänner. „UNICEF hat den Gazastreifen als den gefährlichsten Ort der Welt für Kinder bezeichnet. Wir haben gesagt, dass dies ein Krieg gegen Kinder ist. Aber diese Wahrheiten scheinen nicht durchzudringen.“</p>
<p><br /></p>
<p>Über eine Million palästinensischer Flüchtlinge halten sich unter unmenschlichen Verhältnissen am Grenzübergang Rafah auf. Der Regen der vergangenen Tage hat Flüsse von Abfällen entstehen lassen. Tausende Kinder sind unterernährt und krank. Insbesondere schwere Durchfallerkrankungen greifen unter Kindern rapide um sich.</p>
<p><br /></p>
<p>Vor Ort traf Chaiban im Al-Nasser-Hospital in Khan Younis den 13-jährigen Ibrahim: „Er befand sich mit seiner Familie in einer ausgewiesenen Schutzzone, in einem Gebiet, das als sicher galt, als alles um sie herum zusammenbrach. Ibrahims Hand wurde schwer verletzt und infizierte sich schnell. Ohne Medikamente setzte Wundbrand ein, und schließlich verlor er seinen Arm durch eine Amputation ohne Narkose. Ibrahims Mutter Amani, die ihn zur lebensrettenden Behandlung nach Al-Nasser im Süden des Streifens begleitete, bat um Hilfe, um ihre übrigen sechs Kinder und ihren Ehemann zu erreichen, die nördlich von Gaza-Stadt geblieben waren. Sie hat seit zwei Monaten nichts mehr von ihnen gehört.“</p>
<p><br /></p>
<p>Kinder und ihre Familien litten laut Chaiban unter den schrecklichsten Bedingungen, die er je gesehen habe.</p>
<p> </p>
<p><u><a href="https://www.unicef.org/press-releases/statement-unicef-deputy-executive-director-ted-chaiban-upon-conclusion-his-visit  " rel="noreferrer" target="_blank">UNICEF-Pressestatement</a></u> nach dreitägigem Besuch vom Stellvertretenden Direktor Ted Chabain (in englischer Sprache)</p>
<p><br /></p>
<p><strong>NBC-News Reportage: Eine Überlebensgeschichte: 13-Jähriger kümmert sich um sieben Geschwister während des Krieges in Gaza (mit englischen Untertiteln)</strong></p>
<p><br /></p>
<p>Der 13-jährige Mohammad kümmert sich alleine um seine sieben Geschwister, das jüngste davon sechs Monate alt, nachdem die Mutter durch einen israelischen Luftangriff getötet wurde. Das Schicksal des Vaters der Familie ist unbekannt.</p>
<p><br /></p>
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=E2vfdbLz9zk&t=4s"><img src="https://i.ytimg.com/vi/E2vfdbLz9zk/maxresdefault.jpg" width="1280" height="720"></a>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[100 Tage Gaza - 100 Tage Tod, Zerstörung und Vertreibung]]></title><description><![CDATA[Der Angriff auf Gaza tobt nun seit 100 Tagen. 23 843 Menschen wurden in Gaza binnen 100 Tagen getötet, 70 Prozent davon Frauen und...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/100-tage-gaza-100-tage-tod-zerst%C3%B6rung-und-vertreibung</link><guid isPermaLink="false">65a4fc1deaf913d20a6721bb</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Mon, 15 Jan 2024 09:42:14 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_1cf29083bf7a411a907139e9716efd81~mv2.jpeg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Der Angriff auf Gaza tobt nun seit 100 Tagen. 23 843 Menschen wurden in Gaza binnen 100 Tagen getötet, 70 Prozent davon Frauen und Kinder. Über 7000 Menschen werden vermisst und befinden sich vermutlich noch unter den Trümmern. Über 60 000 Menschen wurden - zum Teil schwer - verletzt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">1,9 Millionen Menschen wurden seit Kriegsbeginn vertrieben, das entspricht 85 Prozent der Bevölkerung von Gaza. Einige waren gezwungen, auf der verzweifelten Suche nach Sicherheit bis zu sechs oder sieben Mal zu fliehen. Diese Menschen verloren ihr Zuhause, ihrer Häuser, ihr Familienleben und ihren (auch immateriellen) Besitz. Die Drohungen und Versuche, den Gazastreifen zu entvölkern, d.h. ethnisch zu säubern, gehen unvermindert weiter.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die gesamte palästinensische Bevölkerung in Gaza leidet unter Hunger und Durst, da Israel die humanitäre Hilfe weiterhin be- und verhindert. Das Welternährungsprogramm (WFP) stellt fest, dass vier von fünf Menschen in der Welt, die von einer Hungersnot oder einer Hungerkatastrophe betroffen sind, derzeit in Gaza leben. Israels Tod und Zerstörung, gepaart mit Nahrungsmittel- und Wasserknappheit sowie der zunehmenden Ausbreitung von Krankheiten, vor allem unter Kindern, sind eindeutig darauf ausgerichtet, den Gazastreifen unbewohnbar zu machen und die Bevölkerung zum Verlassen zu zwingen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Israels Behauptungen - auch vor dem International Court of Justice (ICJ) – alles zu tun, um die palästinensische Zivilbevölkerung zu schonen, entspricht nicht den Tatsachen. Die internationale humanitäre Organisation OXFAM hat festgestellt, dass Israels Militär „täglich durchschnittlich 250 Palästinenser tötet, was die Zahl der täglichen Todesopfer in jedem anderen großen Konflikt der letzten Jahre massiv übersteigt&quot;, wobei noch viel mehr Menschen von Tod durch Hunger, Krankheit und Kälte bedroht sind. Die erschütternden Zahlen - wie sie am vergangenen Donnerstag auch von Südafrika dem ICJ in seinem Antrag auf vorläufige Maßnahmen gemäß der Völkermordkonvention vorgelegt wurden, um Israels Angriff auf das palästinensische Volk zu stoppen - umfassen im Durchschnitt jeden</span><em><span style="color: #000000;"> </span></em><span style="color: #000000;">Tag:</span></p>
<ul>
  <li><p><span style="color: #000000;">die Tötung von Mehrgenerationenfamilien,</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">die Tötung von 48 Müttern (2 pro Stunde),</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">die Tötung von mindestens 117 Kindern,</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">die Tötung von mindestens 3 Sanitätern,</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">die Tötung von 2 LehrerInnen,</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">mehr als einem UN-Mitarbeiter/einer UN-Mitarbeiterin und mehr als einem Journalisten/einer Journalistin;</span></p></li>
  <li><p><span style="color: #000000;">sowie die Verwundung von 629 Menschen, einschließlich 10 palästinensischer Kinder, denen ein oder mehrere Gliedmaßen  amputiert werden müssen.</span></p></li>
</ul>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Selbst die Leichen der Toten und Begrabenen werden nicht respektiert, da die israelische Armee weiterhin Friedhöfe mit Bulldozern zerstört und Gräber aushebt, die Leichen schändet und zerstückelt, und den trauernden Familien, falls sie überlebt haben, weiteres Trauma zufügt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Im Westjordanland (einschließlich Ostjerusalem) wurden 332 palästinensische Männer, Frauen Kinder getötet und mehr als 4 157 Menschen bei Angriffen der israelischen Armee und terroristischen SiedlerInnen verletzt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Nur ein Waffenstillstand kann Menschenleben retten. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen und alle UN-Organisationen und humanitären Organisationen, die vor Ort Zeugen dieser Gräueltaten sind, wiederholen immer und immer wieder die Forderung nach einem Waffenstillstand, die weltweit von 153 Ländern in der UN-Generalversammlung und von Millionen von Menschen aller Glaubensrichtungen erhoben wird. Nur ein Waffenstillstand kann das Töten und Verstümmeln von ZivilistInnen, die Zerstörung von Häusern und Leben und die Zwangsvertreibung beenden, und nur ein Waffenstillstand kann die Verteilung von Hilfsgütern ermöglichen, die Millionen von Menschen, die unsägliches Elend und Demütigungen erleiden, dringend benötigen.</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_1cf29083bf7a411a907139e9716efd81~mv2.jpeg/v1/fit/w_1000,h_1000,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><u><a href="https://www.unrwa.org/de/newsroom/official-statements/der-gaza-streifen-100-tage-tod-zerst%C3%B6rung-und-vertreibung" rel="noreferrer" target="_blank"><strong>Rede</strong></a></u><span style="color: #000000;"> anlässlich 100 Tage Krieg auf Gaza von Philippe Lazzarini, UNRWA Generalkommissar</span></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Südafrika klagt Israel wegen Verdacht auf Völkermord in Gaza vor UN-Höchstgericht: Anklageschrift und Informationen über Anhörung in Den Haag]]></title><description><![CDATA[Südafrika hat Israel vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen vorgeworfen. In der...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/s%C3%BCdafrika-klagt-israel-wegen-verdacht-auf-v%C3%B6lkermord-in-gaza-vor-un-h%C3%B6chstgericht-anklageschrift-un</link><guid isPermaLink="false">659bd747bd4c0008827fa15d</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Mon, 08 Jan 2024 11:10:37 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_a3cda9c41dc74558a23ad74173c23c05~mv2.jpg/v1/fit/w_289,h_180,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Südafrika hat Israel vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen vorgeworfen. In der Klage, die am 29. Dezember in Den Haag eingereicht wurde, wurde zudem verlangt, Israel aufzufordern, die Angriffe im Gazastreifen zu stoppen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Das Vorgehen der israelischen Streitkräfte habe &quot;einen völkermörderischen Charakter&quot;, da sie auf die Vernichtung der Palästinenser in diesem Gebiet abzielen würden, Südafrika beruft sich hierbei auf die UN-Völkermordkonvention.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Anhörungen in Den Haag wurden für folgende Tage angesetzt:</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Donnerstag, 11. Januar 2024, 10.00-12.00 Uhr Anhörung (Südafrika)</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Freitag, 12. Jänner 2024, 10.00-12.00 Uhr Anhörung (Israel)</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Sie können die Anhörungen live online mitverfolgen (siehe dazu „</span><u><a href="https://www.icj-cij.org/sites/default/files/case-related/192/192-20240103-pre-01-00-en.pdf" rel="noreferrer" target="_blank"><span style="color: #30bdff;">Proceedings instituted by South Africa against Israel on 29 December 2023</span></a></u><span style="color: #000000;">“, Seite 3).</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Anklageschrift (abrufbar </span><u><a href="https://d3i6fh83elv35t.cloudfront.net/static/2024/01/192-20231228-app-01-00-en.pdf?fbclid=IwAR2SiNvuYxyt8JCORwUYUsKNZBlZjIY5XWJ4qKdOyZcPvOpkKWxHYJPVGb4" rel="noreferrer" target="_blank"><span style="color: #30bdff;">hier</span></a></u><span style="color: #000000;">) umfasst 84 Seiten, wir empfehlen Ihnen neben der Einleitung insbesondere die Seiten 59 – 66 („Äußerungen von Völkermordabsichten gegen das palästinensische Volk durch israelische Regierungsmitglieder und andere“) zu lesen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_a3cda9c41dc74558a23ad74173c23c05~mv2.jpg/v1/fit/w_289,h_180,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA["Während die Welt feiert, liegen unsere Kinder unter den Trümmern."]]></title><description><![CDATA[Dr. Munther Isaac, Pfarrer der evangelisch-lutheranischen Weihnachtskirche in Bethlehem, erklärt die Hintergründe zur Krippe, in der das...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/w%C3%A4hrend-die-welt-feiert-liegen-unsere-kinder-unter-den-tr%C3%BCmmern</link><guid isPermaLink="false">65855b5ee9f5069fa377e2f8</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Fri, 22 Dec 2023 09:59:10 GMT</pubDate><enclosure url="http://video.wixstatic.com/video/fe9909_b42ae8250d7f4319b3bf6d29acd2d5f1/480p/mp4/file.mp4" length="0" type="video"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Dr. Munther Isaac, Pfarrer der evangelisch-lutheranischen Weihnachtskirche in Bethlehem, erklärt die Hintergründe zur Krippe, in der das Jesuskind in den Trümmern eines zerstörten Hauses liegt:</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">„Dieses Jahr wurden die Weihnachtsfeiern in Bethlehem abgesagt, und zwar aus offensichtlichen Gründen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Es ist unmöglich, zu feiern, während an unserem Volk in Gaza einen Völkermord begangen wird, wenn Kinder auf so brutale Weise massakriert werden. Alle Kirchenoberhäupter in Jerusalem haben beschlossen, dass die Weihnachtsfeiern hauptsächlich aus Gebeten, ohne festlichen Charakter, bestehen sollen. Wir haben darüber nachgedacht, welche Bedeutung Weihnachten für uns als Palästinenser hat und welche Botschaft wir heute in die Welt senden wollen.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">So kamen wir auf die Idee einer Krippe inmitten von Trümmern, die einem zerstörten Haus in Gaza ähneln, und dem Jesuskind, das in den Trümmern liegt. Wir haben so viele Bilder von Kindern gesehen, die aus den Trümmern geborgen wurden.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Und für uns ist dies die Botschaft, dass Jesus sich mit unserem Leid identifiziert. Er ist solidarisch mit denen, die unterdrückt werden. Er ist solidarisch mit denen, die leiden. Es ist also eine Botschaft des Trostes und der Hoffnung für uns. Aber es ist auch eine Botschaft an die Welt: So sieht Weihnachten in Bethlehem aus. So sieht Weihnachten in Palästina aus, mit der Besatzung, mit der Zerstörung, mit der Bombardierung von Kindern.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Während die Welt feiert, liegen unsere Kinder unter den Trümmern.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Während die Welt feiert, werden unsere Familien vertrieben und ihre Häuser sind zerstört.</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Das ist Weihnachten für uns in Palästina.“</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein geruhsames, besinnliches Weihnachtsfest sowie alles Gute im neuen Jahr 2024.</span></p>
<p><br /></p>
<a href="undefined"><img src="undefined" width="400" height="848"></a>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_3299ce26545045209259df86050d2bff~mv2.jpg/v1/fit/w_960,h_960,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Zweiter offener Brief an Bürgermeister Ludwig: Zur Israelflagge am Wiener Rathaus]]></title><description><![CDATA[Wien, am 18. Dezember 2023 Sehr geehrter Herr Bürgermeister, mein letzter Brief an Sie ist nun 14 Tage her, bisher habe ich leider keine...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/zweiter-offener-brief-an-b%C3%BCrgermeister-ludwig-zur-israelflagge-am-wiener-rathaus</link><guid isPermaLink="false">658168c702e5bcf1ddbc5a15</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Tue, 19 Dec 2023 09:59:32 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_235426f1b264481582087592f78ad0d5~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_853,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><span style="color: #000000;">Wien, am 18. Dezember 2023</span></p>
<p><br /></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Sehr geehrter Herr Bürgermeister,</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">mein letzter Brief an Sie ist nun 14 Tage her, bisher habe ich leider keine Antwort darauf von Ihnen erhalten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">In den vergangenen zwei Wochen wurde die massive israelische Bombardierung aus Luft, Land und See im gesamten Gazastreifen fortgesetzt. Mehr als 18 800 Zivilistinnen und Zivilisten wurden bisher getötet, 70 Prozent der Toten sind Frauen und Kinder. Tausende Menschen werden weiterhin unter den Trümmern vermutet und/oder gelten als vermisst. Mehr als 50 500 Menschen wurden verletzt. Unvorstellbare 25 000 Kinder haben einen oder beide Elternteile verloren.</span><a href="#_ftn1" target="_blank"><span style="color: #000000;">[1]</span></a></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Flagge jenes Landes, das dieses Leid verursacht, hängt auf Ihrem Rathaus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Über eine Million Menschen wurden vertrieben, vor allem vom Norden Gazas in den Süden, der angeblich sicher sein hätte sollen, um jetzt von der israelischen Armee bombardiert und invadiert zu werden. Krankenhäuser, Schulen, Moscheen, Kirchen, Einrichtungen der Vereinten Nationen; Einrichtungen, die als Zufluchtsorte dienen - kein Ort ist vor den israelischen Bombardierungen oder israelischen Scharfschützen sicher.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Vorgestern, am 16. Dezember 2023, wurden zwei Gemeindemitglieder, Mutter und Tochter, auf dem Kirchengelände der Kirche zur Heiligen Familie (die einzige katholische Kirche in Gaza) von israelischen Scharfschützen regelrecht hingerichtet. Die Tochter wurde bei dem Versuch getötet, ihre ältere Mutter zu retten, die als erste von Scharfschützen erschossen worden war. Sieben weitere Personen wurden angeschossen und verletzt. Alle hatten auf dem Kirchengelände Zuflucht gesucht. Am selben Tag wurde das sich auf dem Kirchengelände befindliche Kloster der Missionarinnen der Nächstenliebe von einem israelischen Panzer gezielt unter Beschuss genommen. Im Kloster leben 54 behinderte, zum Teil schwer pflegebedürftige Menschen. Durch den Beschuss wurden nicht nur das Kloster, sondern auch der Generator (die einzige Quelle für Elektrizität) sowie die Benzinvorräte zerstört. Einige der BewohnerInnen waren auf Beatmungsgeräte angewiesen, ihr Verbleib und Wohlergehen ist ungewiss.</span><a href="#_ftn2" target="_blank"><span style="color: #000000;">[2]</span></a></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Flagge jenes Landes, das dieses Leid verursacht, hängt auf Ihrem Rathaus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Carl Skau, stellvertretender Direktor des UN-Welternährungsprogramms, erklärte vor einer Woche, dass die Hälfte der Bevölkerung des Gazastreifens aufgrund der anhaltenden Bombardierungen und Kämpfe hungert, neun von zehn Menschen könnten nicht jeden Tag essen, nur ein Bruchteil der benötigten Hilfsgüter gelangen in den Gazastreifen. Es gibt kaum noch Trinkwasser, Seuchen greifen um sich. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen bezeichnen die Situation in Gaza als „apokalyptisch“.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Flagge jenes Landes, das dieses Leid verursacht, hängt auf Ihrem Rathaus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mehr als 100 MitarbeiterInnen der Vereinten Nationen, mehr als 200 medizinische Fachkräfte und mehr als 80 JournalistInnen starben durch die Gewalt der israelischen Armee. Die unverhältnismäßig hohe Zahl der Todesopfer unter MitarbeiterInnen von Hilfsorganisationen und JournalistInnen ist in der Geschichte der jüngsten Konflikte beispiellos, ebenso in der Geschichte der Vereinten Nationen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Flagge jenes Landes, das dieses Leid verursacht, hängt auf Ihrem Rathaus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ich frage Sie heute erneut: Was muss Ihrer Meinung nach noch geschehen, damit Sie die israelische Flagge wieder abnehmen?</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Hochachtungsvoll</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000000;">Salah Abdel Shafi</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000000;">Botschafter</span></p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_235426f1b264481582087592f78ad0d5~mv2.jpg/v1/fit/w_1000,h_853,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p><a href="#_ftnref1" target="_blank"><span style="color: #000000;">[1]</span></a><span style="color: #000000;"> Alle Zahlen stammen von den Vereinten Nationen, Stand 16.12.2023.</span></p>
<p><a href="#_ftnref2" target="_blank"><span style="color: #000000;">[2]</span></a><span style="color: #000000;"> Alle Informationen stammen vom Lateinischen Patriarchat Jerusalem: </span><a href="https://www.lpj.org/posts/gaza-16th-december-2023.html?s_cat=1102" target="_blank"><span style="color: #000000;">https://www.lpj.org/posts/gaza-16th-december-2023.html?s_cat=1102</span></a><span style="color: #000000;"> (Stand 18.2.2023)</span></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Gaza: Mutter und Tochter von israelischen Scharfschützen hingerichtet, Behindertenheim bombardiert]]></title><description><![CDATA[Zur Mittagszeit am 16. Dezember wurden zwei katholische Gemeindemitglieder, Mutter und Tochter, auf dem Gelände der Kirche zur Heiligen...]]></description><link>https://www.palestinemission.at/single-post/gaza-mutter-und-tochter-von-israelischen-scharfsch%C3%BCtzen-hingerichtet-behindertenheim-bombardiert</link><guid isPermaLink="false">65801fdad4d45e74b8824751</guid><category><![CDATA[Allgemeine_Nachrichten_Startseite]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><category><![CDATA[Blogeinträge]]></category><pubDate>Mon, 18 Dec 2023 10:37:21 GMT</pubDate><enclosure url="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_ada7c65be96b4b5dbe9ddad5226b6cb4~mv2.jpg/v1/fit/w_720,h_761,al_c,q_80/file.png" length="0" type="image/png"/><dc:creator>office16022</dc:creator><content:encoded><![CDATA[<p>Zur Mittagszeit am 16. Dezember wurden zwei katholische Gemeindemitglieder, Mutter und Tochter, auf dem Gelände der Kirche zur Heiligen Familie (die einzige katholische Kirche in Gaza) von israelischen Scharfschützen regelrecht hingerichtet. Die Tochter wurde bei dem Versuch getötet, ihre ältere Mutter zu retten, die von Scharfschützen erschossen worden war. Sieben weitere Personen wurden angeschossen und verletzt. Alle hatten auf dem Kirchengelände Zuflucht gesucht.</p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_ada7c65be96b4b5dbe9ddad5226b6cb4~mv2.jpg/v1/fit/w_720,h_761,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p>In den frühen Morgenstunden desselben Tages wurde das sich auf dem Kirchengelände befindliche Kloster der Missionarinnen der Nächstenliebe von einem israelischen Panzer unter Beschuss genommen. Im Kloster leben 54 behinderte, zum Teil schwer pflegebedürftige Menschen. Durch den Beschuss wurden nicht nur das Konvent, sondern auch der Generator (die einzige Quelle für Elektrizität) sowie die Benzinvorräte zerstört. Einige der BewohnerInnen waren auf Beatmungsgeräte angewiesen, ihr Verbleib und Wohlergehen ist ungewiss.</p>
<p><br /></p>
<figure><img src="https://static.wixstatic.com/media/fe9909_65176d6c720e4e41b07bf9a91db2db59~mv2.jpg/v1/fit/w_605,h_902,al_c,q_80/file.png"></figure>
<p><br /></p>
<p> </p>
<p>Diese Ereignisse zeigen – neben den Geschehnissen rund um die Hinrichtung der drei freigekommen israelischen Geiseln durch israelische Soldaten – einmal mehr, dass es nirgendwo in Gaza sicher ist. Auch vor religiösen Einrichtungen wie einer Kirche, seit jeher ein Ort der Zuflucht, oder einem Behindertenheim (auf Kirchengelände) wird nicht Halt gemacht und Zivilistinnen und Zivilisten gezielt getötet.</p>
<p> </p>
<p><br /></p>]]></content:encoded></item></channel></rss>