31. März: Tag des Bodens – Yoom al Ard

„Trotz der vielschichtigen Komplexität des Konflikts erinnert uns der Tag des Bodens daran, dass Land immer der Kern unseres Kampfes ist. Deshalb muss unser Konflikt mit dem Zionismus immer auf seine grundlegenden Bestandteile reduziert werden: ein asymmetrischer Kampf um Land zwischen uns, der indigenen Bevölkerung, und denen, die uns kolonisieren und unterdrücken, bewaffnet mit Ansprüchen auf historische Verbindungen zum Land.“

Dr Emad Moussa[1]


Heute, am 30. März 2021, gedenken wir dem Tag des Bodens (arabisch Yoom al Ard).


Der Tag des Bodens ist ein jährlich stattfindender palästinensischer Gedenk- und Protesttag, der sich gegen die Landenteignung der palästinensisch-arabischen Bevölkerung durch Israel richtet. Er geht auf ein Ereignis im Norden Israels aus dem Jahr 1976 zurück. Bei Protesten gegen die Enteignung durch die israelische Regierung von 20,000 Dunum Land rund um palästinensische Dörfer in Galiläa wurden sechs israelische PalästinenserInnen, drei Männer und drei Frauen, erschossen und mehr als hundert PalästinserInnen verletzt. Jedes Jahr versammelte sich seither am 30. März die palästinensische Bevölkerung in Israel und in den besetzten palästinensischen Gebieten, um an diese Ereignisse zu erinnern und um auf Israels weiterhin andauernde Besatzung und Landannexion aufmerksam zu machen.

Der Tag des Bodens ist auch im Jahr 2021 aktueller denn je – denn nach wie vor wird der israelische Siedlungsbau vorangetrieben, nach wie vor wird palästinensisches Land enteignet und der palästinensischen Bevölkerung somit nicht nur Grund und Boden, sondern auch wertvolle Ressourcen wie beispielsweise Wasser genommen. Wie jedes Jahr gelten unsere Gedanken am Tag des Bodens insbesondere auch den palästinensischen Beduinendörfern, die auch aktuell wieder von Enteignungen, Vertreibungen, Hauszerstörungen und Zwangsumsiedelung durch die israelische Regierung bedroht und betroffen sind.


Die israelische Siedlungspolitik gilt nicht nur als völkerrechtswidrig, sondern auch als eine der Haupthindernisse für einen gerechten Frieden. In mehr als fünf Jahrzehnten der Besatzung haben sich so über 196 von Israel angelegte Siedlungen im Westjordanland und Ostjerusalem auf palästinensischem Land entwickelt, hinzukommen über 200 Siedler-Außenposten. Heute leben über 750 000 israelische SiedlerInnen in Ostjerusalem und im Westjordanland. Das Vorantreiben des für den israelischen Staat lukrativen Siedlungsbaus geht immer einher mit der Enteignung von palästinensischem Land und betrifft vor allem fruchtbare Regionen in den palästinensischen Gebieten.


[1] “Land Day 2021: Thought Israel's cleansing of Palestinians couldn't get any worse? You were wrong” Dr Emad Moussa (30.03.2021) [2] Siehe auch Dr Marwan Darweish: The day of the land (31. März 2015)

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