Palästinensische Reporterin Shireen Abu Akleh von israelischen Soldaten erschossen

Shireen Abu Akleh, eine bekannte palästinensische Reporterin für den arabischsprachigen Kanal des Senders Al Jazeera, wurde heute in den frühen Morgenstunden bei einer Invasion des israelischen Militärs in Jenin in den Kopf getroffen und starb kurz darauf. Ali Samoudi, ein weiterer palästinensischer Journalist, wurde nach einem Schuss in den Rücken in einem stabilen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert.


Shireen Abu Akleh, 51, wurde in Jerusalem geboren. Sie begann 1997 für Al Jazeera zu arbeiten und berichtete regelmäßig vor der Kamera aus den palästinensischen Gebieten.


Auf den Videoaufnahmen des Vorfalls ist Abu Akleh in einer blauen Splitterschutzweste zu sehen, auf der deutlich das Wort "PRESSE" steht. Ali Samoudi, der als ihr Produzent arbeitete, sagte gegenüber The Associated Press aus, dass sie zu einer Gruppe von sieben Reportern gehörten, die am frühen Mittwoch über die Razzia berichten wollten. Sie alle haben Schutzkleidung getragen, die sie eindeutig als Reporter auswies, ebenso seien sie an israelischen Truppen vorbeigegangen, damit die israelischen Soldaten sie sehen und wissen konnten, dass sie da waren.




Samoudi berichtete, dass der erste Schuss sie verfehlt habe, ein zweiter habe ihn in den Rücken getroffen und ein dritter habe Shireen Abu Akleh getötet. Es seien keine Militanten oder andere Zivilisten in dem Gebiet gewesen - nur die Reporter und die Armee.


Dieser ungeheuerliche Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Übergriffen von Seiten der israelischen Armee und/oder Polizei auf Journalistinnen und Journalisten, die über die Situation der palästinensischen Bevölkerung berichten. Wie auch das International Press Institute 2021 bestätigte, kam es bereits in der Vergangenheit mehrmals zu zielgerichteten Attacken und Einschüchterungsversuchen der israelischen Einsatzkräfte auf JournalistInnen.


Die Tötung von Shireen Abu Akleh ist ein Verbrechen und ein klarer Verstoß gegen die Pressefreiheit“, so Botschafter Salah Abdel Shafi. „Mit Bedauern muss jedoch festgestellt werden, dass die österreichische Presse es unterlässt, ausführlich darüber zu berichten. Obwohl hier eine Kollegin getötet wurde und die Pressefreiheit und die Behandlung von ReporterInnen – vollkommen zu Recht – in allen Ländern der Welt genau beobachtet und bei Verstößen kritisiert wird, ist dies offensichtlich dann nicht der Fall, wenn es sich um Taten von Seiten Israels handelt.

Jedoch nicht nur die Presse, sondern auch die österreichische Regierung und die internationale Staatengemeinschaft sind dazu aufgerufen, Stellung zu beziehen und Israel zu verurteilen. Wer zu diesem Verbrechen schweigt, macht sich mitschuldig.“