71. Tag der Nakba

Heute, am 15. Mai, jährt sich der Tag der Nakba zum 71. Mal.


Die Staatsgründung Israels im Jahr 1948 ist für die palästinensische Bevölkerung untrennbar verbunden mit dem Terminus Nakba (arabisch für „Katastrophe“), der Vertreibung von 750.000 PalästinenserInnen aus ihrer Heimat, dem bis dahin britischen Mandatsgebiet Palästina. Mit der Vertreibung einher gingen nicht nur die Zerstörung von 531 palästinensischen Dörfern und Stadtteilen, sondern auch zahllose Tötungen von PalästinenserInnen.

Der israelische Historiker Ilan Pape spricht im Zusammenhang mit der Nakba nach eingehenden Untersuchungen israelischer Militärarchive von „ethnischen Säuberungen“, begangen von jüdischen Milizen. Dem von Israel nach wie vor aufrechterhaltenen Narrativ von einem „Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ stehen heute weltweit über 12 Millionen Palästinenser und Palästinenserinnen gegenüber, davon sind 5,49 Millionen als Flüchtlinge beim UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNWRA) registriert.


Die UN Resolution 194 (III), Artikel 11, vom 11. Dezember 1948 spricht den palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen zwar ein Rückkehr-Recht respektive Restitution aus, doch wurde diese Resolution bis heute nicht umgesetzt. Nach wie vor existieren 58 palästinensische Flüchtlingslager in Jordanien, Libanon, Syrien, Gaza, Westjordanland und Ostjerusalem. Die Situation in den dicht besiedelten Flüchtlingslagern ist geprägt von Armut, fehlender Infrastruktur und Arbeitslosigkeit. Das Recht der palästinensischen Flüchtlinge, in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum zurückzukehren und Restitution zu erhalten, wie es in der UN Resolution 194 eigentlich vereinbart wurde, darf nicht in Vergessenheit geraten, sondern muss respektiert, geschützt und unterstützt werden.


Die Nakba ist kein singuläres Ereignis - vielmehr hält sie bis heute an. So wurden seit 1948 wurden 100.000 PalästinenserInnen und Angehörige anderer arabischer Länder im Konflikt mit Israel getötet. Seit der 2. Intifada bis heute wurden 10 853 PalästinenserInnen getötet, das blutigste Jahr stellt hierbei 2014 dar – beim israelischen Angriff auf Gaza wurden 2181 Menschen getötet. Allein im Jahr 2018 wurden 312 Personen getötet, davon 57 Kinder und drei Frauen – bis heute warten 15 Familien auf die Leichen ihrer getöteten Familienangehörigen, die die israelische Armee nicht an die Angehörigen zurück gibt.


Seit 1967 wurden eine Million PalästinenserInnen verhaftet:



Nach Zählung von ICAHD und der UN hat Israel seit 1967 55.000 palästinensische Häuser in den besetzten Gebieten abgerissen. 60.000 Häuser wurden in der Nakba von 1948 und deren Nachwehen zerstört, dazu tausende Häuser mehr im israelischen Kernland bis zum heutigen Tag. Die Siedlungsexpansion im Westjordanland und in Ostjerusalem wird – völkerrechtswidrig und vor den Augen der internationalen Staatengemeinschaft – weiterhin fortbetrieben.


Auch 71 Jahre später steht das palästinensische Volk unter den allumfassenden Auswirkungen israelischer Besatzung und deren Mechanismen wie Vertreibung, Enteignung, Kolonialisierung, Apartheid und weiteren, tagtäglichen Verletzungen von Menschenrechten.




Weiterführende Informationen:


Palestine Insitute for Public Diplomacy: Call for Action #deactivateAirbnb


"By doing business in the settlements, Airbnb is directly promoting discrimination, oppression, and injustice – and failing to uphold its corporate responsibility to respect human rights. May 15th is the anniversary of the Nakba – the day when a million Palestinians lost their land and homes. Take action on May 15th to show Airbnb that supporting injustice is unacceptable."


Launch of global campaign to deactivate Airbnb on Nakba Day

LINK zu Kurzfilm "Life before expulsion in Palestine: "We were there. We do exist.""



Interview mit Jeff Halper: "Wer Häuser zerstört, will kein Zusammenleben"


The last eyewitnesses: a new film on the Nakba Trailer und Interview mit Regisseur Ahlam Muhtaseb




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