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B'tselem: Israel begeht weiterhin Völkermord

  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Seit der Verkündung des „Waffenstillstands“ am 10. Oktober 2025 bis zum 8. April 2026 tötete Israel im gesamten Gazastreifen 736 Menschen. Etwa 150 von ihnen kamen während des israelisch-amerikanischen Angriffs auf den Iran ums Leben.


Statement von B’tselem, 10. April 2026

(Originalbeitrag in englischer Sprache)

 

„Die gelbe Linie“, die als Teil des Trump-Plans gezogen wurde und mehr als die Hälfte des Gebiets von Gaza „vorübergehend“ unter israelischer Kontrolle belässt, ist zu einem Schauplatz des Tötens und der wiederholten Vertreibung von Palästinenser*innen geworden und verfestigt sich zu einer De-facto-Grenze. Jüngsten Analysen von Satellitenbildern zufolge hat das israelische Militär seit Beginn des „Waffenstillstands“ sieben neue Posten entlang der gelben Linie errichtet, deren Verlauf verlegt, um weitere Teile des Gazastreifens abzuschneiden, und mit dem Bau einer kilometerlangen Bodenbarriere begonnen.

Die rund 2,1 Millionen Einwohner*innen des Gazastreifens sind gezwungen, sich auf ein Gebiet zu drängen, das weniger als die Hälfte des Territoriums des Gazastreifens ausmacht.


Mehr als eine Million Vertriebene benötigen dringend grundlegende Hilfsgüter für Unterkünfte. Die meisten leben in provisorischen Zelten, die anfällig für Überschwemmungen sind und unter unmenschlichen sanitären Bedingungen leiden, oder in beschädigten Gebäuden, die unmittelbar einsturzgefährdet sind.

Mit Beginn des Angriffs auf den Iran verhängte Israel drakonische Beschränkungen für die Einfuhr humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen, was zu einem Rückgang der Zahl der einfahrenden Hilfs-LKWs um rund 80 Prozent führte. Da die Grenzübergänge geschlossen sind, sank die Zahl der Patient*innen, denen im März die Ausreise aus dem Gazastreifen zur dringenden medizinischen Behandlung gestattet wurde, auf 16, während mehr als 18.500 Patient*innen, die eine Behandlung außerhalb des Gazastreifens benötigen, das Gebiet nicht verlassen können. Das Gesundheitssystem des Gazastreifens, das durch den israelischen Angriff fast vollständig zerstört wurde, muss nun bei einem massiven Patient*innenansturm und unter schwerwiegendem Mangel an Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Treibstoff zurechtkommen.


Die Schließung der Grenzübergänge hat zudem die Nahrungsmittelkrise in Gaza verschärft: Grundnahrungsmittel sind von den Märkten verschwunden, und die Preise für andere Waren sind so stark gestiegen, dass sie für den Großteil der Bevölkerung unerschwinglich geworden sind. Infolgedessen werden voraussichtlich etwa 1,6 Millionen Menschen in diesem Monat Hunger leiden.

Sechs Monate nach dem sogenannten Waffenstillstand dauern das Töten, die Zerstörung, der Hunger und die Vertreibung an, während die internationale Gemeinschaft den Palästinenser*innen im Gazastreifen weiterhin den Rücken zudreht und den von Israel begangenen Völkermord weiterhin ermöglicht.



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