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Drei Webseiten (in englischer Sprache), die ein umfassendes Archiv über den Genozid in Gaza angelegt haben:

vor 11 Stunden
2 Min. Lesezeit

GazaIndex liefert in übersichtlichen Grafiken Zahlen, Fakten und Daten zur humanitären Katastrophe. Eine permanent aktualisierte Dokumentation des Völkermords in Gaza, festgehalten in Opferzahlen, Zerstörung, Vertreibung, Preise und Hilfsleistungen. Die Lebensumstände in Gaza werden anhand von vier Indikatoren veranschaulicht: die Zahl der Opfer, die allgemeinen Verbraucherpreise, die Grenzübergänge und der Hilfsfluss. Alle angegebenen Zahlen sind mit ihrer ursprünglichen Quelle verknüpft, sodass sie zitiert und belegt werden können.

 


Lee Mordechai, israelischer Historiker an der Hebrew-Universität, begann bereits kurz nach Beginn der genozidalen Angriffe auf Gaza im Oktober 2023 an seinem Text „Bearing witness – My testimony regarding the Israel-Gaza war” zu arbeiten. An dessen Beginn schrieb er:

„Ich, Lee Mordechai, von Beruf Historiker und israelischer Staatsbürger, bezeuge in diesem Dokument die schreckliche aktuelle Situation in Gaza, wie sie sich derzeit entwickelt. Die enorme Menge an Beweisen, die ich gesehen habe und auf die ich später in diesem Dokument Bezug nehme, hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass Israel gegenwärtig einen Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung in Gaza begeht.“ 


Mittlerweile ist Mordechais ursprüngliche PDF-Version mit Hilfe von weiteren Mitarbeiter*innen in eine Webseite namens „Bearing Witness“ übergegangen. Sie versucht Informationen zum Genozid in Gaza an einem Ort zu bündeln, sie zeitlich und räumlich einzuordnen und Verbindungen zwischen einzelnen Ereignissen und übergeordneten Entwicklungen herzustellen. Durch die Kombination von persönlichen Zeug*innenaussagen, Daten und räumlicher Kartierung ermöglicht diese Plattform den Nutzer*innen, zwischen einzelnen Geschichten und dem Gesamtbild zu navigieren. Das Projekt zielt darauf ab, eine zugängliche und zuverlässige Wissensinfrastruktur bereitzustellen, die es Forscher*innen, Journalist*innen, Entscheidungsträger*innen und der Öffentlichkeit – auch in der Zukunft – ermöglicht, Ereignisse besser zu verstehen, Muster und Strukturen zu erkennen und den öffentlichen Diskurs auf dokumentierte, kontextbezogene Informationen zu stützen.

 


Archive Genocide ist wahrscheinlich der umfassendste Versuch, zu dokumentieren, zu überprüfen und zu archivieren, was in Gaza auch nach drei Jahren noch geschieht. Die Website enthält Interviews mit Ärzt*innen und Hunderte von Videos, die unter anderem Kriegsverbrechen in Gaza dokumentieren.

Archive Genocide ist die größte Sammlung von Beweismaterial gegen Israel. Letzte Woche gaben die Herausgeber*innen bekannt, dass die Website über 200.000 Dokumente enthält, darunter mehr als 100.000 Videoclips von Medien, sozialen Medien, Drohnen, Zivilist*innen, Ärzt*innen, israelischen Soldaten und anderen. Die Herausgeber*innen geben an, bisher die Echtheit von über 35.000 dieser Videos bestätigt zu haben. Das Projekt startete im Oktober 2024, nachdem die Initiator*innen festgestellt hatten, dass Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok Videos löschten und Konten sperrten, die Clips aus dem Gazastreifen hochluden. Nach Angaben der Redakteur*innen sammeln, laden und kategorisieren 25.000 Freiwillige weltweit das Material. Außerdem rufen sie die Öffentlichkeit dazu auf, das Archiv auf lokale Server und mobile Speichergeräte herunterzuladen, um es vor Löschversuchen durch Israel oder die Tech-Giganten zu schützen. Zudem senden sie das Material an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, an die Hind-Rajab-Stiftung, die sich für die strafrechtliche Verfolgung israelischer Soldat*innen und Offizier*innen einsetzt, sowie an die südafrikanischen Staatsanwält*innen, die den Fall gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag bearbeiten.


 

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