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Keine akute Unterernährung bei Kindern in Gaza?

  • vor 13 Minuten
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Eine neue Studie im Auftrag der UNICEF zeigt, dass die Ernährungssituation in Gaza – entgegen aller Propaganda – heute besser ist als in allen arabischen Nachbarstaaten und sogar besser als in manchen europäischen Ländern“, twitterte die israelische Botschaft in Deutschland vor ein paar Tagen. „Die Hungersnot in Gaza war, ist und bleibt eine Lüge, die von Judenhassern verbreitet wird“, schrieb Maike Klebl, Nachrichtenchefin bei BILD dazu. UN Watch postete: „Der Gazastreifen weist eine der niedrigsten Raten akuter Unterernährung bei Kindern weltweit auf!


Ursprünglich ausgegangen war die Falschinformation, UNICEF hätte in einer Studie festgestellt, den Kindern in Gaza gehe es ernährungstechnisch besser als beispielsweise jenen in Finnland (!), vom israelischen Außenministerium. Dabei wurde selektiv aus der Studie ein Wert von 0,5 Prozent herausgegriffenen und ohne Zusammenhang präsentiert, um Israels Aushungerung des Gazastreifens zu leugnen. Nachdem das israelische Außenministerium von Leser*innen auf die Manipulation hingewiesen wurde und es wiederholt den Beitrag abänderte, löschte das israelische Außenministerium stillschweigend seinen Beitrag schlussendlich ganz aus den sozialen Medien. Dennoch verbreitet sein Propagandanetzwerk – darunter auch UN Watch und die israelische Botschaft in Deutschland – weiterhin die selektiv herausgegriffenen 0,5 Prozent.


Die Organisation EuroMed Human Rights Monitor stellte fest, dass das israelische Außenministerium die UNICEF-Daten zur Unterernährung im Gazastreifen manipuliert hat, um die von der Integrated Food Security Phase Classification (IPC) bestätigten Hungersnotindikatoren zu leugnen. Der genannte Wert von 0,5 Prozent, der ausschließlich auf dem Indikator „Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße“ basiert, bedeutet faktisch, dass eines von 77 Kindern unter fünf Jahren an akuter Unterernährung leidet. Er berücksichtig jedoch nicht weitere wichtige Indikatoren wie Wachstumsverzögerung und Oberarmumfang.


So steigt der Wert auf etwa 1,3 Prozent, wenn der Indikator Oberarmumfang berücksichtigt wird und auf 12,2 Prozent, wenn der Indikator Wachstumsverzögerung berücksichtigt wird. Insbesondere dieser Indikator, der bei einem von acht Kindern in Gaza auftritt, spiegelt langfristige Ernährungsmangelzustände und chronischen Stress wider. Die Erhebungsdaten der UNICEF-Studie decken zudem einen sehr begrenzten Zeitraum ab und erfassen weder Fälle, die vor oder nach der Erhebung auftraten, noch wiederholte Rückfälle.


Nicht zuletzt muss auch darauf hingewiesen werden, dass Gazas Märkte seit dem „Waffenstillstand“ mit Schokolade, Chips und zuckerhältigen Softdrinks geflutet werden, die – im Gegensatz zu Obst, Gemüse und gesunden Proteinen – leicht und billig erhältlich sind und ungesunde Fettreserven im Körper aufbauen. Die Auswirkungen einer einseitigen, nährstoff- und vitaminarmen sowie massiv zuckerhältigen Ernährung auf Kinder und ihre körperliche und geistige Entwicklung werden sich erst in den kommenden Jahren zeigen.


Übrigens veröffentlichte UNICEF am 6. August ein Statement („Children in Gaza Are Still Waiting for an End to the Violence“) zu Gaza, in dem nicht nur die Ermordung von 300 Kindern während des sogenannten Waffenstillstands verurteilt wird – was die Tötung eines Kindes pro Tag entspricht –, sondern auch noch einmal die katastrophale Lage der Kinder in Gaza benennt wird. Ein wesentlicher Faktor dabei ist – neben Krankheiten, unsauberem Wasser und fehlender medizinischer Versorgung – akute Unterernährung. Müßig zu erwähnen, dass dies nicht vom israelischen Außenministerium in den sozialen Medien geteilt wurde.


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Informationen entnommen aus:

Israel lies again to whitewash its crimes in Gaza

It seized on one number from the UNICEF-led Nutrition Cluster’s 2026 survey to deny the IPC’s 2025 famine determination—and erase years of imposed hunger. The survey says no such thing. Here is what Israel hid.

 

Children in Gaza Are Still Waiting for an End to the Violence

UNICEF, 6. August 2026



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