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Kommentare zum Dokumentarfilm NAZA

12. Sept.
10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Sept.

„Es fällt mir ehrlich gesagt nicht leicht, hier zu stehen. Die Realität ist, dass Israel seit Beginn dieses Festivals, also in diesen knapp zehn Tagen, mindestens sechs palästinensische Kinder in Gaza getötet hat. Ein dreijähriges Mädchen wurde in der Schule bombardiert, ein siebenjähriges Mädchen zusammen mit ihrem Vater im Auto. Ich möchte mich ganz klar ausdrücken: Diese Wahrheit ist bestens dokumentiert und seit dem allerersten Tag bekannt – dank palästinensischer Journalist*innen. Mehr als 200 von ihnen wurden von Israel in Gaza getötet. Ihre Stimmen wurden zum Schweigen gebracht und geleugnet. Wir glauben, dass die Leugnung eines Verbrechens dazu beiträgt, dass es fortbesteht. Und deshalb ist es für uns wirklich besonders wichtig, dass Israelis diesen Film sehen. Es ist unser Land, das diese Verbrechen begeht; die Europäer sollten ihn sehen, insbesondere hier in Italien, denn eure Regierung und die deutsche Regierung blockieren jeglichen Druck auf Israel, der dem ein Ende setzen könnte. Die Amerikaner sollten ihn sehen, denn dieses Land finanziert einen Großteil der Tötungen.“


Yuval Abraham, Co-Regisseur von NAZA, in seiner Rede bei den Filmfestspielen von Venedig, 13. September 2026

 


„Israels Kulturminister Miki Zohar drohte am Sonntag damit, den Oscar-prämierten Filmemachern Yuval Abraham und Rachel Szor die Staatsbürgerschaft zu entziehen, nachdem ihr Dokumentarfilm „NAZA“ am Samstag den Sonderpreis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig gewonnen hatte. In einem Beitrag auf X bezeichnete Zohar den Film als „abscheulich“ und erklärte, er stelle „Staatsverrat“ dar. Er warf Abraham und Szor vor, bereit zu sein, „ihrem Heimatland zu schaden, um Beifall von Antisemit*innen auf der ganzen Welt zu erhalten“, und sagte: „Ich werde unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um diesen verabscheuungswürdigen Filmemachern wegen Staatsverrats die israelische Staatsbürgerschaft zu entziehen.“ (…) Der ehemalige Verteidigungsminister Avigdor Lieberman bezeichnete Abraham und Szor als „Israel-Hasser“, während der ehemalige Ministerpräsident Naftali Bennett dies als „eine schreckliche Blutverleumdung gegen unsere Söhne und Töchter“ bezeichnete.“


Aus “Israel's Culture Minister Threatens to Revoke Citizenship of Gaza Doc Filmmakers”, Haaretz, 13. September 2026

 



„Ich bin der Letzte, der überrascht werden sollte, denn ich sehe es Tag für Tag seit Jahren. Und dennoch. Die Medien, der öffentliche Diskurs. Dieses Land ist sehr gefährlich für jeden Menschen, der anders denkt. Und noch gefährlicher für jene Menschen, die dem israelischen Volk die Realität vor Augen halten.“


Michael Sfard, israelischer Menschenrechtsanwalt, zu den massiven Angriffen aus israelischer Politik und Zivilgesellschaft auf Yuval Abraham und Rachel Szor, 14. September 2026

 



„Seit der Premiere ihres Films „NAZA“ in Venedig letzte Woche haben Menschen hier [in Israel, Anm.] Morddrohungen gegen Rachel Szor und Yuval Abraham ausgesprochen und sie auf abscheuliche Weise angegriffen. All dies geschieht in dieser separaten Realität, in der wir leben: Massenbegräbnisse für Menschen, die bei Bombardements vor fast drei Jahren ums Leben kamen und deren Leichen erst jetzt geborgen werden, und die Überreste von Kindern werden aus den Trümmern gezogen, die noch immer an Ort und Stelle stehen wie Denkmäler aus Staub und Tod – während Palästinenser*innen in Gaza weiterhin abgeschlachtet werden. Wenn wir uns weigern, die Realität so zu sehen, wie sie ist – unseren Platz und unsere Mitschuld darin und das, was diese Dinge über uns offenbaren –, können wir toben und schreien, ablenken und noch mehr darauf beharrlich bestehen, uns mit aller Kraft dagegen wehren und sie so oft wir wollen als „Capos“ bezeichnen; doch das wird diese Dinge nicht ungeschehen machen. Und damit müssen wir für den Rest unseres Lebens leben.“


Addam Yekutieli, israelischer Künstler, 14. September 2026

 



„Ich habe den Film „NAZA“ nicht gesehen, daher werde ich mich nicht zu einem Film äußern, den ich nicht gesehen habe. Ich habe darüber gelesen und gesehen, dass Yuval Abraham in seiner Rede in Venedig versucht hat, sich als jüdischer Israeli in den Hintergrund zu rücken, was ich für gut und lobenswert halte. Aber das waren 25 Minuten Standing Ovations für die Dokumentation dessen, was seit Jahren bekannt ist – mit Berichten von anonymen israelischen Völkermördern, die aufgrund dieser fehlenden Aufdeckung wohl kaum vor Gericht gestellt werden. (…) Wenn also dieses Publikum nach dem Klatschen auf die Straße und vor die Gerichte geht und dafür kämpft, diesen andauernden Völkermord zu stoppen, dann ist das schon etwas. Aber wir wissen es schon seit den Anfängen – es ist ein Völkermord, und wir haben es versäumt, ihn zu verhindern. Vielleicht ist es also besser, beschämt den Kopf zu senken, als zu klatschen.

Wie dem auch sei – tut etwas dagegen. Schaut nicht einfach nur zu. Klatscht nicht einfach nur Beifall. Und wir brauchen Namen, Daten, Orte und strafrechtliche Verfolgung – einschließlich der Piloten und Anwälte. Wenn die Israelis eine Rolle spielen, dann deshalb, weil sie diesen Völkermord mit überwältigender Mehrheit unterstützt haben, quer durch das gesamte zionistische politische Spektrum. Sie sind keine Held*innen, nicht einmal diejenigen, die darauf hingewiesen haben. Diejenigen, die das Nötigste getan haben, um dagegen zu protestieren, sind einfach nur normale Menschen. (…)“


Jonathan Ofir, israelischer Musiker und Dirigent, Autor und Blogger mit Sitz in Dänemark, 13. September 2026

 



„In einer Woche wird sich der Sturm gelegt haben und der Film wird in Vergessenheit geraten. Israel wird wieder vergessen haben. Aber was wir in Gaza angerichtet haben, bleibt bestehen. Der Trümmerberg, der einst aus Häusern im Gazastreifen bestand – und die Ruinen der palästinensischen Gesellschaft, die inmitten dieser Trümmer ums Überleben kämpft –, wird bestehen bleiben. Die Palästinenser*innen werden bleiben. Die Hölle, die wir dort geschaffen haben, wird bestehen bleiben. Wir beschäftigen uns gerne ausschließlich mit der Frage, ob der Weg zur Hölle mit guten Absichten in Bezug auf Sicherheit oder mit böswilliger Absicht zur Zerstörung gepflastert ist; doch das ist eine israelische Debatte, die nur Israelis interessiert. Überall sonst auf der Welt ist klar, dass es nicht auf die Absichten auf dem Weg dorthin ankommt, sondern auf die Hölle selbst.

Wir müssen uns den Film nicht ansehen. Niemand zwingt uns dazu. Aber die Realität wird uns irgendwann zwingen, hinzuschauen. Und diese Realität wird wie die leeren Blicke von Zehntausenden unschuldiger Menschen aussehen. Es wird keinen Applaus geben. Wir alle werden aufgefordert werden, genau zu erklären, was wir auf diesem Weg in die Hölle beabsichtigt hatten, nur um festzustellen, dass die Realität von den Antworten, die wir im Sinn hatten, unbeeindruckt ist. Und es wird hart, schlimm und hässlich bleiben.“


Tom Zandman, israelischer Friedensaktivist, 14. September 2026



„Zwei Dinge können gleichzeitig wahr sein: NAZA ist ein entscheidender dokumentarischer Beweis gegen Leugner*innen des Völkermords. Und: Wir leben in einer erschreckend heuchlerischen Welt, die Israelis bejubelt, die Apartheid und Völkermord anprangern, während sie Palästinenser*innen beschämt und ihnen keinen Glauben schenkt, wenn diese genau dieselben Worte verwenden. So wie damals, als die deutsche Kulturministerin Claudia Roth sagte, ihr Applaus bei der Berlinale 2024 habe sich ausschließlich direkt an den israelischen Journalisten Yuval Abraham gerichtet und nicht an dessen palästinensischen Co-Regisseur Basel Adra, der mit ihm auf der Bühne stand. Wenn ein Israeli von Völkermord und Apartheid spricht, gilt das als „mutig“ und „außergewöhnlich“. Wenn ein Palästinenser oder eine Palästinenserin dieselben Worte verwendet, gelten sie als „radikal“, „extremistisch“, „Propagandist*in“, „Antisemit*in“ und „kompromisslos“. Palästinensische Zeug*innenaussagen und Beweise werden als „voreingenommen“, „übertrieben“ und „unzuverlässig“ abgetan – bis Israelis etwas anderes sagen.

Es muss erst ein ehemaliger israelischer Ministerpräsident sagen, dass es im Westjordanland ethnische Säuberungen gibt, damit europäische Regierungen es glauben. Es muss erst ein ehemaliger israelischer Außenminister sagen, dass Camp David ein Schwindel war und dass er es abgelehnt hätte, wenn er Palästinenser*in wäre, um den Mythos vom „großzügigsten israelischen Friedensangebot“ zu entlarven.

Es muss erst die israelische Zeitung „Haaretz“ berichten, dass Israel Palästinenser in Haftlagern zu Tode foltert, damit die Welt glaubt, was wir seit Jahren dokumentieren und sagen. Wir brauchen immer einen Israeli, um unseren akribischen und einwandfreien Beweisen Legitimität und Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Das sollte nicht bedeuten, dass man israelische Gegenstimmen, die sich zu Wort melden, ignorieren sollte; es bedeutet nicht, die wichtige Arbeit, die sie leisten, und die Risiken, die sie eingehen, wenn sie die Verbrechen ihres eigenen Landes anprangern, herabzuwürdigen. Es gab bereits eine riesige Welle von Angriffen seitens der israelischen Regierung und Oppositionsführer gegen die Filmemacher*innen von NAZA.

Scham und Wut sollten sich gegen die Mainstream-Medien richten, die palästinensische Stimmen unterdrücken und an den Rand drängen, während sie Israelis hervorheben, die genau dieselbe Botschaft vermitteln. Das System ist gegen uns gerichtet. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir israelische Dissident*innen wie Yuval [Abraham] angreifen sollten. Es sollte vielmehr bedeuten, dass wir gemeinsam mit israelischen Anti-Apartheid-Aktivist*innen bei jeder sich bietenden Gelegenheit diejenigen anprangern und verurteilen, die die Spielregeln festlegen – so lange, bis palästinensische Stimmen gehört und geglaubt werden. (…) NAZA ist ein wichtiger und entscheidender Dokumentarfilm, der weltweit gesehen werden muss.“


Muhammad Shehada, palästinensischer Analyst und Gastwissenschaftler am European Council on Foreign Affairs aus Gaza, 14. September 2026



„Was sich in den letzten Tagen in den israelischen Medien abgespielt hat, ist nichts Geringeres als eine Massenpsychose. Ein völliger Wahnsinn einer ganzen Nation, die zum ersten Mal mit dem konfrontiert wird, was die ganze Welt schon seit langem weiß – dass Israel in Gaza unzählige Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat.

Es versteht sich von selbst, dass ich hinter Yuval Abraham und Rachel Szor stehe – gegen die faschistischen Parolen von kleingeistigen Politiker*innen und Journalist*innen, die vergessen haben (oder vielleicht nie gewusst haben), was journalistische Arbeit ist, was Solidarität ist und was Meinungsfreiheit ist. Meinungsfreiheit ist zum Beispiel nicht für langweilige Mainstream-Meinungen und Erklärungen des Sprechers der israelischen Armee gedacht.

Die israelische Armee weiß ganz genau, dass sie etwas zu verbergen hat, und deshalb hindert sie Journalist*innen daran, in den Gazastreifen einzureisen, vermeidet klare Antworten und unterlässt es, echte Ermittlungen zur Tötung unschuldiger Menschen durchzuführen.“


Nir Hasson, israelischer Journalist, 14. September 2026



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Ein Staat kann nicht nur für seine Feinde zum Monster werden



Jahrelang haben wir versucht, den Israelis zu erklären, wozu diese Maschinerie fähig ist, wenn ihr keine Grenzen gesetzt werden. Viele glaubten uns nicht, weil ihre Zähne in unsere Richtung zeigten. Nun hat sie begonnen, den Kopf zu drehen. Und vielleicht ist dies die Warnung, von der ich mir wünsche, mein Onkel hätte lange genug gelebt, um sie zu sehen: Ein Staat kann nicht nur für seine Feinde zum Monster werden.


Von Dr. Ezzideen Shehab, X (Twitter), 14. September 2026

(Originalbeitrag in englischer Sprache)

 

Es gab eine Zeit, in der ich die Israelis beneidet habe. Das mag aus dem Mund eines Palästinensers aus Gaza seltsam klingen, aber es ist wahr. Ich bin in einer Region aufgewachsen, in der Präsidenten jahrzehntelang an der Macht bleiben konnten, in der das Gesetz oft an der Tür der Mächtigen Halt machte und in der die Kritik an der falschen Person einen weit mehr kosten konnte als nur den Job. Und dann sahen wir jenseits des Zauns, wie israelische Minister zurücktraten, Präsidenten vor Gericht standen, Ministerpräsidenten strafrechtlichen Ermittlungen ausgesetzt waren, Journalist*innen ihre Regierung scharf kritisierten und Demonstrant*innen die Straßen füllten.


Ich machte mir keine Illusionen darüber, was Israel für die Palästinenser*innen bedeutete. Aber wenn man die Beziehung zwischen dem israelischen Staat und seinen eigenen Bürger*innen betrachtete, gab es Dinge, die wir uns wünschten, wir hätten sie auch. Mein Onkel drückte dies immer mit einem Vers aus dem Koran aus: „Wehe mir! Bin ich nicht in der Lage, wie diese Krähe zu sein?“ [Sure al-Ma'ida, Vers 31; es sind die Worte von Kain (Qabil), nachdem er seinen Bruder Abel (Habil) getötet hatte. Gott sandte daraufhin eine Krähe, die im Boden scharrte, um Kain zu zeigen, wie er den Leichnam seines Bruders vergraben und die Tat verbergen sollte. Als Kain dies sah, überkam ihn die Reue, und er rief voller Verzweiflung aus: „Wehe mir! Bin ich nicht in der Lage, wie diese Krähe zu sein und die Leiche meines Bruders zu verbergen?“, Anm.] Er meinte es fast bitter: Wie demütigend es ist, den Gegner anzusehen und Dinge zu entdecken, von denen man sich wünscht, die eigene Gesellschaft hätte sie gelernt. Dieser Onkel wurde später bei einem israelischen Luftangriff getötet. Und vielleicht verdeutlicht nichts die Tragödie dessen, was aus Israel geworden ist, besser, als diese beiden Tatsachen in ein und demselben Absatz zu vereinen.


Nach dem 7. Oktober sahen wir zu, wie eine rote Linie nach der anderen verschwand. Wir haben miterlebt, wozu Israel fähig ist, wenn Menschen einmal außerhalb der Grenzen öffentlicher Empathie stehen. Wir trugen unsere toten und zerfetzten Kinder in unseren Armen. Wir zeigten euch unsere zerstörten Häuser, unsere verbrannten Leichen, unsere Familien, die aus den Melderegistern verschwanden. Und zu viele Israelis haben sich entschieden, wegzuschauen. Nicht unbedingt, weil es keine Beweise gab. Sondern weil ihr, um uns zu glauben, euch selbst hättet hinterfragen müssen. Diese Weigerung hatte Konsequenzen, die weit über den Gazastreifen hinausreichten.


Denn wenn ihr der Macht die Erlaubnis gebt, ihre Grenzen gegenüber Menschen, die ihr hasst, aufzugeben, lehrt ihr sie nicht, Palästinenser*innen zu hassen. Ihr lehrt sie, dass Grenzen optional sind. Und nun wendet sich dies langsam nach innen.


Ein Land, das einen Teil seiner Identität darauf aufgebaut hat, die einzige Demokratie im Nahen Osten zu sein, hat nun einen Kulturminister, der fordert, dass israelische Filmemacher ihre Staatsbürgerschaft verlieren sollen, weil ihr Film „NAZA“ eine Darstellung von Gaza zeigt, die er als Verrat ansieht. Die Armee, die sich selbst als die moralischste Armee der Welt bezeichnete, nutzt ihre offiziellen Kanäle, um einen Film anzugreifen, noch bevor die Öffentlichkeit ihn überhaupt gesehen hat.


Haltet einen Moment inne und macht euch klar, wie unglaublich das ist.


Ein künstlerisches hat sein Publikum noch nicht einmal erreicht, und schon versucht der Staat, dem Publikum vorzuschreiben, wie es das Werk zu verstehen hat. Hier geht es nicht mehr nur um Gaza. Es geht darum, was mit einer Gesellschaft geschieht, wenn die offizielle Darstellung zu etwas wird, von dem erwartet wird, dass die Bürger*innen sie nicht nur hören, sondern auch glauben.


Zunächst wurden palästinensische Zeug*innenaussagen als Propaganda abgetan. Dann wurden Israelis, die über Palästinenser*innen berichteten, zu Verrätern. Nun droht Filmemachern der Verlust ihrer Staatsbürgerschaft, wenn sie die „falsche“ Geschichte erzählen. So hört die Sprache von „1984“ auf, Literatur zu sein, und wird uns plötzlich vertraut. Das Ministerium für Wahrheit beginnt nicht damit, jedes Buch zu verbrennen. Es beginnt damit, dich davon zu überzeugen, dass es nur eine akzeptable Version der Realität gibt. Jahrelang haben wir versucht, den Israelis zu erklären, wozu diese Maschinerie fähig ist, wenn ihr keine Grenzen gesetzt werden. Viele glaubten uns nicht, weil ihre Zähne in unsere Richtung zeigten. Nun hat sie begonnen, den Kopf zu drehen. Und vielleicht ist dies die Warnung, von der ich mir wünsche, mein Onkel hätte lange genug gelebt, um sie zu sehen: Ein Staat kann nicht nur für seine Feinde zum Monster werden.


Füttere ihn mit genug Angst. Gewähre ihm genug Schweigen. Verzeihe ihm genug Regelverstöße. Und irgendwann vergisst das Monster, wen es eigentlich verschlingen sollte. Willkommen in dem Land, das sich einst als einzige Demokratie im Nahen Osten bezeichnete. Willkommen im Ministerium für Wahrheit.


KRIEG IST FRIEDEN.

FREIHEIT IST LOYALITÄT.

UND DIE OFFIZIELLE DARSTELLUNG IN FRAGE ZU STELLEN IST VERRAT.

 

Dr. Ezzideen Shehab ist praktischer Arzt aus Jabalia. Im Juli 2026 emigrierte er aus Gaza nach Madrid. Sein Buch „Diary of a Young Doctor - Notes from the Genocide in Gaza” ist 2026 im Verlag Scribe Publications erschienen.




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