Sechs Monate nach Inkrafttreten: Der Waffenstillstand im Gazastreifen ist gescheitert
- vor 3 Tagen
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Auszüge aus einem gemeinsamen Bericht von Danish Refugee Council (DRC), Norwegian Refugee Council (NRC), Oxfam, Refugees International, Save the Children; 10. April 2026
(Vollständiger Bericht in englischer Sprache)
Das Waffenstillstandsabkommen wurde nicht nur als Mechanismus zur Unterbrechung der Kämpfe präsentiert, sondern als Grundlage für eine fundamental verbesserte Lage in Gaza – eine Lage, die Stabilität, humanitäre Hilfe und den Beginn des Wiederaufbaus bringen sollte. Es erhielt die uneingeschränkte Unterstützung des Sicherheitsrats sowie die Rückendeckung einer breiten Gruppe von UN-Mitgliedstaaten, die sich alle dazu verpflichteten, die Lebensbedingungen der Palästinenser*innen in Gaza zu verbessern.
Das Abkommen selbst war das Ergebnis intensiver diplomatischer Bemühungen und weckte bei politischen Entscheidungsträger*innen und betroffenen Gemeinschaften gleichermaßen die Hoffnung, dass es einen Wendepunkt markieren könnte. Sechs Monate später ist dieses hoffnungsvolle Versprechen weitgehend unerfüllt geblieben. Zwar sicherte das Abkommen die Freilassung israelischer Geiseln und einiger palästinensischer Häftlinge und verringerte die Intensität der Feindseligkeiten, doch die israelischen Angriffe gingen weiter, und es ist dem übergeordneten Gremium nicht gelungen, die sich überschneidenden Vertreibungs- und humanitären Krisen in Gaza auf sinnvolle und nachhaltige Weise anzugehen.
Wichtige Bestimmungen, die einen Waffenstillstand untermauern sollen – darunter die kontinuierliche Bereitstellung von Hilfsgütern, die Wiederherstellung grundlegender Versorgungsleistungen, der Schutz der Zivilbevölkerung sowie ein klarer Weg hin zu Regierungs- und Sicherheitsvereinbarungen – wurden nur teilweise umgesetzt oder sind gänzlich ausgeblieben. In den wenigen Bereichen, in denen Fortschritte bei den humanitären Maßstäben des Abkommens erzielt wurden, war dafür in der Regel anhaltender diplomatischer Druck auf höchster Ebene erforderlich, insbesondere seitens der Vereinigten Staaten. Dieser Druck wurde jedoch nicht konsequent oder in dem Umfang ausgeübt, der für eine vollständige Umsetzung erforderlich gewesen wäre.
Für die Zivilbevölkerung in Gaza waren die Folgen gravierend. Während die Beschränkungen des kommerziellen Zugangs teilweise gelockert wurden, bleibt der humanitäre Zugang stark eingeschränkt, und die Märkte sind weiterhin instabil. Ein Großteil dessen, was über kommerzielle Kanäle hereinkommt, reicht weder aus noch ist es geeignet, den umfangreichen humanitären Bedarf zu decken. Infolgedessen hat der Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu erschwinglichen, nahrhaften Lebensmitteln und verfügt weiterhin nicht über ausreichende Wasserversorgung, sanitäre Einrichtungen, Unterkünfte oder Gesundheitsversorgung. Mindestens 1,7 Millionen Menschen leben weiterhin in Vertriebenenlagern, wobei viele in baufälligen Zelten untergebracht sind, denen sanitäre Einrichtungen fehlen und die wiederholt von Überschwemmungen heimgesucht werden.
In den letzten Wochen hat sich die Lage angesichts der regionalen Eskalation, einschließlich des von den USA und Israel angeführten Krieges gegen den Iran, weiter verschlechtert, wobei die Grenzübergänge wiederholt geschlossen und medizinische Evakuierungen ins Stocken geraten sind. In den ersten beiden Märzwochen 2026 ging die Zahl der Lastwagen, die nach Gaza einfuhren, um 80 Prozent zurück, und die Preise für Grundnahrungsmittel stiegen dramatisch an – was erneut Ängste vor einer Hungersnot schürte.
Bezüglich Einstellung der Feindseligkeiten und Schutz der Zivilbevölkerung
Der Waffenstillstand hat dazu geführt, dass die Intensität der Feindseligkeiten nachgelassen hat und die Freilassung aller israelischen Geiseln sowie einer vereinbarten Anzahl palästinensischer Häftlinge erreicht wurde. Dennoch kam es seit Inkrafttreten des Waffenstillstands weiterhin zu einer Reihe von Verstößen, die zu Opfern unter der Zivilbevölkerung führten. Israelische Luftangriffe, Artilleriefeuer und Drohnenangriffe auf Wohngebäude und behelfsmäßige Zelte, in denen vertriebene Familien Zuflucht suchen, haben sich fortgesetzt und mindestens 700 Palästinenser*innen getötet, darunter mehr als 180 Kinder und mehrere Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens, sowie mindestens 1.600 Palästinenser*innen verletzt, darunter mindestens 151 Kinder. Israel hat im gleichen Zeitraum den Tod von vier Soldaten gemeldet.
Selbst im Hinblick auf die Freilassung von Gefangenen wird das humanitäre Völkerrecht weiterhin verletzt. Während die in der Vereinbarung genannten palästinensischen Häftlinge freigelassen wurden, hält Israel weiterhin mindestens 309 Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens willkürlich fest. Stand März 2026 hält Israel schätzungsweise 3 442 palästinensische Administrativhäftlinge aus den gesamten besetzten palästinensischen Gebieten ohne Gerichtsverfahren fest.
Im März 2026 weiteten die israelischen Behörden zudem die militarisierte Pufferzone über die bisherige „Gelbe Linie“ hinaus aus und bezeichneten das erweiterte Gebiet als „Orange Linie“. Die Gebiete entlang dieser Linie stellen aktive Schusszonen dar, in denen mindestens 200 Palästinenser*innen getötet wurden. Die Ausweitung hatte erhebliche Folgen für humanitäre Einsätze. Ende Januar 2026 lebten Schätzungen zufolge mehr als 14 000 Haushalte in dieser Zone, weitere in ihrer unmittelbaren Umgebung – was Bedenken hinsichtlich Vertreibung, Zugang zu Dienstleistungen und der Gefährdung durch israelische Militäroperationen aufkommen ließ. Mindestens zehn UN-Einrichtungen – darunter Sammelunterkünfte – liegen nun innerhalb des von Israel kontrollierten Gebiets und sind für Palästinenser*innen praktisch unzugänglich. Diese Ausweitung hat die UNRWA zudem daran gehindert, eine medizinische Einrichtung im nördlichen Gazastreifen zu eröffnen, wo es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kein einziges, auch nur teilweise funktionierendes Krankenhaus gibt. Darüber hinaus fallen Dutzende von WASH-Einrichtungen (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) ebenfalls in den von Israel erklärten „Koordinierungskorridor“, sodass für den Zugang eine israelische Genehmigung erforderlich ist – eine Genehmigung, die oft entweder verzögert oder ganz verweigert wird.
Von Haaretz ausgewertete Satellitenbilder zeigen mindestens 32 Vorposten der israelischen Streitkräfte in der Pufferzone, darunter mindestens sieben neue Vorposten, die seit Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens errichtet wurden. Obwohl es keine offiziellen Ankündigungen zu Plänen zur Annexion oder Besetzung der Gebiete östlich der Gelben Linie gab, scheint die israelische Regierung vor Ort Fakten zu schaffen, die zu einer de facto-Annexion führen könnten.
Bezüglich Hilfsvolumen, Wiederaufbau und Rehabilitation
Der 20-Punkte-Plan und die UN-Resolution fordern sofortige „vollständige“ Hilfe mit Mindestmengen, die den während des Waffenstillstands im Januar 2025 vereinbarten Mengen entsprechen (+600 Lastwagen pro Tag). Während die israelischen Behörden von bis zu 600 Lastwagen pro Tag sprechen, konnten diese Zahlen nicht aufrechterhalten werden, und nur ein kleiner Prozentsatz davon sind von der UN koordinierte humanitäre Hilfslieferungen.
Insgesamt wurden in den 172 Tagen zwischen dem Tag nach der Verkündung des Waffenstillstands am 11. Oktober 2025 und dem 1. April 2026 durchschnittlich weniger als 100 Hilfs-Lkw pro Tag nach Gaza geliefert, die von der UNO im Rahmen des 2720-Mechanismus koordiniert wurden. Dieser Mechanismus wurde 2023 vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Rahmen der Resolution 2720 des UN-Sicherheitsrats geschaffen, insbesondere um die humanitäre Hilfe für den Gazastreifen zu beschleunigen, indem ein UN-Koordinator ernannt wurde, der die Lieferungen überprüft und deren Zustellung erleichtert, während gleichzeitig den Sicherheitsbedenken Israels Rechnung getragen wird. Der Rest sind kommerzielle Güter und bilaterale Hilfskonvois, die nicht unabhängig nachverfolgt oder überwacht werden.
Kommerzielle Lieferungen sind kein Ersatz für humanitäre Hilfe. Nach Angaben des World Food Programme (WFP) hat ein „beträchtlicher“ Anteil der kommerziellen Lieferungen zwar einen „hohen monetären Wert, aber einen geringen Nährwert“. Gleichzeitig mangelt es an Unterkünften, medizinischen Hilfsgütern sowie Wasser-, Sanitär- und Hygieneausrüstung (WASH). Zusammengenommen zeigen diese Entwicklungen, dass die Beschränkungen der Hilfslieferungen nicht nur die Bereitstellung von Dienstleistungen und Versorgung einschränken, sondern auch die Ausbreitung vermeidbarer Krankheiten beschleunigen und die Folgen bestehender Krankheiten und Verletzungen verschlimmern – was die ohnehin schon schwere und systemische Krise in Gaza weiter verschärft.
In den letzten Monaten des Jahres 2025 wurde Organisationen, die nicht den neuen israelischen Registrierungskriterien entsprachen, routinemäßig die Einfuhr ihrer eigenen Hilfsgüter – und in einigen Fällen auch ihres Personals – nach Gaza verweigert. Der Zeitraum von Dezember bis Februar zeigt eine geringere Anzahl eingereichter Hilfsanträge bei einer höheren Ablehnungsquote – was darauf hindeutet, dass Organisationen möglicherweise bereits Selbstzensur betreiben und Anträge vermeiden, von denen sie erwarten, dass sie abgelehnt werden.
Seit Februar 2026 hat die regionale Eskalation den Zugang weiter eingeschränkt. Nach Angaben des von den USA betriebenen Civil Military Coordination Center (CMCC) sank die Zahl der Lastwagen, die nach Gaza einfuhren, in den ersten zwei Wochen des Krieges gegen den Iran, der am 28. Februar 2026 begann, um 80 Prozent. Der Rückgang der Wareneinfuhren seit der regionalen Eskalation hat im März zu starken Preisanstiegen geführt, wodurch sich die Lebenshaltungskosten für Familien im Vergleich zum Niveau vor der Eskalation praktisch verdoppelt haben. Diese Volatilität zeigt, wie anfällig die Palästinenser*innen in Gaza nach wie vor für jegliche Krisen innerhalb und außerhalb des Gebiets sind.
Laut einem Bericht von UN-OCHA von Anfang April, der sich auf die Handelskammer von Gaza beruft, war das Volumen der in Gaza gesammelten Handelsgüter stark zurückgegangen, von durchschnittlich 900 Lastwagen pro Woche im Januar und Februar auf weniger als 400 pro Woche im März, wobei das Volumen der humanitären Hilfe sogar noch deutlich darunter lag. Auch wenn diese Zahlen möglicherweise nicht vollständig sind, spiegeln sie doch die in den letzten Monaten zugelassenen Gesamtmengen und die Zugangsentwicklung seit Beginn des Krieges mit dem Iran wider.
Bezüglich Gesundheit und Medizin
Obwohl von einem Waffenstillstand die Rede ist, stehen die Gesundheitsdienste in Gaza weiterhin unter extremem Druck, was vor allem auf die anhaltenden Einschränkungen beim Zugang von Hilfsgütern und Personal zurückzuführen ist. Es gibt nach wie vor keine voll funktionsfähigen Krankenhäuser in dem Gebiet. Etwa die Hälfte aller Krankenhäuser ist nach wie vor gänzlich außer Betrieb. Die Zahl der teilweise funktionierenden Krankenhäuser in Gaza ist nur geringfügig gestiegen – von 14 im Oktober 2025 auf 19 im März 2026.
Ebenso gravierend ist der Mangel an medizinischen Gütern: Rund 46 Prozent der lebenswichtigen medizinischen Artikel, 66 Prozent der medizinischen Verbrauchsmaterialien und 64 Prozent der Krebsmedikamente sind vollständig aufgebraucht. Medizinische Teams in Gaza berichten von schwerwiegenden und sich verschärfenden Engpässen bei lebenswichtigen Hilfsgütern aufgrund anhaltender Beschränkungen für die Einfuhr von Hilfsgütern. Seit Januar 2026 ist es Ärzte ohne Grenzen (MSF) nicht mehr möglich, neue medizinische Hilfsgüter einzuführen, wodurch fast 50 Prozent der lebenswichtigen Medikamente für chronische Erkrankungen – wie Diabetes, Bluthochdruck und Atemwegserkrankungen – auf einem kritisch niedrigen Niveau sind. Krankenhäuser rationieren die Versorgung, beschränken die Behandlung auf bestehende Patient*innen und sehen sich zunehmend mit akuten Engpässen bei Grundmaterialien wie sterilen Verbänden konfrontiert, was das Infektionsrisiko bei Trauma- und Verbrennungspatient*innen erhöht. Gleichzeitig führt die Unmöglichkeit, medizinische Geräte oder Ersatzteile zu importieren, zu Verzögerungen bei Operationen und Geräteausfällen, was die Versorgung in einem ohnehin schon überlasteten System weiter untergräbt.
Diese Einschränkungen führen zu einer umfassenden Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Aufgrund der Bedingungen in Gaza gibt es immer mehr Patient*innen, doch es fehlt an ausreichender medizinischer Versorgung und an Hilfsgütern, um ihren Bedarf zu decken. Laut UNICEF gehören Atemwegsinfektionen seit Februar 2026 zu den häufigsten Erkrankungen in Gaza und nehmen zu, darunter auch schwere Fälle, die einen Krankenhausaufenthalt erfordern. Dieser Anstieg im Laufe der Zeit steht in direktem Zusammenhang mit überfüllten Notunterkünften, Kälteeinwirkung und unzureichenden Unterkünften sowie dem Zusammenbruch der Wasser-, Sanitär- und Hygienesysteme, die zusammen die Voraussetzungen für eine rasche Krankheitsübertragung schaffen.
Auch für Krebspatient*innen ist die Lage dramatisch: Etwa 68 Prozent der Chemotherapeutika sind nicht verfügbar, was die Behandlungs- und Überlebenschancen erheblich beeinträchtigt. Vorsorge- und Behandlungsangebote für Gebärmutterhals- und Brustkrebs sind seit Oktober 2023 weitgehend ausgesetzt. Diese Engpässe erstrecken sich über das gesamte Gesundheitssystem, wobei fast 70 Prozent der medizinischen Labore aufgrund fehlender Vorräte nicht mehr funktionieren, was die Diagnose- und Behandlungskapazitäten weiter einschränkt. Eine hohe Patient*innenzahl überlastet die Krankenhauskapazitäten Ende März 2026 weiterhin, wobei der hohe Bedarf an Traumabehandlungen und Rekonstruktionen von Gliedmaßen eine besondere Belastung darstellte.
Ein Drittel der Schwangerschaften gilt als Risikoschwangerschaft, und 70 Prozent der Neugeborenen kommen untergewichtig zur Welt und müssen sich oft einen einzigen Inkubator teilen, was das Sterberisiko erheblich erhöht. Frauen, die einen Kaiserschnitt benötigen, werden aufgrund der Überbelegung in den überlasteten Krankenhäusern bereits wenige Stunden nach der Operation entlassen. Darüber hinaus leiden über 500.000 Frauen und Mädchen unter einem Mangel an Hygieneartikeln für die Menstruation und haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.
Bezüglich Unterernährung
Trotz einiger Verbesserungen, nachdem die Hungersnot 2025 teilweise eingedämmt werden konnte, bleibt die Lage im März 2026 laut der Integrierten Klassifizierung der Ernährungssicherheitsphasen (IPC) äußerst fragil. Ein Großteil der Bevölkerung ist weiterhin von einer kritischen oder katastrophalen Ernährungsunsicherheit betroffen, bedingt durch eingeschränkten humanitären Zugang, Massenvertreibungen und den fast vollständigen Zusammenbruch der lokalen Nahrungsmittelproduktion und der Märkte. Während im Januar 2026 1,6 Millionen Menschen mit vollen Lebensmittelrationen versorgt wurden, führten Kürzungen bei den Hilfslieferungen nach Gaza und schwindende Vorräte dazu, dass humanitäre Organisationen im Februar und März nur noch halbe Rationen bereitstellen konnten, die lediglich 50 Prozent des Kalorienbedarfs deckten. Dieser Mangel an ausreichendem und nachhaltigem Zugang zu Nahrungsmitteln hält die Krise der Unterernährung in Gaza aufrecht.
Die anfänglichen Verbesserungen bei den Hilfslieferungen nach dem Waffenstillstand führten dazu, dass mehr Kinder sowie schwangere und stillende Frauen eine Behandlung gegen Unterernährung erhielten, was Ende 2025 zu einem Rückgang der Zahl unterernährter Kinder führte, die in Behandlungsprogrammen registriert waren. Doch im März 2026 ist die Unterernährungskrise in Gaza weiterhin nach wie vor weit verbreitet; die jüngsten Berichte von UNICEF weisen auf anhaltend hohe Raten akuter Unterernährung in gefährdeten Bevölkerungsgruppen hin. Über 60 000 Kinder unter fünf Jahren benötigen eine lebensrettende Behandlung gegen akute Unterernährung, und schätzungsweise mehr als 290 000 Kinder unter fünf Jahren benötigen Nahrungsergänzungsmittel, da ihre tägliche Nahrungsaufnahme unzureichend ist. Darüber hinaus benötigen rund 37 000 schwangere und stillende Frauen dringend Ernährungshilfe, was die weitreichenden Auswirkungen der Krise widerspiegelt.
Diese Entwicklungen stehen in engem Zusammenhang mit dem anhaltenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems in Gaza, mit überlasteten Krankenhäusern, Mangel an lebenswichtigen Medikamenten und therapeutischen Nahrungsmitteln sowie eingeschränktem Zugang zu sauberem Wasser – all dies erhöht das Risiko und den Schweregrad von Unterernährung erheblich.
Bezüglich der Bedingungen der Unterkünfte
Schätzungen zufolge wurden zwischen Oktober 2023 und Oktober 2025 mindestens 92 Prozent der Wohneinheiten im Gazastreifen entweder vollständig zerstört oder beschädigt, und über 90 Prozent der Bevölkerung wurden vertrieben. Im März 2026 berichtete der Shelter Cluster, dass die Vorräte an Notunterkünften im Laufe des Vormonats aufgrund von Beschränkungen „erheblich geschrumpft“ seien. Obwohl im Februar 2026 bei 900 000 Menschen ein Bedarf an Notunterkünften wie Zelten und Planen festgestellt wurde, wurden in diesem Monat nur 2 000 Zelte und etwa 38 000 Planen nach Gaza geliefert. Während der strengen Wintermonate wurde die Einfuhr von Holz, Zeltstangen und Werkzeugen – die für die Errichtung von Unterkünften unverzichtbar sind – aufgrund von Beschränkungen für Güter, die von den israelischen Behörden als „Dual-Use-Güter“ eingestuft werden, untersagt.
Infolge der anhaltenden Behinderungen bei der Bereitstellung von Unterkünften waren Familien gezwungen, den winterlichen Bedingungen ohne jegliche Möglichkeit zum Schutz vor den Elementen zu trotzen. Familien wurden aus ihren provisorischen Zelten aus Stoff und Lumpen durch Hochwasser vertrieben, wodurch sie noch stärker Krankheiten und Infektionen ausgesetzt waren. Bis Februar starben mindestens 39 Palästinenser*innen, darunter 22 Kinder, aufgrund unzureichender Unterkünfte; 25 kamen durch einstürzende Gebäude ums Leben und 14 starben an Unterkühlung.
Derzeit suchen mindestens 1,7 Millionen Menschen in rund 1 600 Notunterkünften im Gazastreifen Zuflucht, wobei die Lebensbedingungen durch Ungeziefer- und Parasitenbefall sowie durch Schädlinge übertragene Hautausschläge beeinträchtigt sind. Etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung leben nach wie vor in hochwassergefährdeten Gebieten, wobei dieses Risiko durch den Mangel an angemessenen sanitären Einrichtungen und das Vorhandensein offener Abwasserkanäle in vielen Notunterkünften noch verstärkt wird. Ende März lebten schätzungsweise 5 000 Familien unter freiem Himmel ohne jegliche Unterkunft.
Im März berichteten Hilfsorganisationen, dass es beim derzeitigen Liefertempo etwa 15 bis 17 Monate dauern würde, alle in Jordanien bereitstehenden Hilfsgüter nach Gaza zu transportieren. Der Grund dafür ist, dass jeden Monat nur etwa 100 Lastwagen mit Unterkünften und grundlegenden Haushaltsgegenständen durchkommen, während sich der Rückstand insgesamt auf rund 1 780 Lkw-Ladungen beläuft.
Bezüglich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene
Trotz des Waffenstillstands berichtet die UNO, dass die Bewohner*innen weiterhin mit weniger als der Notfallnorm von sechs Litern Wasser pro Person und Tag auskommen müssen und die Hygiene- und Sanitärbedingungen nach wie vor katastrophal sind.
Die Wasserqualität birgt weiterhin ernsthafte Gesundheitsrisiken. Jüngste Messungen zeigen, dass mehr als drei Viertel der Wasserproben die grundlegenden Gesundheitsstandards nicht erfüllen und weitverbreitete Verunreinigungen wie fäkale Coliforme und E. coli aufweisen. Nur 1,5 Prozent der Wasserproben aus Gesundheitseinrichtungen erfüllten im Februar die empfohlenen Standards. Die Folgen für die öffentliche Gesundheit sind gravierend. Ende Februar meldete die UNO einen starken Anstieg von Hautinfektionen wie Krätze und Kopfläusen sowie von durch Wasser übertragenen Krankheiten. Der Bericht führte dies auf Überbelegung, beschädigtes Zeltgewebe und unzureichende WASH-Einrichtungen zurück. Da die Sanitärsysteme nach zwei Jahren israelischer Militärbombardements beschädigt sind, vermischt sich Regenwasser mit menschlichen und tierischen Abwässern, was zu Ausbrüchen von Krankheiten wie Hepatitis, Durchfall und Gastroenteritis führt. Laut Save the Children machen Zustände wie Unterernährung diese Krankheiten für Kinder lebensbedrohlich.
Über 80 Prozent der WASH-Einrichtungen im Gazastreifen wurden zerstört, während die Abwasser- und Abfallentsorgung aufgrund von Schäden, Unzugänglichkeit und der Verweigerung notwendiger Materialien für Reparatur- und Sanierungsarbeiten größtenteils nicht mehr funktionsfähig ist. Bewertungen von Ende 2025 ergaben, dass es keine funktionierenden Abwasseraufbereitungsanlagen und keine sicheren Deponien für gewöhnliche oder medizinische Abfälle gab. Andere, aktuellere Erhebungen weisen auf eine weit verbreitete Abwasserbelastung in der Nähe von Wohnhäusern, einen eingeschränkten Zugang zu sanitären Grundversorgungseinrichtungen und unhygienische Lebensbedingungen an vielen Orten hin, darunter sichtbare Schädlinge, Abfallansammlungen, stehendes Wasser und Anzeichen für offene Defäkation. Die Bewohner*innen befürchten, dass der Befall durch Nagetiere und Insekten zu Krankheiten führen könnte. Humanitäre Helfer versuchen, die Verteilung von Hygiene-Sets auszuweiten, doch die Vorräte sind begrenzt, und es besteht dringender Bedarf an Materialien und Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung.
Zudem unterliegt der private Sektor erheblichen Beschränkungen beim Import von Hygieneartikeln, was es den Menschen nahezu unmöglich macht, sich diese Artikel selbst zu leisten. Diese Faktoren verstärken die Abhängigkeit vom humanitären System bei der Versorgung mit grundlegenden Hygieneartikeln.
Zu den betroffenen Gütern zählen Seife, Spülmittel, Shampoo, Hygieneartikel, Waschpulver und Plastiktüten für Hausmüll. Willkürliche Beschränkungen der Gesamtmenge an Paletten, die nach Gaza eingeführt werden dürfen, schränken zudem die Vielfalt und Anzahl der Artikel ein, die humanitäre Akteure importieren können.
Bezüglich Bildung
Schulpflichtige Kinder in Gaza müssen nun bereits das dritte Jahr in Folge auf den regulären Schulunterricht verzichten. Derzeit besuchen mehr als 637.000 Kinder im schulpflichtigen Alter keine Schule. Über 90 Prozent der Schulgebäude sind nach wie vor zerstört oder unbenutzbar, und es gibt keine Anzeichen für einen Wiederaufbau. In ganz Gaza wurden provisorische Lernorte eingerichtet. Diese sind jedoch informell und verfügen oft nicht einmal über die grundlegendsten Materialien – Stühle, Zelte, sanitäre Einrichtungen und Lehrmittel –, was auf strenge Beschränkungen bei der Einfuhr von Hilfsgütern und unerschwinglich hohe lokale Preise zurückzuführen ist. Mehr als 60 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter in Gaza haben keinen Zugang zu irgendeiner Form von Präsenzunterricht. Obwohl das Bildungsministerium weiterhin anerkannte informelle Programme anbietet, wird der Unterricht oft durch Stromausfälle und eine schlechte Internetverbindung unterbrochen.
Bezüglich Grenzübergänge
Der Grenzübergang Kerem Shalom ist nach wie vor der einzige in Betrieb befindliche Übergang, über den humanitäre und kommerzielle Güter nach Gaza gelangen können, und selbst der Zugang über diesen Übergang ist unregelmäßig und eingeschränkt. Der Grenzübergang Rafah bleibt für Güter praktisch geschlossen.
Bezüglich Einmischung bei der Hilfsgüterverteilung
Von den Dutzenden humanitären Organisationen, die seit Jahrzehnten in Gaza tätig sind, haben viele seit Kriegsbeginn Schwierigkeiten, ihre eigenen Hilfsgüter ins Gebiet zu bringen. Diese Herausforderungen haben sich seit März 2025 verschärft, da Genehmigungen für Grundversorgungsgüter von den israelischen Behörden oft verweigert oder verzögert werden. Bis Ende 2025 wurden 37 Nichtregierungsorganisationen von den israelischen Behörden angewiesen, ihre Tätigkeit in den besetzten palästinensischen Gebieten bis Ende Februar 2026 gemäß den überarbeiteten israelischen Registrierungsvorschriften einzustellen, was ihre Fähigkeit, ihre Arbeit fortzusetzen, erheblich einschränkte. Dazu gehören Organisationen, die Hunderte von internationalen Ärzten und medizinischen Teams entsandt und in den vergangenen zweieinhalb Jahren unzählige Leben gerettet haben.
Ihre Arbeit erstreckt sich über alle wichtigen Bereiche: Ernährung, Wasser, Gesundheit, Ernährung, Schutz, Unterkünfte, Bildung, Existenzsicherung, Rechtsbeistand und Minenräumung. Dazu gehören auch Koordinierungs- und Planungsaufgaben, die eine wirksame humanitäre Hilfe ermöglichen. UN-Organisationen sind bei der Umsetzung und zur Erweiterung ihrer Kapazitäten auf internationale Nichtregierungsorganisationen (INGOs) angewiesen, während palästinensische Nichtregierungsorganisationen auf INGOs für Finanzmittel und technisches Fachwissen sowie für Hilfsgüter und Treibstoff angewiesen sind. Insgesamt unterstützen oder realisieren internationale NGOs mehr als die Hälfte aller Nahrungsmittelhilfen in Gaza, 60 Prozent des Betriebs von Feldlazaretten, fast 75 Prozent der Aktivitäten im Bereich Unterkünfte und Non-Food-Artikel, die gesamte stationäre Behandlung von Kindern mit schwerer akuter Unterernährung sowie 30 Prozent der Bildungsangebote in Notfällen; darüber hinaus finanzieren sie mehr als die Hälfte der Minenräumung und weiterer Dienste.
Der humanitäre Bedarf in Gaza übersteigt bei weitem die Kapazitäten einiger weniger humanitärer Akteure. Diese Organisationen verfügen über die operativen Kapazitäten und das technische Fachwissen, die für eine schnelle und groß angelegte Hilfe unerlässlich sind. Die Aufhebung der Registrierung dieser NGOs erschwert die Bereitstellung dieser lebensrettenden Dienste, und in vielen Fällen bleiben kritische Lücken ungedeckt.
Obwohl die israelischen Behörden Plünderungen und Einmischungen durch die Hamas häufig als Grund für die Einschränkung der Hilfslieferungen angeführt haben, zeigen die Daten, dass dies kein wesentliches Problem darstellt. Zwischen der Verkündung des Waffenstillstands am 10. Oktober 2025 und dem 6. April 2026 wurden weniger als 0,4 Prozent der Paletten mit humanitären Hilfsgütern geplündert – eine Zahl, die auch jene umfasst, die von hungernden Menschen friedlich abgefangen wurden, da zu wenig Hilfe nach Gaza gelangte.
Bezüglich Wiederaufbau der Infrastruktur
Die grundlegenden Versorgungssysteme in Gaza befinden sich nach wie vor in einem Zustand des fast vollständigen Zusammenbruchs, wobei es kaum nennenswerte Wiederaufbaumaßnahmen in den Bereichen Lebensmittelproduktion, Energie und Wasserinfrastruktur gibt. Fast 87 Prozent der Anbauflächen sind beschädigt. Mehr als 85 Prozent der landwirtschaftlichen Einrichtungen und Wasserbrunnen sind betroffen. Darüber hinaus ist der Viehsektor weitgehend zerstört, wodurch Gaza strukturell von Importen abhängig ist. Die Energiesysteme sind in ähnlicher Weise beeinträchtigt: Zwischen Ende Februar und Anfang März 2026 gelangte zehn Tage lang kein Kochgas nach Gaza.
Selbst nach einer begrenzten Wiederaufnahme der Lieferungen bleibt das Angebot weit hinter dem Bedarf zurück. Infolgedessen geben Prozent der Haushalte an, zum Kochen auf die Verbrennung von Abfällen angewiesen zu sein, was erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringt.
Auch die Wasser- und Sanitärsysteme – die eng mit der Energieversorgung verknüpft sind – sind nach wie vor stark beeinträchtigt. Schäden an Brunnen, Entsalzungsanlagen und Pumpstationen haben in Verbindung mit Treibstoffknappheit den Zugang zu sauberem Wasser drastisch eingeschränkt. Die Reparaturarbeiten an der wichtigen Mekorot-Wasserversorgungsleitung sind ins Stocken geraten, da die Infrastruktur östlich der sogenannten „Gelben Linie“ liegt, die das Gebiet des Gazastreifens unter israelischer Militärkontrolle abgrenzt. Diese sich überschneidenden Ausfälle unterstreichen, dass die Krise in Gaza nicht nur eine Frage des Zugangs ist, sondern eines systemischen Zusammenbruchs: Ohne die Wiederherstellung der Infrastruktur können sich die grundlegenden Versorgungsleistungen nicht erholen.
Bezüglich Transparenz der Politik bezüglich „Dual-Use“-Beschränkungen
Trotz des Verbots willkürlicher Hilfsbeschränkungen im 20-Punkte-Plan hat die israelische Regierung durch weitreichende, vage und inkonsistente „Dual-Use“-Beschränkungen eine Vielzahl essenzieller und lebensrettender Haushaltsprodukte für den Zugang nach Gaza verweigert. Dies ermöglicht es den israelischen Behörden, die Einfuhr von Grundversorgungsgütern in das belagerte Gebiet unter vage definierten Sicherheitsgründen und unter Missachtung internationaler Standards systematisch zu blockieren. Gleichzeitig erlaubt Israel einer ausgewählten Anzahl privater Händler, Gegenstände mit doppeltem Verwendungszweck gegen exorbitante Gebühren nach Gaza zu bringen.
Sogenannte „Dual-Use“-Güter sind Waren, Technologien oder Materialien, die sowohl zivile als auch militärische Anwendungsmöglichkeiten haben. Mit anderen Worten: Sie können für legitime, alltägliche Zwecke genutzt werden, lassen sich aber auch zur Unterstützung militärischer Aktivitäten, der Waffenentwicklung oder von Sicherheitsoperationen umfunktionieren. Als Anhaltspunkt sei das Wassenaar-Abkommen über die Ausfuhrkontrolle für konventionelle Waffen sowie Güter und Technologien mit doppeltem Verwendungszweck genannt – das multilaterale Ausfuhrkontrollregime mit 42 Mitgliedsländern (einschließlich der Vereinigten Staaten) –, das Güter wie Sensoren und Laser sowie Navigations- und Luftfahrtausrüstung, beispielsweise spezielle Trägheitsnavigationssysteme, umfasst.
Israel hat humanitären Organisationen keine umfassende Liste von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck zur Verfügung gestellt, doch die Organisationen haben sich ein Bild von den Einstufungen gemacht, da Güter aufgrund ihres doppelten Verwendungszwecks zurückgewiesen werden. Zu den von Israel als Güter mit doppeltem Verwendungszweck eingestuften Artikeln gehören grundlegende medizinische Hilfsgüter und Materialien für Unterkünfte, wie beispielsweise nicht-elektrische Rollstühle, Planen, Schlafsäcke und mobile Toiletten. Zuweilen gehörten auch Artikel wie Verbandmaterial, Windeln, Shampoo und Zeltstangen dazu. Israel stuft zudem viele grundlegende Komponenten, die zur Reparatur von Wasser- und Sanitärsystemen benötigt werden, als „Dual-Use“-Güter ein. Anhaltende Beschränkungen für lebenswichtige medizinische Geräte wie Ultraschallgeräte, Inkubatoren, Beatmungsgeräte und mobile Entbindungsstationen schränken die Möglichkeiten der Partner erheblich ein, die Gesundheitsversorgung für Mütter und Neugeborene im gesamten Gazastreifen auszuweiten, was eine sichere vorgeburtliche, geburtshilfliche und nachgeburtliche Versorgung untergräbt.
Die unklaren Beschränkungen für Güter mit doppeltem Verwendungszweck behindern zudem die Bemühungen, die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Mit steigenden Temperaturen wird die Bekämpfung von Krankheitsüberträgern zu einem immer dringlicheren Problem der öffentlichen Gesundheit. Wie bereits erwähnt, häufen sich Berichte über Nagetier- und Insektenbefall in den Vertriebenenlagern, doch stehen in Gaza derzeit aufgrund der anhaltenden israelischen Einfuhrbeschränkungen keine Ratten- oder Insektenbekämpfung zur Verfügung. Ohne die Einfuhr dieser Mittel wird das Risiko von durch Insekten übertragenen Krankheiten mit dem Herannahen des Sommers drastisch steigen – was eine weitere vermeidbare und die Lage verschärfende Gesundheitskrise zu einer ohnehin schon katastrophalen Situation hinzufügt.
Bezüglich medizinischer Evakuierungen
Seit Inkrafttreten des Waffenstillstands wurden knapp 700 Patient*innen aus dem Gazastreifen medizinisch evakuiert – darunter etwas mehr als 260 seit der teilweisen Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah, wie die UNO mitteilte. Diese Zahlen liegen sogar noch unter den begrenzten Kontingenten, die die israelischen Behörden bei der Wiederöffnung des Grenzübergangs angekündigt hatten. Medizinische Evakuierungen aus dem Gazastreifen werden weiterhin verweigert und behindert, was verheerende Folgen für Patient*innen hat, die keinen Zugang zu der dringend benötigten Behandlung erhalten.
Mehr als 18 500 schwerkranke Menschen benötigen nach wie vor eine medizinische Evakuierung aus dem Gebiet, darunter rund 4 000 Kinder, so die Weltgesundheitsorganisation.
Die menschlichen Folgen dieser Verzögerungen sind gravierend und halten an. Nach Angaben lokaler Gesundheitsbehörden sterben Berichten zufolge täglich zwischen sechs und zehn Palästinenser*innen, während sie auf ihre Evakuierung warten. Seit Oktober 2023 sind mehr als 1 400 Patient*innen gestorben, weil ihnen der Zugang zu Evakuierung und notwendiger Behandlung verwehrt blieb. Über die Notfall-Evakuierungen hinaus bleibt der medizinische Korridor, der es Palästinenser*innen aus dem Gazastreifen einst ermöglichte, sich wegen schwerer Erkrankungen – darunter Krebs und angeborene Herzfehler – behandeln zu lassen, weiterhin ausgesetzt, obwohl Kapazitäten, Fachwissen und Infrastruktur vorhanden sind, um solche Fälle aufzunehmen.




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