Traditionelle palästinensische Stickerei zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe ernannt

Die palästinensische Stickereikunst wurde von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Die Aufnahme in die Liste erfolgte am 15. Dezember während der 16. Online-Sitzung des zwischenstaatlichen Ausschusses für den Schutz des immateriellen Kulturerbes der UNESCO.


Die Kunst der traditionellen Stickerei ist in Palästina und in der palästinensischen Diaspora weit verbreitet.

Jedes Kleidungsstück ist mit einer Vielzahl von Symbolen und Mustern bestickt, darunter Vögel, Bäume und Blumen. Die Wahl der Farben und Muster gibt Aufschluss über die regionale Identität der Frau sowie über ihren Familienstand und ihre wirtschaftliche Stellung. Mittlerweile werden jedoch nicht nur Kleider, sondern auch Taschen, Polster, etc. bestickt und die palästinensische Stickereikunst somit neu interpretiert.


Die Stickereien werden mit Seidenfaden auf Wolle, Leinen oder Baumwolle genäht und ist eine soziale und generationenübergreifende Praxis. Die Frauen treffen sich zuhause, um das Sticken und Nähen zu üben, oft zusammen mit ihren Töchtern. Viele Frauen sticken als Hobby, oftmals wird jedoch auch gestickt, um das Einkommen der Familie aufzubessern.


Die palästinensische Stickereikunst ist eines der größten Symbole der palästinensischen nationalen Identität und ihrer Verbindung mit dem Land, der Geschichte und der Natur. Umso erfreulicher ist es, dass diese nun in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde und somit gebührend Anerkennung findet.


Die Mitarbeiterinnen der Vertretung des Staates Palästina trugen gestern aus Freude über diesen Schritt der UNESCO palästinensische Stickereien:



Weiterführende Informationen:

Link zu Video "The art of embroidery in Palestine, practices, skills, knowledge and rituals"