Unbewaffnete palästinensische Männer von israelischen Soldaten hingerichtet
- office16022
- vor 18 Minuten
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„Zwei Palästinenser wurden in Jenin nach ihrer Kapitulation hingerichtet. Keiner der anderen Soldaten zuckte mit der Wimper. Business as usual. Die israelische Armee kündigte natürlich sofort eine Untersuchung an, schließlich war ja alles von der Kamera festgehalten worden.“
Statement der israelischen Organisation Breaking the Silence, 27. November 2025
Die Videoaufnahme zeigt einen Militärbagger, der mit seiner Schaufel das Rolltor eines Gebäudes zu zirka einem Drittel hochgeschoben hat. Zwei Männer werden von israelischen Soldaten gezwungen, durch das Rolltor aus dem Gebäude herauszukommen. Es ist klar und eindeutig erkennbar, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht – sie ziehen ihre Kleidung hoch, um zu zeigen, dass sie unbewaffnet sind und halten dann ihre Hände in die Höhe. Nachdem sie herausgekommen sind, knieen sie sich auf die rechte Seite des Rolltores hin, noch immer mit hochgehaltenen Händen. Dem links sitzenden Mann wird von einem Soldaten ins Gesicht getreten. Die Soldaten befehlen den beiden Männern, wieder in das Gebäude zurückzukriechen. Noch an der Schwelle werden die beiden aus nächster Nähe von den Soldaten erschossen. Der Bagger zieht die Schaufel zurück, das kaputte Rolltor fällt auf die leblosen Körper der beiden Männer. Einer der Körper wird von Soldaten herausgezogen, ein Soldat kickt einen Karton zur Seite. Das Video endet.
Gestern, am 27. November 2025, wurde ein Video publik, das am 26. November 2025 aufgenommen wurde und zeigt, wie israelische Soldaten zwei junge palästinensische Männer aus nächster Nähe hinrichten. Die Ermordung der beiden Männer geschah nach einem israelischen Militärangriff in der Nähe des Flüchtlingslagers Jenin im nördlichen Teil des israelisch besetzten Westjordanlands. Laut der israelischen Menschenrechtsorganisation B’tselem wurde Yusef ’Asa’sah im Alter von 39 Jahren und al-Muntaser bel-lah ‘Abdallah im Alter von 26 Jahren ermordet.
„Die heute dokumentierte Hinrichtung ist das Ergebnis eines beschleunigten Prozesses der Entmenschlichung der Palästinenser*innen und der völligen Missachtung ihres Lebens durch das israelische Regime. In Israel gibt es keinen Mechanismus, der das Töten von Palästinenser*innen verhindert oder die Verantwortlichen strafrechtlich verfolgt. Es ist daher die Pflicht der internationalen Gemeinschaft, Israels Straffreiheit zu beenden und diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die für die Planung und Durchführung seiner kriminellen Politik gegen das palästinensische Volk verantwortlich sind“, so die Leiterin von B'Tselem, Yuli Novak, in einem ersten Statement.
Seit Oktober 2023 haben israelische Streitkräfte und Siedler mehr als 1 000 Palästinenser*innen im Westjordanland getötet, 217 davon waren Kinder und Jugendliche. Mindestens 21 Palästinenser*innen wurden von israelischen Siedlern getötet. Die Täter, seien es Soldaten oder Siedler, genießen durch das israelische Rechts- und Strafverfolgungssystem vollständige Straffreiheit – niemand, weder Soldaten noch Siedler, wurden strafrechtlich verfolgt.
Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, sagte sofort nach Bekanntwerden des Videos, dass die Soldaten seine „volle Unterstützung“ hätten.




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