WFP kürzt Nahrungsmittelhilfe in Gaza um ein Drittel
Am 19. Oktober 2026 gab das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) bekannt, dass es aufgrund von Finanzierungsengpässen gezwungen ist, die Nahrungsmittelhilfe im Gazastreifen um rund ein Drittel zu kürzen: Eine halbe Million Menschen werden den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe verlieren. Die Kürzungen erfolgen kurz vor Beginn des Winters.
In den vergangenen drei Jahren war die Nahrungsmittelhilfe des WFP für bis zu 90 Prozent der Familien in Gaza eine lebenswichtige Stütze. Seit der Verkündung eines sogenannten Waffenstillstands im Oktober 2025 versorgte die Organisation jeden Monat rund 1,6 Millionen Menschen mit Lebensmittelpaketen, Weizenmehl, Brot, warmen Mahlzeiten, Ernährungshilfe, Schulimbissen und Bargeldhilfen. Das WFP verfügt nun jedoch nicht mehr über ausreichende Mittel, um dieses Hilfsniveau aufrechtzuerhalten.
Ab diesem Monat unterstützt das WFP 500 000 Menschen weniger. Auch diejenigen, die weiterhin Unterstützung erhalten, bekommen nun weniger Hilfe. Die Lebensmittelrationen wurden um die Hälfte gekürzt. Familien, die Lebensmittelhilfe erhalten, bekommen nun nur noch ein Lebensmittelpaket (statt zwei) und einen kleineren Sack Weizenmehl. Die Zahl der vom WFP bereitgestellten warmen Mahlzeiten wurde von 250.000 auf 150.000 pro Tag reduziert. Familien, die in schwer erreichbaren Gebieten leben, darunter auch in der Nähe der „gelben Linie“ der israelischen Armee, erhalten nun nur noch jeden zweiten Tag anstatt täglich eine warme Mahlzeit. Zudem wurden die Bargeldhilfen für 75.000 Familien gekürzt.
Derzeit ist das WFP noch in der Lage, Bäckereien zu unterstützen, die ein Drittel des Brotbedarfs im Gazastreifen decken, 300.000 Frauen und Kindern Ernährungshilfe zu leisten und 200.000 Kindern gesunde Schulimbisse zur Verfügung zu stellen.
Mehr als 80 Prozent der Menschen in Gaza sind arbeitslos, sodass sich die meisten Familien keine frischen Lebensmittel oder proteinreiche Nahrungsmittel leisten können, selbst wenn diese am Markt verfügbar sind. Angesichts des nahenden Winters werden dringend zusätzliche Mittel benötigt, um die Nahrungsmittelsoforthilfe aufrechtzuerhalten, wichtige technische Unterstützung zu leisten und Unterernährung bei Kleinkindern sowie schwangeren und stillenden Frauen zu lindern.
Länder wie die USA, Deutschland und andere wohlhabende Länder haben ihre Zuwendungen für internationale humanitäre Hilfe drastisch eingeschränkt. Das WFP erhielt 2026 weniger als die Hälfte der Mittel für seinen Einsatz in Palästina im Vergleich zu den Vorjahren. Die Organisation benötigt dringend 450 Millionen US-Dollar, um wichtige Maßnahmen im Gazastreifen und im Westjordanland in den nächsten sechs Monaten, von Oktober 2026 bis März 2027, aufrechtzuerhalten. Finanzierungslücken beeinträchtigen auch die Maßnahmen des WFP im Westjordanland, wo die Organisation im September die Zahl der Hilfsempfänger von 400.000 auf 200.000 halbiert hat.
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Informationen entnommen aus:
Funding cuts force WFP to drastically reduce lifesaving assistance in Gaza
The United Nations World Food Programme (WFP) today announced that funding shortages have forced it to reduce food assistance in Gaza by around one-third: half a million people will lose access to critical assistance. The cuts come as winter approaches and recent modest improvements in food security remain fragile.
UN müssen Hilfe für Hunderttausende Menschen in Gaza streichen
Im Gaza-Streifen verlieren Hunderttausende Menschen ihre Unterstützung durch das Welternährungsprogramm. Die Kürzungen erfolgen kurz vor Beginn des Winters.
Evangelisch.de, 19.10.2026
GAZA / FOOD AID FUNDING CUTS
Funding shortfalls will force the United Nations World Food Programme (WFP) to significantly scale back its food assistance in the Gaza Strip starting 1 October, as acute food insecurity remains widespread and humanitarian assessments warn that gains made in recent months remain fragile.
United Nations, 23. September 2026




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